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Quetschalarm

Im Grunde versuche ich als „pubertierende Göre“ dennoch die wichtigsten Regeln des Anstands zu wahren – damit ich mich nachher fragen kann, weshalb ich es eigentlich überhaupt tue, wenn der Ruf der Jugend ohnehin tiefer unten als im Keller liegt.

So fielen bei uns gestern die zwei ersten Schulstunden aus, so dass ich mich erst gegen zehn auf den Weg dahin machte und schliesslich in einen so gut wie leeren Bus stieg. Da ohnehin kein anderer Fahrgast da war, stellte ich ausnahmsweise meine Schultasche auf den Sitzplatz neben mir. (Obwohl ich sonst die Leute verurteile, die in einem proppevollen Bus Plätze für ihre Rucksäcke und Taschen reservieren.)

Da sah ich also nichtsahnend aus dem Fenster, als an der nächsten Haltestelle eine relativ korpulente Frau mit meterhohen Absätzen in den Bus stöckelte und herumzustolzieren begann. Und ohne dass ich Zeit gehabt hätte zu reagieren, nicht mal dass ich sie überhaupt bemerkt hätte, sass sie schon mit ihrem überaus breiten Hintern neben mir auf meiner Tasche. Obwohl es bestimmt fünfzig weitere freie Plätze im Bus gab, musste die sich ausgerechnet neben mich AUF MEINE TASCHE SETZEN. In diesem Moment begann ich den ganzen Inhalt meiner Tasche durchzugehen und malte mir aus, was sie denn alles zerquetscht haben könnte – und ich war kurz davor sie anzuschreien, sie solle gefälligst ihr fettes Hinterteil da wegbewegen.

Da ging mir aber durch den Kopf, dass die arme Frau meine Tasche möglicherweise übersehen hatte und nicht alleine hatte sitzen wollen, und dass sie mit ihrer Körpermasse gar nicht spürte, dass sie da auf etwas sass – wobei ich im Nachhinein merkte, dass ich wohl viel zu gut zu meinen Mitmenschen bin, die so viel Mitgefühl wohl gar nicht verdient haben...

Ich: „Ähm... entschuldigen Sie, aber Sie sitzen auf meiner Tasche.“
Sie: „Ich weiss.“

...

Ich: „Ähhmm... könnten Sie bitte schnell aufstehen... damit ich meine Tasche da wegnehmen kann?“
Sie: „Nein.“
Ich: „Ähh... was? Wieso?“
Sie: „Wieso sollte ich?“
Ich: „Weil man sich nicht einfach so auf ’ne Tasche draufsetzt!? Da ist vielleicht auch was drin!!“
Sie: „Du hast es nicht anders verdient!“
Ich: „Was hab ich denn so Falsches getan???“
Sie: „Du hast einfach so unverschämt mit deiner Tasche den Platz besetzt!!“
Ich: „Jaaaa, aber dieser Bus ist LLEEERRR, es gibt genug freie Plätze, und wenn Sie unbedingt neben mir sitzen wollten, hätten Sie mich ja fragen können, ich hätte die Tasche weggenommen...“
Sie: „AHHAHAH, was für eine Unverschämtheit... echt... nichts weiter als eine gnaaadenlose Frechheit. OOOoh, und wie ich das kenne... diese kleinen Ausländer, was die mit einem machen, ooooh, das ist unglaublich...“

Wobei man mir doch ganz sicher nicht ansieht, dass ich Ausländerin bin...

Ich: „Schön, wenn es Sie stört, dann nehm ich jetzt meine Tasche und geh mich woanders hinsetzen...“

Und ob ihr’s glaubt oder nicht; diese schreckliche Frau wollte meine Tasche einfach nicht freigeben! Die ist da draufgesessen und hat mir wie ’ne Irre einen Vortrag über die heutige Jugend gehalten – und als es mir zu viel wurde, hab ich tatsächlich begonnen, meine Tasche unter ihrem Hinterteil wegzuziehen, was mir auch gelungen ist. Daraufhin hab ich mich gaaaanz hinten in den Bus gesetzt.

Dass es sowas echt gibt... ich glaub’s ja selber nicht.

Mein schönes, frisches Brötchen war nachher ganz zerquetscht...
29.5.08 17:07


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Alle Tage wieder

Nicht, dass man überhaupt fragen müsste, aber...
...ist es in Ordnung...

... die eigenen Mitschülerinnen jeden Morgen mit „HHEEYY IHR SCHLAMPEN“ zu begrüssen?
... (als Frau) ohne BH zur Schule zu kommen und: „Ohhh neeein, ich hab heute morgen vergessen mir einen anzuziehen!!“ herumzuschreien, so dass es auch ganz sicher jeder mitbekommt?
... Kaugummis unter die Pulte zu kleben?
... im Unterricht für alle gut sichtbar in der Nase zu bohren?
... – die Popel dann auch noch unters Pult zu kleben!?
... „Ich bin ’ne Nutte“ aufs eigene Etui zu schreiben und das dann am besten so drehen, dass es auch der Lehrer lesen kann?
... dem Lehrer einen leeren UBS-Stick abzugeben und ihm dann versichern, die verlangte Arbeit sei auch tatsächlich drauf?
... im Unterricht heimlich zu essen?
... im Unterricht ganz offensichtlich zu essen?
... jede Woche in der Sportstunde einen „Zahnarzttermin“ zu haben, obwohl man blendend weisse Zähne und ein anscheinend perfektes Gebiss hat?
... im Pyjama zur Schule zu kommen?
... sich Geld aus dem Geldbeutel von Mitschülern zu nehmen und denen dann nach einer Woche mitzuteilen, dass man sich ein wenig was „geliehen“ hat?
... mit dem Kassierer in der Mensa zu flirten und dann zu hoffen, eine Ketchuptüte umsonst zu bekommen?
... in der Stunde so laut Musik zu hören, dass selbst der Lehrer das Lied erkennt?
... auf dem Boden zu essen?
... sich an den Mensatischen die Fussnägel zu lackieren?
... wenn man merkt, dass man zwei Minuten zu spät ist, gleich die ganze Stunde zu schwänzen?
... bereits zu beginnen, seine Sachen zusammenzupacken, auch wenn es erst in zehn Minuten läutet?
... die Lehrer beim Vornamen zu nennen, obwohl man von ihnen selbst gesiezt wird?
... vom Schulhausdach herunterzuspucken, wo sich eine ganze Horde von Schülern befindet?
... den ganzen Tag mit einer Sonnenbrille herumzulaufen und sich zu weigern, diese abzunehmen, nur weil
... sich mit einem gewöhnlichen Farbstift zu schminken, und sich dann zu beklagen, dass das „irgendwie total in den Augen brennt“?
... eine Woche nicht zur Schule zu kommen, weil die eigene Katze gestorben ist, obwohl jeder weiss, dass man auf Katzenhaare allergisch ist?
... sich während der Französischstunde so viele Kaugummis in den Mund zu stopfen, dass man anschliessend den Mund nicht mehr aufkriegt und auf die Toilette rennen muss?
... den liebenswerten Mathelehrer, der sich zu einem Schüler hingebeugt hat um ihm eine Aufgabe zu erklären, mit dem Bleistift in den Hintern zu pieksen?
... in (ausgeliehenen) Socken im Wald joggen zu gehen, weil man seine Turnschuhe vergessen hat und sich die Ballerinas nicht ruinieren will?
... seine Sportlehrerin zu fragen, ob sie in den Ferien zugenommen hat?
... den nassen Regenschirm einfach in den Spind einer Mitschülerin zu schmeissen?
... sich die ganze Sportstunde lang zu fünft in einer Toilettenkabine einzuschliessen und dann zu behaupten, man sei nicht mehr hinausgekommen?
... mittem auf dem Gang eine halbe Flasche Cola auszuleeren und dann einfach so weitergehen, als sei man es nicht gewesen?
... die Putzfrau „EY TANTE“ zu nennen?
... vor dem Lift zu sitzen und darauf zu warten, dass einen ein Lehrer hinauffährt, weil zwanzig Treppenstufen „einen einfach umbringen“?
... auf dem Computer des Geografielehrers in der Pause LEGO RACERS zu spielen?
... in seinem Spind das ganze Jahr lang „Tag der offenen Tür“zu haben?
... zwei Stunden zu spät in die Schule zu kommen, weil es draussen geregnet hat und das einem sonst die Frisur ruiniert hätte?
... wegen einer Fliege mitten in der Stunde während einer Arbeit schreiend zur Zimmertür zu hetzen und sich zu weigern, an den Platz zurückzukehren?


