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Nichts ahnend betrat ich eines schönen Ferientages die Hightech-Küche in der Villa meiner Tante, als sich gerade meine 9-jährige Cousine an mir vorbeiquetschte und schon wegwollte. In den Händen hielt sie jedoch eine Art Massbecher, der zur Hälfte mit etwas gefüllt war (wovon ich mit 99.99-prozentiger Sicherheit sagen kann, dass es sich um Cola handelte).

Ich: „Wart mal... was machst du da?“
Sie: „Ich trinke, oder siehst du das nich???“
Ich: „Und wieso trinkst du bitteschön aus diesem Ding da?“
Sie: „Aus welchem Ding?“
Ich: „Ja, aus diesem Massbecher, oder was das auch immer ist...“

Sie schlürft ein wenig Cola.

Sie: „Einfach, weil es keine Gläser mehr hat.“

Ich packe sie von hinten und ziehe sie mit in die Küche.

Ich: „Wo hat’s hier bitteschön keine Gläser mehr?“
Sie: „Jaa, es sind alle dreckig.“

Ich blicke zur Spüle, in der bestimmt zwanzig leere Gläser stehen.

Ich: „Mein Gott, da sind eh die meisten deine und da war ja sowieso überall nur Cola drin, brauchst nur eins zu nehmen und halt kurz zu spülen, wenn’s dich stört...“
Sie: „Jaa, ich kann das nicht...“
Ich: „Jaah, ist verdammt schwer, ’ne?“
Sie: „JAA, meinst du, ich trinke daraus, wenn sie alle da reingespuckt haben?“
Ich: „Wer hat reingespuckt?“
Sie: „Jaaah, weiss ich auch nich’, aber die sabbern alle beim Trinken und Sabber kann man nicht einfach so auswaschen...“

Ich: „Ich geb’ dir gleich deinen Sabber, was für Sabber... trink halt aus deinem eigenen Glas, merk’ dir welches deines ist, und nimm nicht dauernd ein Neues...“

Sie: „Jaa, ich kann’s mir nicht merken, wenn alle gleich aussehen..“
Ich: „Dann tu’s irgendwohin, damit du nachher weisst, dass das deins ist...“
Sie: „Ja, wenn ich’s irgendwo hintue, dann wascht ihr’s alle nachher ab...“
Ich: „JAA, wenn hier keiner abwaschen würde, würdest du am Ende aus ’ner Pfanne trinken!!“

Sie zuckt bloss mit den Achseln und will weggehen.

Ich: „WIESO hat’s in der Spüle so viele Schnapsgläser!?“
Sie: „Jaa, ich hatte zuerst diese genommen, aber da passt zu wenig rein, dann hab ich das hier gefunden... aber ich trinke jetzt nicht mehr aus diesen, die kannst du abwaschen... wenn du willst...“

...

Sie: „WAAAS, du hast doch auch gesagt, dass ich nicht mehr aus der Flasche trinken darf...“

Nächstes Mal kriegt jeder sein eigenes Glas mit einer FETTEN Ettikette mit seinem Namen drauf, und dann sollen sie zusehen, wie sie damit klarkommen.

17.8.08 17:36


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Ungerechte Welt

Wieso muss derjenige, der schnarcht, immer als Erster einschlafen!!?

Schlaflose Nächte sind ja ausgesprochen toll...

12.8.08 20:32


Fremdschämen in Extremform

Was solls; einen weiteren freien Nachmittag kann man auch mal mit „Freundinnen“ im Kino ohne fatale Folgen verbringen – denkste.

Wir vier betreten den Kinosaal, und setzen uns vor eine Frau im Rollstuhl, der alle Extremitäten fehlen. Meine „Freundin“ scheint ganz angetan davon, kann den Blick nicht von der Frau abwenden und ich flüstere ihr zu, sie solle gefälligst nicht mehr gaffen. Da beugt sie sich zur anderen rüber und meint zu ihr vermutlich etwas wie: „Guck mal, die Frau hinten uns hat keine Arme und keine Beine!!!“

Diese fängt auf einmal laut an zu lachen und schreit durch den halben Kinosaal: „Jaaahh und, ich hab auch keine Arme an den Beinen!!“

Ich haue ihr an den Arm, sie ruft „AAHH!“, haut mich zurück. Da dreht sie sich um, sieht die behinderte Frau, merkt, dass sie das wohl falsch verstanden hat. Doch anstatt ihr Fehlverhalten zu realisieren, grölt sie „UPPPS!!“ und lacht weiter.

Braucht das überhaupt kommentiert zu werden!?