... das alles auch noch völlig „normal“ zu finden?

Ich - brauche - Ferien.

18.5.08 18:13


Freitagshysterie

Auch gestern war wieder mal ein Ereignis nervenaufreibender als das andere. Vor allem aber sorgte wieder mal eine dunkelhäutige Dame für Aufregung, die sich in letzter Zeit vorbildlich zurückgenommen hatte.

Bereits in den frühen Morgenstunden, in denen alle noch im Halbschlaf den Erklärungen unseres lieben Herr Hans lauschten, meldete sie sich plötzlich, was eine allgemeine Verwunderung auslöste, da sie zwar sehr gesprächig ist, aber im Unterricht lieber ihre Sachen anmalt als wirklich aufzupassen. Das Wunder blieb aus – sie verlangte bloss, dass die Rollläden heruntergelassen wurden.

Lehrer: «Wieso wollen Sie die denn jetzt unten haben? Ist doch schön, wenn's ein wenig hell ist...»
Sie: «Jaaaa, aber die Sonne scheiiinnt.. und ich sitze hier am Feeeennnsstter, und dann werde icch schwaaarzz..»

Als einige zu ihr meinten, sie könne gar nicht noch schwärzer werden, wies sie alle «dezent» darauf hin, dass sie braun und keinesfalls schwarz ist, und dass jeder, der das anders sieht, anscheinend an akuter Farbenblindheit leidet.

Lehrer: «Es ist doch grad mal halb neun, die Sonne ist grad mal aufgegangen... wenn ich hier die Rollläden runterlasse ist es hier drin stockdunkel.»
Sie: «Jaaa, dann machen wir halt das Licht an...»
Lehrer: «Ich sehe keinen Bedarf, hier jetzt unnötig alles hinunterzulassen....also...»
Sie: «Jaaaa, es blendet hier TOOOOTAALLL...»
Lehrer: «.. die paar.. Sonnenstrahlen BLENDEN Sie?»
Sie: «Jaaaa, ich kann auch gar nichts lesen, was an der Tafel steht...»
Lehrer: «Dann setzen Sie sich halt woanders hin, damit sie jaaa nicht schwarz werden...»


Den ganzen Rest der Doppelstunde liess sie es sich nicht entgehen, allen Anwesenden zu zeigen, dass anscheinend 'ihre Gefühle verletzt worden waren', wie sie später mitteilte. Dies äusserte sie, indem sie mürrisch vor sich herstarrte, jeden, der ihr nahe kam, gleich anschnauzte und absichtlich sehr geräuschvoll auf ihrem Kugelschreiber herumklickte.

Am Ende der Stunde verschwand sie so schnell wie möglich mit schnellen Schritten und gesenktem Kopf.

*
Als ich kurz vor Beginn der nächsten Stunde durch die Kantine trottete, rief sie plötzlich von der anderen Seite durch den ganzen Raum:

Sie: «******! Kooooomm hherrrr!»
Ich: «Waaaas...?»
Sie: «Kooommm schnell her, du musst mir hellffenn...»

Ich gehe also tatsächlich durch den ganzen Raum zurück zu ihr, die neben einem Snackautomaten steht...

Ich: «Jaa.. was ist jetzt?»
Sie (den Tränen nahe): «Ich hab hier ganze fünf Franken eingeworfen und wollte.. wollte ein KitKat herauslassen, aber es kooommtt nichts... es steckt fest! Und mein Geld gibt das Sch*****-Ding auch nicht zuuurückk..»

Um mir das eindrücklich zu demonstrieren hämmert sie gleich ein paar kräftig auf dem Automaten herum.

Ich: «Ähhmm.. der ist defekt.»
Sie: «JAAA, DAS WEISS ICH VIELLEICHT AUCH!»

Ich: «Jaa, wieso schmeisst du dann da Geld rein, wenn doch drauf steht, dass er 'defekt' ist?»
Sie: «JJAAA, MEINST DU ICH LESE WAS DA DRAUFSTEHT..?»

Ähm. Da muss man nicht mal richtig «lesen», da reicht ein kurzer Blick auf den Automaten um die übergrosse DEFEKT-Aufschrift zu erkennen...

Ich: «Jaa, da bist du halt selber schuld... hättest's dir ja auch vorne an der Snackbar kaufen können...»

Sie: «AAHHH, meinst du ich latsche bis das vorne, um mir das zu kaufen??? Ausserdem hasst mich die Frau dort.»

»Bis da vorne» = höchstens zehn Meter

Ich: «Die Frau hasst doch keinen...»
Sie: «Doooch, sie gibt mir immer kaputte Sachen...»
Ich: «Kaputte Sachen..?»
Sie: «Jaaa, so Cornets halt, wo der untere Teil schon so halb abgebrochen sind...»
Ich: «Jaaa, macht sie sicher absichtlich...»

Sie: «..macht sie aber!!! Koooommmm, hilf mir jetzt mal...»

Sie beginnt, wie eine Irre auf dem Automaten herumzuhämmern und dagegenzutreten.

Sie: «Guuuck, wenn wir fest genug treten, fällts vielleicht raus..!»

.. Es läutet.

Ich:
«Ich glaub, wir sollten gehen...»
Sie: «NEEIIN MANNN, ICH GEH HIER NICHT WEG, BEVOR ICH MEIN KITKAT UND MEIN RÜCKGELD HAB, KAPIERT? MIR DOCH SCH****EGAL OB DIE STUNDE ANFÄNGT ODER WAS AUCH IMMER..!!»

Zwei Minuten lang leiste ich ihr Gesellschaft, anschliessend gehe ich.

Zum Physikunterricht erscheint sie zwanzig Minuten zu spät, tränenaufgelöst - und mit einem KitKat in der rechten Hand.
3.5.08 14:36


"Stummel helfen halt."

Fängt die Schule wieder an, geht das Ganze von vorne los...

Französisch, vorletzte Stunde. Wie immer habe ich meine reizende Pultnachbarin zu meiner Rechten, die sich urplötzlich mein Etui schnappt und beginnt, alles herauszunehmen.

Ich: "Was wird das jetzt..?"
Sie: "Ich brauch' was zum Schreiben..."
Ich: "Ah, und du wolltest mich nicht zuerst fragen, ob du da drin herumwühlen darfst..?"
Sie: "Nee, weil du's mir sowieso erlaubt hättest..."

Ich bin echt zu grosszügig...

Sie: "Maannn, ich find' nix, gib du mir was..."

Sie schmeisst mir das Etui hin und guckt mich fast schon böse an.

Ich: "Und was für 'nen Stift willst du?"
Sie: "Einfach irgendeinen..."

Ich reiche ihr den Kugelschreiber und wende mich wieder meiner Arbeit zu. Doch mir entgeht nicht, dass sie bloss den Kulli zwischen ihren Fingern hin- und herdreht und ihn kritisch anschaut. Anschliessend beginnt sie hektisch auf ihm herumzuklicken.

Ich: "Was hast du denn jetz' für ein Problem?"
Sie: "Hmm..?"
Ich: "Was stimmt mit dem Stift nicht..?"
Sie: "Nixxxx... ich hätt' bloss lieber 'nen Bleistift.."
Ich: "Hättest es mir ja gleich sagen können..."
Sie: "Jaaaa, mit Stift meine ich IIIIMMMMEEER Bleistift."
Ich: "Nee, tust du nicht..."
Sie: "DOOOCH, Mann, du hast keine Ahnung..."
Ich: "Schön, kriegst du..."

Ich will ihr gerade einen reichen, als-

Sie: "Nee, ich will keinen mit 'nem Gummi hintendran! Und auch keinen Minenbleistift..!! Einfach einen GAAAAANNZ NORMALEN..! Und wenn du 'nen roten hast, dann am besten den, aber es gehen auch andere Farben... also, wenn du keinen roten hast, gibst du mir einfach irgendeinen... aber rote sind eigentlich am besten... eigentlich ist alles, was rot ist, am besten..."

Ich knalle ihr den einzigen Bleistift hin, der ihren Anforderungen gerecht wird (und er ist sogar durch und durch ROT.)

Ich: "Zufrieden...?"
Sie: "Jaaaaaaa, genauso einen wollte ich!!Jaaaah!" (...)

Als ich mir endlich Ruhe erhoffe, da wir die ganze Arbeit sonst schön zu Hause erledigen können, schnappt sie sich plötzlich auch noch mein Lineal...

Sie: «Weisst du, wie lang dein Bleistift ist?»
Ich: «Was..? Ahh, das ist mir jetzt sowas von-«
Sie: «NEEUUN Komma sechs Zentimeter.. vielleicht auch weniger... nein, neun Komma fünf...»
Ich: «Ja, schön.»
Sie: «Nicht schöööön, das ist viiieeel zu lang..! Hast du denn keine Bleistiftstummel?»
Ich: «Nee, die hab ich wohl weggeschmissen....»
Sie: «MAAAANNNN, du bist sooo blöd, hättest sie ja mir geben können!! Ich sammel' die!!!»
Ich: «Jaa, hättest halt fragen sollen...»
Sie: «AHH Mann, manchmal hasse ich dich wirklich...»

Die nächsten Minuten lässt sie mich tatsächlich in Ruhe. Als ich schliesslich noch guten Mutes zu ihr hinüberblicke und ihr beinahe leeres Blatt angucke... DIE HAT ALLEN ERNSTES MEINEN NEUN KOMMA FÜNF ZENTIMETER LANGEN UND NOCH GUT BRAUCHBAREN BLEISTIFT IM MUND!

Ich: «MANNNN, was machst du da? Nimm sofort den Stift da raus!!»
Sie: «Was hab' ich jetzt wieder falsch gemacht..?»
Ich: «Kaauu nicht auf meinem Bleistift rum!!»
Sie: «Ohh, sch*****, sorry, vergessen... hab' gedacht, das sei meiner...»

Sie schmeisst den Bleistift auf mein Blatt, der an einem Ende vollkommen angefeuchtet ist. Die hat nicht nur leicht darauf herumgekaut, die hat regelrecht hineingebissen!

Ich: «Gooottt, den kannst du haben, ich will ihn nicht mehr...»
Sie: «Aaah, Mann, reg dich nicht auf, du weisst ja, dass ich auf allen Stiften herumkaue...»
Ich: «Jaaa, auf allen BLEIstiften, die keine Minen brauchen und hinten keinen Gummi haben...»

Sie: «Jaa, bei den anderen kann man nicht reinbeissen...»

(...)

Das alles hätte ich noch halbwegs hingenommen, wäre sie später nicht noch damit gekommen...

Sie: «Siehst du, HÄTTEST du noch BLEISTIFTSTUMMEL gehabt, hättest du mir einen geben können... und der wäre so klein gewesen, dass ich nicht hätte hineinbeissen können... und wenn ich in den Mund genommen hätte, wäre ich vielleicht dran erstickt, und dann wärst du glücklich gewesen... Tjaaa, das kommt davon, wenn man keine Bleistiftstummel mag..!!! STUMMEL HELFEN HALT!!»

Ihre Logik haut mich manchmal wirklich um.

22.4.08 20:35


A pari

Nachdem ich letztens drei durchaus angenehme Tage in Paris verbracht habe, sollen die natürlich auch nicht unerwähnt bleiben.

Insgesamt war der Kurztrip durchaus lohnenswert, obwohl ich anfangs nicht so angetan von der Idee war. Schliesslich entstand diese Reise bloss aus einem „Kommt, wir machen mal wieder was als Familie“ – Geistesblitz meines Vaters. Weshalb er dafür ausgerechnet Paris ausgewählt hat, ist mir immer noch schleierhaft. Schliesslich wird dort französisch gesprochen – eine der wenigen Weltsprachen, von der er so ziemlich keine Ahnung hat und auch nicht haben will (stets mit der Ausrede, er wolle sich dieses Gebrabbel doch nicht antun).

So waren meine Schwester und ich die Einzigen, die wenigstens etwas an Sprachkenntnissen mitzubringen hatten, während mein Vater sich mit seinem gar nicht mal so schlechten Englisch durchzuschlagen versuchte, und – wenn gar nichts mehr ging – einfach nur noch „si, si“ stammelte. (Weiss Gott wieviele Male wir ihm schon eingeschärft haben, dass er dann doch wenigstens „oui, oui“ vor sich hin murmeln soll...)
Meine Mutter wollte sich selbst nicht besonders in den Vordergrund rücken, da ihre Französischkenntnisse nach all den Jahren ziemlich eingerostet und ihr Englisch beinahe unverständlich ist.

Die erste Szene ereignete sich bereits kurz nach unserer Ankunft im Hotel, als wir alle sichtlich gereizt von der Reise möglichst in Ruhe gelassen werden wollten. Meine Schwester hackte mal wieder munter auf meinem Vater herum und meinte, er würde doch mit seinem Englisch auch nicht immer weit kommen, wenn er doch kein Wort Französisch versteht.
In der Zwischenzeit starrte meine Mutter leicht verunsichert das ausziehbare Sofa an. Anschliessend durchsuchte sie alle Kommoden und Schränke nach möglichen Bettbezügen, und meinte schliesslich, wir müssten nach Bettbezügen fürs Sofa fragen, wenn wir darauf schlafen wollten.

Gesagt, getan. Dass mein Vater ja ohne meine Schwester und mich ja wunderbar allein klar kam, wollte er uns nun beweisen, und machte sich auf den Weg in die Hotellobby, wo er auf Englisch an der Rezeption Bettbezüge forderte.

Einige Minuten später kam er in Begleitung eines afrikanischen Zimmermädchens zurück. Dieses stellte sich ins Zimmer und fing plötzlich munter auf Französisch an zu plappern, während mein Vater verunsichert hinter ihr stand. (Die Frau war auch etwa halb so gross, aber dafür doppelt so breit wie er.)

Sie: Sie haben nach Bettbezügen gefragt..?

Mutter: „Oui.. Oui...“
Sie: „Nun, hier im Schrank hätten Sie noch ein paar Laken...“

Sie geht zum Schrank und holt die Laken heraus, die sie mit fragendem Ausdruck im Gesicht meiner Mutter zeigt.

Mutter: Non.. non...“ (deutet aufs Sofa)
Sie: „Na ja.. ich weiss nicht, ob sie noch mehr haben können, Sie haben doch genügend Bettwäsche... und die wechseln wir täglich... Wofür brauchen Sie sie denn?“
Mutter: „Ähh...Oui...“

Sie (deutet aufs Bett): Das ist alles schon bezogen... was brauchen Sie noch genau? Kissen hat es auch genug, denke ich...“
Mutter: „Oui... mais... SOFA... pour les enfants...“ (wiii... mee... SOFA… pur les oofonz… )

Sie : «Die sind doch auch schon bezogen… »
Mutter: „Ähh... ja...oui...“
Sie: Was brauchen Sie denn noch?

Mutter: „Ouii, pour les enfants...“ (wackelt mit der Hand über dem Sofa herum)

Das Zimmermädchen geht zum Sofa und klappt es aus. Siehe da – es ist bereits bezogen.