8.8.08 18:54


Geldfresserei

Wer kennt sie nicht, diese fürchterlichen Automaten auf jedem Jahrmarkt, gefüllt mit einer Menge Plüschtierchen und –herzchen, in die man mit einem Greifarm eintauchen kann, um sich dann hoffentlich den gewünschten Plüschfreund zu schnappen – bloss dass das beinahe unmöglich ist.

So schlendern wir an einem wunderschön kühlen Abend über den Platz, als meine jüngere Cousine mich urplötzlich am Arm packt und zu diesem verteufelten Automaten zerrt, während ich schon nichts Gutes ahne.

Cousine: „Aaahh, ich will den da!“
Ich: „Welchen?“
Cousine: „Diieeesen süüüssen Hund da mit dem Herzchen-Armband, den dort hinten!“

Ihr süüüüssses Hündchen sichte ich sofort, da es das einzige Plüschwesen ist, das halbwegs nach etwas aussieht, was einem Kind gefallen könnte. Rundherum befinden sich lauter unglaublich hässliche dunkelgrüne Frösche und eigenartige Enten mit ungewöhnlich kleinen Augen.

Entweder haben andere Besucher all die „süüüsssen“ Plüschtierchen schon aus dem Glaskasten herausgeholt – oder das Ding wird absichtlich mit möglichst hässlichen Objekten gefüllt, so dass man so lange probiert, bis man seine Plüschperle hat, da alles andere nicht brauchbar ist.

Ich: „Aaachh, ich hab kein Kleingeld mehr... und ausserdem kriegst du den mit diesem Greifarm sowieso niee..“
Cousine: „Doooooch, letztes Mal auf dem Jahrmarkt hab ich so einen Bären BEIM ERSTEN VERSUCH gekriegt! Biiiiittteee...“

Gut, ich will ja keine Spielverdeberin sein, so dass ich fünf Kuna (um die siebzig Cent) in den Automaten schmeisse, während sie voller Begeisterung den Joystick umpackt. Schliesslich fährt der Greifarm hinunter, kommt sogar mit dem Hündchen in Berührung – greift jedoch trotzdem ins Leere. Und als ob ich es nicht erwartet hätte, kommen dann die „Noch einmal, nur noch einmal!!“-Rufe.

Na schön. Die zweite Münze plumpst in den Automaten, wieder fährt sie mit dem Greifarm hin und her und versucht ihn möglichst über dem verdammten Hund zu positionieren.

Cousine: „Ist’s so gut?“
Ich: „Hmm... jaah, noch ein wenig weiter nach hinten... ja, versuch’s so.“

Wieder fährt der Greifarm nach unten, streift das Hündchen, erwischt jedoch trotzdem nichts.

Ich: „Aaah, komm, wir gehen, das wird eh nichts...“
Cousine: „DOOOOCH, noch einmal, das hier war nur deine Schuld!!! Es wäre PERFEKT gewesen, wenn ich nicht NUR WEGEN DIR noch ein wenig nach hinten gefahren wäre!“

Schliesslich lasse ich mich zu einem dritten Versuch überreden und muss schon nach Kleingeld graben, dem ich schon hinterher trauere, als es der Automat schluckt. Die Kleine herrscht mich an, ich solle jetzt „gefälligst die Klappe halten“, da ich sonst wieder alles versaue, so dass ich sie machen lasse. Und siehe da – kurze Zeit später fällt tatsächlich ein Tierchen durch den Schacht. Jedoch nicht ihr geliebtes Hündchen, sondern einer dieser wahrlich eigenartigen Frösche.

Ich: „So, jetzt hast du ein Tier, wir gehen!“
Cousine: „WAAAS, NEIIIN, ich will nicht diesen KOTZHÄSSLICHEN FROSCH, ich will den HUUUUUUUNNNDD!!“

Sie fängt an rumzuschreien und meinen Arm zu zerkratzen, bis ich klein beigebe, weiteres Kleingeld in diesem blöden Automaten schmeisse und es selber versuche – erfolglos.
Aus unerklärlichen Gründen lasse ich mich dazu hinreissen, es noch drei, vier Mal zu versuchen – und der Hund landet tatsächlich einmal im Greifarm, schafft es jedoch nicht bis zum Schacht.

Schliesslich müssen wir resigniert aufgeben aufgeben und nach Hause trotten – nachdem ich meiner Cousine hoch und heilig versprochen habe, dass ich genau den gleichen Hund auch im Spielwarenladen gesehen habe.