Sie: Sehen Sie – es ist alles schon-
Mutter: „AAHH, AHHH, OUIII... OUIII.... MERCI... MERCII....“

Nicht nur, dass wir am Ende wie Vollidioten dastanden, die sich sofort beschwerten, ohne überhaupt richtig nachgeguckt zu haben... nein, meine Mutter behauptete nachher auch hartnäckig, sie hätte alles verstanden, was die Frau ihr gesagt habe...

Na ja. Wenigstens kriegen wir immer, was wir auch verlangen. Egal ob wirs verstehen oder nicht.

17.4.08 11:03


Zugemüll(er)t

Seit Neustem bin ich freitags immer gezwungen, meine zweistündige Mittagspause mit zwei äusserst aufdringlichen und vorlauten Klassenkameradinnen zu verbringen, da sie die Einzigen sind, denen freitags die Zeit ebenfalls nicht dazu ausreicht, den Mittag zu Hause zu verbringen.
Meist vertrödeln wir deshalb die Zeit in der Stadt, wo wir zunächst genüsslich Fastfood schlemmen und ich anschliessend von ihnen von einem Laden zum nächsten gezerrt werde.

Nachdem wir uns also bei McDonalds bereits die Bäuche vollgeschlagen hatten und die beiden bereits sämtliche Klamottenläden durchwühlt und in Unordnung gebracht hatten, dachte ich schon, ich hätte diesen Ausflug endlich hinter mich gebracht – und so schlimm sei es diesmal gar nicht gewesen.

Ich muss nämlich erwähnen, dass ich mir mit den beiden immer so vorkomme, als seien wir ein richtig asozialer Haufen. Schliesslich lagern die beiden sämtlichen Müll in den Umkleidekabinen ab, bauen Türme aus Pommes (...) fangen grundlos an zu kichern und schreien unsinniges Zeug durch die Gegend, damit sich die Leute ja schön nach einem umdrehen.

Es hätte nicht anders kommen können – die nächste Szene bahnte sich schon an, als eine der beiden beschloss, noch kurz bei MÜLLER vorbeizugucken, weil es dort «voll das geile Schminkzeuch' un' sooo» gibt.

Also betraten wir den Laden – die eine Kameradin mit einer halbleeren Energy Drink-Dose, die sie die ganze Zeit scheinbar nervös schüttelte; die andere noch mit einem Döner in der Hand, aus dem die Sosse nur so tröpfelte.


Die erste Anlaufstation ist (wie könnte es anders sein...) die durchaus grosse Schminkabteilung.

A: «HEEJJJJJJJ... guckkKK mAAA.. diesen Lipgloss hatt ich maa'...»
B: «Welchen..? ZEIG MAA'!»

A schnappt sich den Lipgloss und versucht mit aller Mühe ihn aufzukriegen.

A: «Ohhh f***, das Sch***-Ding geht jetz' nich' auf... mach du MAA'..»

Sie schmeisst mir den Lipgloss an, der jedoch zu Boden fällt und unters nächste Regal rollt. Sie schnappt sich einfach den nächsten, während ich mir sicher bin, dass es die Verkäuferin gesehen hat.

Ich: «Den krieg' ich so nicht auf, da muss man zuerst das Ding da abknibbeln... hat's denn keinen Tester..?»
A: «Doch, klaaa', hier.»
Ich: «Jaa, dann probier doch den aus...»
A: «Biste BLÖD!? Weissu nich' wer den schon alles abgeleckt hat und jetz' soll ich den ausprobieren!?»

Ich erspare ihr den Vortrag darüber, dass Tester eben dazu da sind, damit die Leute nicht einfach jede Packung abreissen, an der sie gerade mal 'ne halbe Minute Interesse finden – schliesslich hat sie mittlerweile ihren Lipgloss aufgegeben und wendet sich den Nagellacken zu. Die Verkäuferin wird langsam durch den Geräuschpegel unserer Unterhaltung auf uns aufmerksam – dazu kommt noch, dass die Sosse aus B's Döner weiter nur so auf den Boden tropft...

A: «Boah, ey, hier hat's so hässliche NagellackssSSS...wer malt sich denn die Finger freiwillig so knallorange an!?.. MMAANNN, ich brauch dieses weisse Zeug zum die Nagelspitzen weiss anmalen... aber das hats hier nicht...»

A streift weiter durch die Regale, B hat weiter mit ihrem Döner zu kämpfen. A findet schliesslich das 'Nagelspitzenweiss', das sie gesucht hat.

A: «Hiiiieeerrr... na endlich... ah, Mensch, ich kanns mir selber nicht hintun.. MAAANN, wieso kann man hier nirgends sitzen!?»

...

A (zu B): «DU machst's mir jetzt! Nur einen Nagel, das reicht, ich will nur sehen wie's aussieht.»

B deutet mit vollem Mund auf ihren Döner, so dass ich schliesslich beauftragt werde, ihr den Nagel weiss anzumalen. Sie hält mir ihre Hand hin.

A: «Boaaaah, ey, bissss' du langsam...»
Ich: «Jaa, sorry, vielleicht ist's im Stehen nicht so einfach, vor allem, wenn deine Hand noch so zittert. Halt mal still.»
A: «Waaaas, ey, ich zitter' gar nicht...»

Sie zieht plötzlich ihre Hand weg, so dass das Zeug über ihren ganzen Nagel verschmiert.

A: «AHHHH, MAAANN, guck, was du jetzt gemacht hast...!!»
Ich: «Jaaah, wer hat denn hier die Hand einfach so weggezogen..!?»

A: «Jaaa, ich hab gedacht, du wärst fertig..»
Ich: «War ich aber nicht...!»
A (betrachtet ihren Fingernagel): «Jaa, ist ja auch egal... Es hält sowieso nich' so gut, weil ich sie vorhin mit Tipp-Ex angemalt hab, aber das geht nicht mehr weg... ahh, halt, egal...»

So ziehen wir weiter durch den Laden, stehts unter heimlicher Beobachtung dieser Verkäuferin. Als A diese plötzlich bemerkt, kommt sie auf die Idee, dass sie ja ihre halbleere Energy Drink-Dose entsorgen könnte...

A: «SIIIEEE, SIIIEEEEEEEEEEEE DA! Hat's denn hier nirgends 'nen Mülleimer...?»

Jaa, in Geschäften stehen ja auch oft so Mülleimer an jeder Ecke herum...

Verkäuferin: «Nein, hier haben wir keinen, aber es hat hinten einen.»
A; «Schön, können Sie dann das für mich wegschmeissen... bitte?»

A hält der Verkäuferin die Dose hin.

Verkäuferin: «Hmm, so kann ich sie nicht wegschmeissen, da ist ja noch jede Menge drin...»
A: «Jaah, ich weiss, aber ich mag nicht mehr... Sie können's aber trinken, wenn Sie wollen...»

A lässt die Verkäuferin verdattert mit der Dose dastehen und wir schlendern weiter zur Parfümabteilung, wobei ich möglichst so tue, als würde ich nicht zu den beiden gehören. (B wird mit ihrem Döner auch immer noch nicht fertig...)

A: «AAHH, ich hatte mal ein Parfüm, das hat sooooooooo fein gerochen, aber ich hab keine Ahnung mehr wie's heisst...»
Ich: «Jaa.. hier hat's genug viele, vielleicht findest du's ja... wie sah's denn aus?»
A: «Weiss ich auch nicht... es war so 'ne GANZ durchsichtige Flasche, und die Packung war rosa...»

Eine unglaublich hilfreiche Angabe, wenn man vor einem ganzen Regal voller Frauenparfüms steht, wovon bestimmt drei Viertel rosa sind.

A: «Hmm, ja, vielleicht erkenne ich's ja wieder, wenn ich's rieche...»
Ich: «Aah, und jetzt willst du alle ausprobieren oder wie..?»
A: «Jaaa, wieso nicht? MAAANNN, aber ich brauch diese Streifchen...»
B: «Waasss'n für Streifffchen?»
A: «So Streifchen zum Draufsprühen und dann dran RIIEEECHHHEENN..»
Ich: «Hiieeerr, da hast du sie zu hunderten, nur ruhig...»

A läuft begeistert zum Regalrand, wo die Teststreifen aufgetürmt sind. Und – wie üblich – kann sie nicht wie ein normaler Mensch nach dem obersten Streifen greifen, sondern zieht den untersten raus, so dass der ganze Stapel umfällt und alle Papierstreifen auf dem Boden landen.

A: «AAAHHH, sch***** verdammt..! Ich wollt' nur eins nehmen und dann fällt ALLES RUNTER!»

Ich knie mich neben A und helfe ihr, die Streifchen wieder aufzusammeln, während B scheinbar unbeteiligt danebensteht, während die Leute schon gaffen...

Ich: «Hmm, ja, klar, musstest auch unbedingt den untersten rausziehen...»
A: «Was, ey...? SCHON WIEDER BIN ICH SCHULD!!! Soll ich etwa nach dem obersten greifen, den schon jeder angefasst hat!?»
Ich: «Also, die obersten sahen noch ziemlich unbenutzt aus, und den ganz untersten hättest du jetzt auch nicht nehmen müssen...»
A: «JAAA, das ist aber VOLL UNHYGIENISCH! Die Leute halten die sicher in ihren dreckigen Fingern und dann sprühen sie sie mit Parfüm voll und legen sie wieder zurück...»

Selbstverständlich, deshalb sind die ja alle auch so schön aufgetürmt, obwohl sie ja jeder bereits benutzt hat...

Ich: «Na ja, die Leute haben anschliessend sicher auch Freude an den Streifen, die du grad so schön in deiner Hand zerdrückst...»

A will etwas entgegen, schweigt jedoch. Stattdessen schaut sie sich unsicher um und schiebt anschliessend die Streifen alle (unbemerkt?) unter ein Regal.

Anschliessend beginnt eine äusserst nervenaufreibende Suche nach ihrem «absoluten LIIEEBLINGSPARFÜM», die jedoch erfolglos endet. Stattdessen ersticke ich anschliessend beinahe selber in meinem eigenen Geruch, da sie mich von oben bis unten mit Parfüms eingesprüht hat, die sie mal riechen wollte. (Da keine Teststreifen mehr da gewesen sind und wir beide zusammen ja nur vier Handgelenke haben, muss man sich den Duft auch mal woanders hinsprühen um ihn dann riechen zu können.)

((B haben wir leider nicht einsprühen dürfen, da das einen Einfluss auf den Geschmack ihres Döners hätte haben können.))

Schliesslich landen wir aus unerklärlichen Gründen bei all den wohlriechenden Männerdüften, die A nun auch mal unbedingt ausprobieren muss.

A: «BOOAAHH, EY, ich LIIIEEEBBEEE Männerparfüms... die riechen sogar noch feiner als die für Frauen... meine Güte...»
Ich: «Na ja, ist ja auch normal, die müssen ja für uns auch anziehender wirken...»
A: «Jaaa, aber trotzdem..! VIEEELL FEINER!! Riech mal das!»

Sie sprüht mir den Duft mitten ins Gesicht...

Ich: «Öhh.. ja.. riecht gar nicht so übel...»
A: «Findest du den gut?»
Ich: «Hm, ja, schon.»

Sofort sprüht sie sich mit der halben Flasche ein.

Ich: «ÄÄhh... wenn ich meine, dass das gut riecht, sollst doch DU dich nicht damit einsprühen..?»
A: «Wieso nicht?»
Ich: «Weil... das.. vielleicht... ein Männerparfüm ist..?»
A: «Jaa, und...?»
Ich: «Ach, nichts...»

Nach einer knappen Stunde verlassen wir das Geschäft – und kein Mensch kann sich vorstellen, wie erleichtert ich in diesem Moment bin, vor allem, als ich endlich frische Luft einatmen darf.

Als wir schliesslich im Bus sitzen, auf dem Weg zurück zur Schule, nimmt A plötzlich einen Teststreifen aus ihrer Jackentasche hervor und drückt ihn sich an der Nase platt.

Ich: «Was is' das jetzt..?»
A: «.. 'ne Mischung aus AAAALLLLEENN Männerparfüms.. boah, riecht so fein.. willsu' mal riechen?»
Ich: «Ehh.. nein, danke.»
A: «.. hast du gewusst, dass wenn man zu viel Parfüm einatmet, dass man ohnmächtig werden kann?»
Ich: «Na ja, mir ist ja schon jetzt schlecht... Und du willst jetzt ohnmächtig werden, in dem du jetzt die ganze Zeit an diesem Streifen riechst oder wie?»
A: «Nee, da ist zu wenig drauf um ohnmächtig zu werden. Aber es ist cool, wenn einem so halb schwindlig wird...»

Jaa, unglaublich cool...

An dieser Stelle noch einen herzlichen Dank an die Verkäuferin bei Müller, die so freundlich war, uns nicht aus dem Laden zu schmeissen, was ich an ihrer Stelle bestimmt getan hätte.

5.4.08 19:50


Osterfreuden

Wie jeden zweiten Samstagmorgen musste ich mich auch heute wieder aus dem Bett quälen und mich in aller Frühe zum Religionsunterricht schleppen, der hier aufgrund der vielen verschiedenen Religionen nicht mehr an der Schule unterrichtet wird. Stattdessen hat unser kroat. Priester am anderen Ende der Stadt einige gut isolierte Kellerräumlichkeiten gemietet, in denen er bedenkenlos all seine Schüler in der grösstmöglichen Lautstärke anschreien kann.

So wird jede Religionsdoppelstunde zu einem einzigen Desaster – nicht nur, weil sich dort fast ausschliesslich unreife und geistig leicht zurückbliebene, pubertäre Idioten einfinden, sondern auch, weil Samstagmorgen halt einfach Samstagmorgen ist.

Auch der Anfang dieser Stunde versprach nichts Gutes – als der Priester feststellte, dass wohl wieder die Hälfte von uns an einem Samstagmorgen lieber genüsslich ausschlief als sich sein Gesülze anzuhören, begann er mit seinem altbekannten Vortrag über Verantwortung und Unfähigkeit und wollte alle Abwesenden nächstes Mal so richtig in die Mangel nehmen. Bald darauf wechselte er jedoch das Thema, liess uns unsere Bücher aufschlagen und predigte über Gott und die Welt und liess uns von einer Seite zur nächsten blättern.

Irgendwann fiel ihm auf, dass anscheinend alle ihre Hefte, Etuis, Blätter und auch Fingernägel viel interessanter fanden als seine Predigt, so dass er beschloss, alle aus ihrem Halbschlaf herauszuholen.

Er deutete auf einen Kerl, der gerade mit seinem Nachbarn eine hitzige Diskussion führte.

Lehrer: «DUUU!»

Hier ist anzumerken, dass er eigentlich immer alle «DU» nennt, da er die Namen immer durcheinander bringt.

A: «Ich?»
Lehrer: «NEEEIIINN, dein Kollege nebendran!»
B: «Hm?»
Lehrer: «Wenn jemand einen etwas fragt, sagt man nicht «hm»!!!»

Stille.

B: «Ehm.. ja.. bitte?»
Lehrer: «Wie langt dauert die OSTERZEIT!?»
B: «Was?»

Stille.

B: «Ehm... wie bitte?»
Lehrer: «ICH HABE GEFRAGT, WIE LANG DIE OOOOSTERZEIT DAUERT!?»
B: «Ehm....»

B zuckt mit den Schultern.