So verlasse ich an diesem Abend um mehr als fünf Euro leichter, mit einer verheulten Cousine und einem unglaublich hässlichen Frosch den Jahrmarkt.

Verflucht seien diese blöden Automaten.

6.8.08 18:18


Terorturisten

Dass es Leute gibt, die sich die zahlreichen Touristen in den Sommermonaten mit allen Mitteln vom Hals halten wollen, hat dieser Grundstückbesitzer in Vrsar (Istrien) eindrücklich bewiesen:

(weil ich zu faul zum Fotografieren war... Quelle: 24sata.hr)

Das „gefährliche“ Schild an sich lockt jedoch weiterhin Touristen an, die es fotografisch festhalten und sichtbar schmunzelnd weitergehen.

Na dann...

4.8.08 17:39


Feuchte Träume

Es war eine ungewöhnlich schwüle Nacht, in der ich plötzlich aufwachte und beinahe laut aufgeschrieen hätte, weil aus unerklärlichen Gründen jemand neben mir lag und sich krampfhaft an meinem Arm festhielt – bei näherem Betrachten erkannte ich jedoch meine jüngere Cousine, die eigentlich zwei Stockwerke tiefer hätte schlafen sollen.

Im Grunde hätte ich ja das arme Kind schlafen lassen. Allerdings stand ihr Mund halb offen und merkwürdigerweise war da ein grosser nasser Fleck auf dem Kissen und auch meine Haare waren ziemlich feucht – dies führte dazu, dass ich sie sofort wachrüttelte.

Ich: „*****, was machst du hier?“
Sie: „Niichts, ich pennee...“
Ich: „Jaa, aber wieso pennst du in meinem Bett!?“
Sie: „Einfaach...“
Ich: „Ahhh, wieso bist du nicht zu deiner Mutter gegangen, dort ist noch ein Bett frei..?“
Sie: „Ich haab dich halt lieeb...“

Eigentlich ist es ja rührend, wenn mich jemand so lieb hat; aber wenn er mich dann mitten in der Nacht vollsabbert, dann kann ich gern drauf verzichten.

Jedenfalls bereute ich es kurz darauf, sie geweckt zu haben, weil sie nach kurzer Zeit hellwach war und dann MIR die Schuld dafür gab, dass sie nicht mehr einschlafen konnte. (Nun gut, es war eigentlich auch meine Schuld, aber wenn sie nicht gesabbert hätte...)

Dann wollte sie, dass ich ihr Titanic erzähle, damit sie wieder einschlief – und zwar den Film mit Jack und Rose, bloss, dass Jack am Ende überleben soll, weil sie sonst zu traurig wäre um wieder einzuschlafen. Bloss, dass ich nicht mitten in der Nacht in der Lage war, ihr einen Film nachzuerzählen, den sie wohl besser kennt als ich, weil sie ihn um die 20 mal gesehen und mindestens genauso oft erzählt bekommen hatte.

Sie kapierte schnell, dass ich da wirklich nicht die Nerven dazu hatte, musste dann aber auf einmal GAAANZ dringend aufs Klo – und wollte, dass ich sie dahin begleite (obwohl es bis dahin keine 5 Meter sind...).

Als ich ihr damit drohte, dass sie unten schlafen würde, falls sie so weitermachte, gab sie nach und ging tatsächlich alleine auf die Toilette – machte jedoch das grelle Zimmerlicht an, obwohl sie auch ohne problemlos ins Bad hätte gelangen können.

Anschliessend blieb sie eine halbe Ewigkeit im Bad eingeschlossen, als ich plötzlich hörte, dass sie die Dusche laufen liess. Das führte dazu, dass ich genervt aufstand und an die Badezimmertür zu hämmern begann.

Ich: „WAS MACHST DU DA DRIN?“
Sie: „Nichts... ich wasche mir nur die Füsse...“
Ich: „WIESO das jetzt?“
Sie: „Jaah, ich weiss nicht, es kleben so ganz viele Krümel dran...“

Ich: „Was für Krümel!? Mach jetzt die Tür auf!!“

Sie: „Jaaahh, warte...“

Und dann stand ich da noch gefühlte zwei Stunden vor der Tür, bis sie sie schliesslich aufmachte und mit nassen Füssen vor mir stand – und (welch ÜBERRASCHHUNG!) ihr Pyjama hatte auch ein wenig Wasser abbekommen...

Zuerst aber mustes ich ihr helfen, ein Tuch zu finden, damit sie sich die Füsse abtrocknen konnte – ein anderes wollte sie nicht brauchen, weil sie da vorhin reingerotzt hatte, weil ihr das Klopapier „zu hart“ war... Anschliessend stand sie noch eine Ewigkeit vor meinem Koffer, um sich ein T-Shirt auszusuchen, das sie anziehen konnte – und wie erwartet musste ich ihr eines meiner schönsten leihen.