Lehrer: «AHHH, HERR GOTT NOCHMAL, DAS HABE ICH DOCH GERAAAADE GESAGT! WAS TUT IHR EIGENTLICH, WENN NICHT ZUHÖREN?? DUU, SAG DU IHM WIE LANG SIE DAUERT..»
A: «Ich?»
Lehrer: «Jaa, wer denn SONST JETZT!!?»
A: «Ähm.. ja.. weiss ich jetzt nicht so genau...»
Lehrer: «AHH, VERDAMMT NOCHMAL, SEID IHR EIGENTLICH ZU BLÖD, UM EUCH SO ETWAS ZU MERKEN, HÄ? ÜÜÜBERLEG DOCH MAL, WOZU HAT DIR GOTT 'N HIRN GESCHENKT..!? WANN KÖNNTE SIE DENN ANFANGEN, DIE OSTERZEIT, HM?»
A: «..an... Ostern?»
Lehrer: «JAAAA, FÄNGST' AUCH MAL AN NACHZUDENKEN, HÄ? JAA, UND JETZT WEIIITER, WIE LANG KÖNNTE SIE DENN DAUERN?»
A: «.....weiss doch ich nicht...»
Lehrer: «NEEE, JETZT REICHTS! Ich verzweifel doch hier noch mit euch..! Jaaa, wenn du's nicht weisst, dann ratteee halt..! Bis zu welchem Tag könnte sie denn dauernd, hm? Ist doch auch 'n Feiertag, die müsst IHR KENNEN, VERDAMMT!»
A: «Bis... ähh... Weihnachten..?»
Lehrer: «Weihnachten... WEIHNACHTEN!!? Die OSTERZEIT dauert bis WEIHNACHTEN!?? Seid ihr hier eigentlich komplett bescheuert, hä?»

Stille. Er guckt in die Runde.

Lehrer: «DUU! Dauert die Weihnachts... die Osterzeit bis WEIHNACHTEN!? WEIHNACHTEN!!!?»
C: «Ähm.. nein..?»

Lehrer: «JAA, NATÜRLICH NICHT, MENSCH! HEISST JA AUCH OSTERN UND NICHT WEIHNACHTEN!! Herrgott, wenn ihr schon hierher kommt, dann MACHT WENIGSTENS ETWAS! DENKT NACH! STRENGT EUER VERDAMMTES HIRN AN! Die Osterzeit beginnt an Ostern und endet an PFINGSTEN! FÜNFZIG TAGE SIND DAS, FÜNFZIG! Und der... der kommt mir hier mit Weihnachten... pff... FÜNFZIG TAGE, VON OSTERN BIS PFINGSTEN! DUU, WIEVIELE WOCHEN SIND DAS?»
A: «Ich..?»
Lehrer: «JAA..JJAAAA, DU, EGAL WER! Wieviele Wochen sind fünfzig Tage?»
A: «Ehmm.. vier..?»
Lehrer: «VIER?»
A: «Ehm.. ja..?»
Lehrer: «OOHH, VERDAMMT, WIE KÖNNEN DAS DENN VIER WOCHEN SEIN..?»
A: «Jaa, aber Advent geht ja auch vier Wochen...»
Lehrer: «JAAA, WAS HAT DAS DENN JETZT MIT ADVENT ZU TUN!? Ich will, dass DU RECHNEST! Das ist GANZ – SIMPLE – MATHEMATIK! Fünfzig durch sieben, wieviele WOCHEN!?»
A: «Ähh... aber... das geht ja gar nicht auf..!?»

...

Lehrer: «Aaahh, Mensch, UNGEFÄHR! UNGEEEFÄÄHR!»
A: «Acht... nee... sieben. Sieben und einen Ta-»
Lehrer: «JAAA, SIIIIEEBBEEENNN! SIEEBEN WOCHEN! Die Osterzeit dauert sieben Wochen! Fängt an Ostern an und hört... wann auf? DUU! Wann hört die Osterzeit auf?»
D: «... aaa.. adven.. nee, PFINGSTEN!»
Lehrer: «JAAA, natürlich PFINGSTEN!! Mensch, wofür kommt ihr denn hier überhaupt her, hm? Bringen die euch in der SCHULE ÜBERHAUPT ETWAS BEI!? 'ne Katastophe, wirklich, die reinste Katastrophe..»

*

Irgendwann hat er sich wieder beruhigt, lässt alle armen Schüler schön brav auf ihre Hefte kritzeln und erzählt weiter, bis wir auf das Thema 'Aberglaube' kommen, welcher in der christlichen Religion nichts verloren hat.

Lehrer: «AAABBERGLAUBE.. so ein Stuss aber auch... wenn ihr überhaupt wisst, was das ist... DUU, was ist Aberglaube?»
E: «ÄÄhh.. na ja.. das ist so zum Beispiel, wenn du einen Mann am Kaminputzen siehst, und dann meinst du, das bringt Glück...»
Lehrer: «...? Ach, unter ABERGLAUBE versteht wir all den Mist mit den Teekannen und dem Wahrsagen und die Sterndeutung, und vor allen Dingen für euch diese Horoskope..»
B: «.. dürfen wir denn keine Horoskope lesen?»
Lehrer: «Selbstverständlich NICHT! Das ist alles kompletter MIST! Ihr SELBER entscheidet, was mit euch passiert, und nicht irgendein verblödetes HOROSKOP! IHR DÜRFT EUCH DOCH DIESEN MIST NICHT REINZIEHEN...»
B: «Aber... also.. in meinem Horoskop heute steht, dass ich nicht alles glauben soll, was mir andere Leute erzählen...»


Stille.

Lehrer: «AHHRHGGH, wisst ihr was!? Geht einfach nach Hause, GEHT! Fertig für heute.. GEHT.. geht Horoskope lesen, seid glücklich, kommt an Weihnachten wieder.. was weiss ich.. GEHT EINFACH!»

Wenigstens habe ich heute gelernt, was für eine grosse Sünderin ich bin.
Ich les öfters 'heimlich' Horoskope... nur so... aus Neugier.

29.3.08 16:50


Alle Jahre wieder...

Nachdem mein leicht zerstreutes Tantchen letztes Jahr meinen Geburtstag peinlicherweise vollkommen vergessen und mir kleinlaut eine Woche zu spät gratuliert hatte, wollte sie es wohl dieses Jahr wiedergutmachen und rief überraschenderweise schon heute an – drei Tage zu früh.

Diesmal gab es auch keine Möglichkeit mich vor diesem Gespräch zu drücken, da ich wohl oder übel vor allem in den nächsten Tagen keine andere Wahl haben werde, als all die mehr oder weniger liebgemeinten Geburtstagsglückwünsche entgegenzunehmen.

Ich: «Jaa..?»
Sie: «Ooh, mein *********, wie gehts dir denn? Deine Tante wollte dich nur mal anrufen um dir alles LIIIEEBBEE zum Geburtstag zu wünschen!»
Ich: «Öhh, danke, aber mein Geburtstag ist erst in ein paar Tagen...»
Sie: «Was hast du gesagt, ******?»
Ich: «Ich hab eigentlich erst am Dienstag Geburtstag.»
Sie: «Neeein, meine Kleine, als ich heute im Büro meinen PC hochgefahren habe, habe ich eine Erinnerung erhalten, dass du heute Geburstag hast!»

Also bitte, ich weiss doch wohl selber besser wann ich Geburtstag hab...

Ich: «Dann hast du es wohl falsch eingetragen.»

Stille. Rauschen.

Sie: «NEEEIIIN, das kann nicht sein.»
Ich: «Doch, du hast das falsche Datum eingetragen, heute ist erst der 15..»
Sie: «Aber... warte... neeein, das stimmt nicht, denn hier steht: 15.März - *****, GEBURTSTAG.»
Ich: «Jaa, schon möglich, dass das da steht, aber das stimmt so nicht. Ich hab erst am 18..»
Sie: «Du willst mich wohl auf den Arm nehmen, nicht wahr? Aber mit deiner Tante ist nicht zu spassen, das weisst du schhoooon. Wenn das hier steht, dann stimmt das auch.»

Die Frau macht mich ganz irre. Ich war wirklich kurz davor so zu tun, als hätte ich wirklich Geburtstag, nur damit sie glücklich ist und mich verschont.

Ich: «Neeeiin, ich hab am Dienstag Geburtstag, und du hast das da wohl falsch eingetragen, aber ist ja auch nicht weiter schlimm...»
Sie: «Aber das hab ich da nicht eingetragen, das steht da!»
Ich: «Jaa, dein PC weiss ja wohl nicht von selber, wann ich Geburtstag hab...»

Wieder Stille. Rascheln. Und dann auf einmal...

Sie: «UAHAHAHAHAHHAHAHAHhh, HAT DICH DEIN TANTCHEN REINGELEGT!!!»

Ich erschrecke mich so, dass ich halb vom Stuhl kippe und mich wirklich im letzten Moment noch an der Tischkante festhalten kann.

Ich: «... was jetzt?»
Sie: «NATTTÜÜÜRRLICH weiss ich, dass meine kleine ******* erst am Dienstag Geburtstag hat, aber ich wollte dir schon ein wenig Vorfreude bescheren und wollte natürlich die Erste sein, die dir gratuliert!»

Aha.

Ich: «Ähm... ja... danke.»
Sie: «Naaaa, freust du dich schon auf deinen Geburtstag?»
Ich: «Ähm... ja.»
Sie: «UUUND, hat dir deine Mutter schon 'nen Kuchen gebacken?»

Hier ist anzumerken, dass diese eigenartige Person die Schwester meines Vaters ist und sich nicht ausgerechnet gut mit meiner Mutter verträgt und mich dementsprechend dauernd über diese ausfragt. So stellt sie diese Frage auch bloss, da sie hören will, dass diese mir keinen backt, um einen weiteren Anlass zu haben über meine Mutter zu lästern und ihre Qualitäten als Hausfrau in Frage zu stellen.

Ich: «Noch nicht... aber das wird sie dann schon.»
Sie: «AAHHHH... und was für einen Kuchen wird sie dir denn backen? Oder wirds 'ne groooosse Torte für mein groooosses Mädchen?»

Sie schafft es immer wieder, dass ich mich wie eine Fünfjährige fühle.

Ich: «Das weiss ich noch nicht.»
Sie: «Dann frag sie mal.»
Ich: «Ja, ich werd sie dann fragen.»
Sie: «Ist sie denn nicht da?»
Ich: «Äh... doch.»
Sie: «Dann frag sie.»
Ich: «Äh... sie weiss es noch nicht.»
Sie: «Und wieso weiss sie das nicht..?»

Ich habe plötzlich das eigenartige Gefühl, dass sie sich gerade etwas notiert...

Ich: «Oohhh.. ähmm... mein Vater ist geerraadde durch die Tür gekommen, und ich glaub, er will auch gerade mit dir reden, also... ähm.. danke, byeee...»

Innerhalb von drei Sekunden halte ich meinem leicht verwirrten Vater den Hörer hin und verschwinde in meinem Zimmer.


Es kann sich keiner vorstellen, was für ein überwältigendes Gefühl das ist, so ein Gespräch hinter sich zu haben, und dazu die Gewissheit, dass sie erst in ein paar Wochen wieder anrufen wird.
Wobei ich dann natürlich auch wieder die Möglichkeit habe, mich davor zu drücken.

15.3.08 17:09


Mittagsdesaster

Normalerweise gibt es nur etwas Positives an der Geografiedoppelstunde donnerstags; und zwar, dass gleich danach eine zweistündige Mittagspause angesetzt ist. Wenn jedoch der Lehrer mal wieder findet, er müsse seine Erklärungen noch weiter ausführen, obwohl die halbe Klasse schon ihre Sachen zusammenpackt und die andere Hälfte entweder kichert, schwatzt oder die Pulte anmalt, dann wird selbst der Anfang der Mittagspause reichlich unangenehm. Es bringt nämlich nichts mehr, wenn man wie irre die Treppe runterrennt und sich in der Kantine schnell ein Tablett schnappt, wenn die Schlange bis sonstwo reicht und man sich nicht nach vorne schmuggeln kann, da Mr. Ich-darf-alle-überholen-aber-mich-niemand-Chemieprofessor mal wieder da ist und alle böse anfunkelt, die auch nur in Erwägung ziehen, sich kurz nach vorne zu der einen 'Kollegin' zu drücken, die einem ja immer den Platz freihält...

So beginnt auch schon die zehnminütige Warterei, die einem mit leerem Magen mindestens doppelt so lange vorkommt. Als ich endlich kurz davor bin, mir mein Essen zu holen, werden mir zwei munter schwatzende Damen vor mir zur nervlichen Zerreissprobe.

Koch (oder was auch immer): «Ja, bitte?»
M. 1: «Ja, was jetzt?»
M. 2: «Du musst besstteellöööönn.»
M. 1: «Achh soo... ja, weisst du, bei uns ist das ganz anders... Da muss man erstens nie so lange anstehen und zweitens nicht so hetzen... also... was gibt es denn überhaupt?»

Mal abgesehen davon, dass sie bestimmt fünf Minuten lang beim Schwatzen mit ihrer Kollegin auch einen Blick nach rechts auf die ausgestellten Menüs hätte werfen können, ist das wohl ihre einzig halbwegs berechtigte Frage geblieben.

M. 2: «Weiss ich auch nicht... Ah, warte, guck dort...»
M. 1 (zu einem Burschen weiter hinter mir): «DUUUU, geh maaa' weg, ich will guucckk'n was es giibbtt...»

Der Kerl geht kurz beiseite und lässt sie kurz draufspähen.

M. 1: «AAHH, dann nehm ich mal die Gemüselasagne, bitte.»

Der Koch klatscht ihr ein Stück auf den Teller und reicht ihn ihr.

M. 2: «Ich nehm auch die La-«
M. 1: «IIIhh, was ist denn das für'n Stück, davon wird ja keiner satt..!!?? Bei uns kriegt man wenigstens auch genug, damit man nachher nicht mehr hungern muss!! SIIIIEEE, ich hätte gern noch mehr davon!!»
Koch: «Das geht leider nicht, das sind vorgefertigte Stücke, und ein zweites kann ich dir jetzt nicht geben. Aber wenn nachher noch was übrig ist, kann man immer nachholen kommen.»
M. 1: «Wasss? Neee, dann nehm ich doch lieber das andere!»

Der Koch greift sich genervt ihren Teller und will ihr das andere Menü geben, während ihr ihre Freundin etwas ins Ohr flüstert und sie es sich doch wieder anders überlegt.

M.1: «Neee, NEEE, warten Sie, ich nehm doch die Lasagne!»

So kriegt sie also einige böse Blicke und ihren alten Teller wieder. Ich bestelle mir mein Gericht, während die liebe Madame nun dort angelangt ist, wo sie sich entweder einen Salat oder ein Dessert schnappen soll, das im Preis inbegriffen ist. Sie stellt sich also gleich einen Mischsalat und ein Schokoladenmousse aufs Tablett.

M. 2: «Duu, hast du genug Geld dafür?»
M. 1: «Jaa, wieso?»
M. 2: «Du kriegst nur ENTWEDER einen Salat ODER ein Dessert dazu, aber nicht beides. Das Eine musst du dann noch zusätzlich bezahlen.»
M. 1: «Wassss? Nee, nich' im Ernst, odaa? Bei uns kriegt man IMMER beides dazu..! Ist doch vollkommen selbstverständlich... Oh Mann, was is'n das für 'ne Kacke...»

Genervt stellt sie ihren Salat wieder zurück.