Dann mustes sie noch ein zweites Mal auf die Toilette, während ich mich endlich hinlegte. Dann tapste sie schliesslich zurück und legte sie neben mich, während das Licht noch brannte – sie wollte aber unter keinen Umständen aufstehen und es ausmachen gehen, weil sie dann den Weg zurück ins Bett nicht mehr finden würde...

Die Krümel stammten übrigens aus der Küche, wo sie vorher gewesen war, um die Nesquick-Schachtel (bzw. MEIN FRÜHSTÜCK!!!) leer zu essen...

4.8.08 17:32


Alles hat ein Ende...

Vieles hat sein Ende

Erholt und schön gebräunt aus dem Urlaub zurück - und bereit, mein Blog mit neuen Einträgen zu füllen. Vielleicht auch eine Gelegenheit dazu, allen Lesern ganz herzlich zu danken... und mich dafür zu entschuldigen, dass ich in der Blogosphäre in letzter Zeit nicht sehr aktiv gewesen bin. Das wird sich alles ändern. Ganz bestimmt.

Und... ihr möget mir auch verzeihen, dass sich die folgenden Einträge zunächst oft um meine Tante drehen werden... aber... wenn man die Ferien zu einem Teil in Gesellschaft dieser Frau verbringen muss, dann prägt das einen auf Dauer. Aber das wird schon wieder;.)

4.8.08 17:29


SOMMERPAUSE

01.07.08 - 05.08.08

Danach gibt's hier wieder oefter was zu lesen. Versprochen.

 

Schoene Gruesse aus Hvar

14.7.08 21:43


"kebabarmer" Nachwuchs

Freitag Abend, kurz nach elf, Publicviewing-Zone im Herzen der Stadt, fest in kroatischen Händen. Ein wahres Familienfest, Konfrontation der Generationen; von Eltern mit bereits schlummernden Kindern bis zu biersaufenden Jugendlichen und genervten älteren Herren.

119. Minute – Klasnic trifft zum 1:0, der Mann mit der Spender-Niere seines Vaters, dem man so einen Treffer am meisten gönnen würde – der ganze Platz wird von einem kollektiven Freudentaumel erfasst, der gerade mal zweieinhalb Minuten dauert, bis schliesslich die Türken in der scheinbar allerletzten Sekunde ein Tor schiessen – die Ernüchterung folgt, von weit her hört man türkische Fans grölen.

Da werde ich plötzlich auf Zwillinge vor mir aufmerksam, schätzungsweise sieben, acht Jahre alt, mit kroatischen Trikots, die ihnen bis zu den Knien reichen. Im Gegensatz zum Rest der Leute machen sie ihrem Ärger nicht mit Fluchen Luft, sondern glänzen schlicht mit ihrem „Fachwissen“.


A: „Dieser Schirii ist aber blöööd..“
B: „Jaa er streitet sich mit dem Trainer..!!“

A: „Jaa, ds darf er aber nicht...“
B: „Du hast KEINE AHNUNG, der Schiri hat den Trainer zuerst ’angepufft’!“

A: „Jaa, aber der Trainer hat ja recht!“
B: „Wiesoo?“
A: „Weil sie haben das Tor erst gemacht als es schon 121 Minuten und 04 waren, und ich hab von 10 runtergezählt bis 0 und das war schon vorbei, und dann hat er erst das Tor gemacht, deshalb gilt es gar nicht.“
B: „Dieser Schiri ist wirklich blööd...“

A: „JAA, DAS HAB ICH ZUERST GESAGT!!“

Anschliessend nimmt das Penalty-Elend sein Ende, Totenstille in der Fanmeile, erste türkische Fans hupen von weit her, grenzenlose Enttäuschung. Als auf dem Riesenbildschirm einige Spieler in Tränen ausbrechen, können sich eine Menge Fans diese auch nicht mehr zurückhalten. Bloss einer der Kleinen vor mir wickelt sich seine Fahne um den Kopf und meint:

A: „Icchh schwöre, ich esse niiiiiiiieeeee wieder Kebab.“

B: „Ich auch nicht.“

A: „NNhhhhh, du kannst gar nix sagen, du hast noch nicht mal einen gegessen...“
B: „DOOOCHH, ICH HAB SEHR WOHL SCHON EINEN GEGESSEN!“

A: „JAAA, das im McDonalds was du Kebab nennst ist gar nicht Kebab...“

B: „JA ICH MEINE NICHT DEN, SONDERN EINEN GAAAAAAANZ ANDEREN!“
(...)