M. 1: «Oder nee, warte, ich will doch lieber den Salat... will heute nicht so ungesund essen, ne?»

Also nimmt sie sich wieder ihren Salat und stellt das Mousse zurück, indem sie jedoch schon mit dem Löffel rumgemischt und auch ein wenig probiert hat. Das entgeht einem zweiten Koch natürlich nicht, als er gerade daran vorbeischreitet:

»SIIE, nee, das können Sie nicht zurückstellen, wenn Sie es schon angefasst haben! Das müssen Sie jetzt nehmen!»

M. 1: «WAAAS!? Eyy, nee, sowas werd' ich mir nicht gefallen lassen... Das ist doch..!»

Vollkommen ausser sich schmettert sie wieder die Salatschüssel zurück und schnappt sich ihr Mousse.

M. 1: «Eure Kantine ist echt beschissen... total.. ich komm nie wieder hierher...!!»
M. 2: «Na ja, ist eigentlich halb so schlimm... Musst dich halt nur daran gewöhnen, dass es hier ein wenig anders bei euch ist...»
M. 1: «Ein wenig SEHR ANDERS!!! Was ist denn in diesem Lasagne überhaupt drin?»

Sie beginnt mit ihrer Gabel in ihrem Essen zu stochern.

M. 1: «Spinat!? Ist das SPINAT!?»
M. 2: «Welches? ... Ah, ja, isses...»
M. 1: «OOOHHH MAANN, ich HASSE Spinat! WIESO IST DENN DA SPINAT DRIN, STAND DAS VORHER IRGENDWO?»

Wie gesagt – wer lieber herumalbert anstatt sich mal die Menükarte anzusehen, der hat halt Pech gehabt.

M. 1: «Ich werd das nicht essseeeennnn... du gibst mir nachher von deinem, klar? Oder wir tauschen gleich!»
M. 2 (von der Idee sichtlich nicht angetan): «Öhm.. ja.. du hast ja gesagt, dass du das hier nicht so magst... oder..? Und das ist ja gar nicht so viel Spinat drin... sieht nur wegen dem Käse nach so viel aus...»
M. 1: «KÄSE? Ist da etwa schon REIBKÄSE drin? Aber... neee... bei uns ist das immer so, dass man sich den später selber drauftun kann! Und was machen sie hier? Sie schmuggeln einem einfach Käse rein, JAA, obwohl man den vielleicht NICHT GERN hat...?»
M. 2: «Jaa, also, man kann sich den im Nachhinein auch draufstreuen, aber ein wenig ist da halt schon drin...»
M. 1: «OOOOHHH MAAAANNNNN! Ich ess das GANZ SICHER NICHT!»

Das restliche Rumgeblaber und das ewige Münzenabzählen an der Kasse ist für mich immer noch so belastend, dass es zu schmerzlich ist, noch davon zu berichten.

Ansonsten soll sie nächstes Mal gefälligst in ihrer blöden Kantine bleiben, wenn da ja sowieso alles SO VIEL BESSER ist!!!
7.3.08 11:16


bunterkunt

Nachdem meine Pultnachbarin in einer ermüdenden Kunstdoppelstunde eine sehr vernichtende Kritik bekommen hatte, wollte sie einen neuen Versuch wagen und versuchen, die Aufgabenstellung diesmal zu erfüllen.

So begann sie, sich im Vorfeld alle Farben aufzuschreiben, die sie brauchen wollte, um sicherzugehen, dass sie am Ende genug Kontraste in ihr Bild eingebaut hatte.

Während sie sich also daran machte, eine ellenlange Liste von allen möglichen Farben zu erstellen (während ich mich fragte, was das für ein buntes Wirrwarr werden sollte), malten wir alle munter an unseren 'Kunstwerken' weiter. Es schien sie jedoch zu irritieren, dass sie die Einzige war, die über einem Blatt Papier brüten und sich gewisse Farben notieren musste.

Schliesslich lastete auch noch ein zusätzlicher Druck auf ihr – sie konnte immer noch nicht verkraften, dass ihre letzte Arbeit, die sie im Nachhinein zu Hause fertiggestellt hatte, von den anderen mit «Deine Mama kann aber schön zeichnen..!» kommentiert worden war.

So ging das allerhöchstens zwei Minuten, bis sie das alles in ihrer Verzweiflung und leichter Hyperaktivität nicht mehr ertragen konnte und mich wieder anzustupsen begann. (Gott sei Dank fuhr ich gerade nicht mit dem Pinsel übers Blatt, sonst hätte das noch böse enden können.)

Sie: «Maaaannnn...»

Pause.

Sie: «MMMaaaaaannnnnn...»
Ich: «Was jetzt!?»
Sie: «Erstens, du musst dich umdrehen, wenn ich dich anstupse und 'Maaannn' rufe und zweitens, mir fallen keine Farben mehr ein. Sag mir ein paar, los!»
Ich: «Jaaah, ich kann dir hier nicht wahlos Farben nennen, ich weiss gar nicht, was du malen willst...»
Sie: «Jaah, das weiss ich auch nicht.»
Ich: «Ach, und dann wirst du einfach versuchen, all diese Farben in einem Bild unterzubringen oder wie?»
Sie: «JJAaaaah, ich brauch jetzt aber VIELE gute Farben und VIELE gute Kontraste!»
Ich: «Was heisst hier 'gut'?»
Sie: «AACHHHH, hilf mir, du ********, guck mal wie weit du schon bist, und dann laberst du mir hier so blödes Zeug...»
Ich: «Okkayy, ruhig, also... zeig mal was du schon hast.»

Sie schmeisst mir ihr Blatt rüber, welches ich gleich überfliege und schon ziemlich grinsen muss.

Ich: «Was ist denn bitteschön 'stimorolgrün'?»
Sie: «Das ist das Grün da von der grünen Stimorol-Packung.»
Ich: «AAHHH... und 'orangenorange'?»
Sie: «Orange wie 'ne Orange, und nicht irgendwie dieses hässliche hellorange oder so...»

Ich: «Okay, aber du weisst, dass sie wieder meckern wird, wenn du ihr so 'ne Liste zeigst... Du sollst den Farben nicht eigene Namen geben. Und Terracotta hast du falsch geschrieben... Aber sonst ist's gut.»
Sie: «EJJ, was juckts mich, was die Frau da denkt..? Und du musst auch aufhören zu klugscheissern...»
Ich: «Ich staune ja selber drüber, wieviele Farben du kennst... Sogar eine, die ich nicht kenne...»
Sie: «Wirklich? Welche?»
Ich: «Porto... Was ist denn das für eine?»
Sie: «Du weisst nicht, was PORTO ist?»
Ich: «Äh, also ich kenns nur als Stadt, aber ich hab keine Ahnung, was das für eine Farbe sein könnte...»
Sie: «JAAAAAHH, ENDLICH WEISS ICH MAL WAS, WAS DU NICHT WEISST!»

Die Leute drehen sich zu uns um, die Lehrerin bittet uns, möglichst still weiterzuarbeiten.

Ich: «Schön, und was ist das jetzt für eine Farbe...?»
Sie: «So ein Rot...»
Ich: «Hmm... hell, dunkel..?»
Sie: «Ziemlich dunkel, so wie weinrot...»

In diesem Moment hat's bei mir so richtig 'KLICK' gemacht, und dann konnte ich mit Grinsen wirklich nicht mehr aufhören...

Sie: «WAAAS, WASSS JETZT?»
Ich: «Ach, Mensch, das heisst auch ganz anders...»

Ich schreibe es ihr aufs Blatt.

Ich: «Das soll BORDEAUX heissen, nicht?»
Sie: «Ejj, was ist denn das jetzt für'n Stuss, ich mein schon die FARBE, ja?»
Ich: «Jaah, die Farbe heisst bordeaux und nicht anders...»
Sie: «Ah, wirklich?»
Ich: «Jaaah.»
Sie: «Ahh, scheisse... JETZT GIB MIR 'NEN GUMMI, ICH MUSS DAS JETZT AUSLÖSCHEN!»

So nahm ein langer Dienstag doch noch ein einigermassen vergnügliches Ende.

4.3.08 17:12


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