Danke Deutschland. Möglicherweise können einige ihren Kebab bereits wieder geniessen.

26.6.08 19:01


EuROphorie

Eine schnell selbstverfasste Satire aus dem Schulunterricht:

Anmerkung: Im Grunde bin ich überzeugter Fussballfan, habe bisher kein EM-Spiel verpasst und fiebere mit den Kroaten mit. (Auch gegen Deutschland... nein, VOR ALLEM gegen Deutschland!) Die Kommentare über die Schweizer Fussballer mussten einfach sein.)

Wieder ist die Zeit gekommen, in der überbezahlte und nicht besonders mit Intelligenz gesegnete Millionäre in kurzen Höschen einem Ball hinterherhecheln, der von chinesischen Kindern in fürsorglicher Zwangsarbeit gefertigt wurde – und ganz Europa dreht durch.

Die Euro nahm hier bereits mit den Autofähnchen seinen Lauf; mit den Leuten, die sich, durch mangelndes Selbstwertgefühl bedingt, ein Stückchen Stoff bzw. die Schweizerfahne an die hintere Seitenscheibe am Auto klemmen und jetzt den Nationalstolz raushängen lassen, als ob die Schweiz fussballtechnisch irgendeine Grösse wäre.

Dabei könnte man die Fähnchen nach der ersten Niederlage ja gleich stecken lassen; obwohl, im Fussball gibt es keine richtigen Misserfolge – schliesslich verliert man ein Spiel ja nur wegen dem „Scheiss“-Schiedsrichter, der IMMER für die anderen pfeift. Demnach ist sowieso alles „furchtbar ungerecht“, den Sieg hätte man ja verdient gehabt, die Nation verfällt in eine Depression und zum Schluss sind wir ja alle „Sieger der Herzen“. Aber wieso die Schweizer es nicht mal schaffen, im eigenen Land den Schiedsrichter zu bestechen, ist auch fraglich...

Dabei spielt dieser Schiedsrichter im Spiel eine sehr wesentliche Rolle und entscheidet oft über Sieg und Niederlage. Daher ist es Aufgabe der Spieler, sich möglichst vor den Augen der Schiedsrichter so fallen zu lassen, dass es so aussieht, als habe ihn ein gegnerischer Spieler schwer verletzt. Am besten ist es dabei, zu allererst einen Schrei von sich zu geben um auf sich aufmerksam zu machen, und sich dann mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Rasen zu wälzen, während man ein Bein umklammert hält. Danach wird abgewartet, bis der Schiedsrichter den Gegenspieler bestraft. Mit der Bestrafung des Gegners wird man schliesslich wie durch ein Wunder von seinem Leiden erlöst, obwohl man vorher ja halb am Sterben war. Richtig geübte Spieler humpeln danach noch ein wenig, damit es so aussieht, als ob sie wirklich verletzt seien. Und die RICHTIGEN Profis, wie bsp. Alex Frei, können sogar auf Kommando ein paar Tränchen vergiessen, damit dann das ganze Land mitheulen kann.

Foult man jedoch einen Gegenspieler wirklich so, dass dieser blutüberströmt am Boden liegt und die Knochen nur so hinausragen, und man auch noch weiss, dass es der Schiedsrichter genau gesehen hat, so lässt man sich vor diesem auf die Knie fallen, faltet die Hände zusammen und schwört bei allem und jedem, das man nichts getan hat. Wenn man trotz aller Bemühung dennoch rot kriegt, kann man getrost auch noch dem Schiri eine reinhauen...

Dabei macht es einen guten Eindruck, den Rasen möglichst oft mit Spucke zu wässern. Nicht zu vergessen sind die alten Männer mit Bluthochdruck in Anzügen mit ziemlich wenigen Haaren am Spielfeldrand, die die ganze Zeit mit wutverzerrten Gesichtern herumspringen und alle anschreien. Man nennt sie gelegentlich auch Trainer.

Und was wäre die Euro und der Fussball allgemein, wenn ihm nicht so viel Beachtung geschenkt werden würde; so müssen immer alle Fernsehersender die Spiele zeigen und nachher auch sowas wie eine „Spiel-Analyse“ machen, die dann doppelt so lange dauert wie das Spiel selbst...

Es sind ja nur noch 18 Tage.

Kommentar von Frau M.*: "*******, die Tränen waren ECHT!!!"

11.6.08 18:06


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