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Vorsätze fürs neue (Lebens)jahr

- Ich kaue nicht mehr an meinen Nägeln, lasse die arme Nagelhaut in Ruhe und kratze auch nicht mit anderen Gegenständen darauf herum.

- Ich nehme nicht mehr als einen zwei drei Kaugummis auf einmal in den Mund.

- Ich esse die Rosinen im Müsli mit und verbringe nicht jedes Mal eine halbe Stunde damit, sie herauszupicken.

- Ich verzichte mal auf meine Lederjacke, wenn’s draussen wie aus Kübeln giesst, um nicht im Nachhinein zwei Wochen lang Depressionen zu erleiden, weil darauf Flecken entstehen.

- Ich verstecke mich nicht mehr im Bus hinter der Zeitung vor Bekannten, auch wenn ich keine Lust habe, mit ihnen zu reden.

- Ich bringe Bibliotheksbücher nicht erst nach der dritten Mahnung zurück.

- Ich mache einen grossen Bogen um den Kaktus im Bio-Raum, weil ich mich jedes verdammte Mal daran verletze.

- Ausserdem esse ich den armen Mäuschen im Bio-Raum auch nicht mehr die Nüsse weg.

- Ich rupfe mir nicht mehr die ganzen Augenbrauen aus, selbst wenn ich sehr nervös bin.

- Ich esse jeden Abend eine Frucht, auch wenn ich da beim Essen das Gesicht mehr verziehe als die Leute aus dem Dschungelcamp, die Känguruhoden u.ä. verspeisen.

- Ich lutsche Halswehtabletten auch wirklich nur dann, wenn ich Halsweh haben. (Auch wenn sie soooo fein sind.)

- Ich schwänze Sport nur noch einmal pro Monat. (Oder auch zwei Mal, falls wir gerade an irgendwelchen Akrobatik-Übungen arbeiten.)

- Ich kratze mir nicht mehr frisch aufgetragenen Nagellack von den Nägeln weg.

- Ich räume abends meine Klamotten in den Schrank und türme sie nicht in irgendeiner Ecke auf.

- Wenn ich schon in der Stunde Kaugummi kaue, dann schmatze ich nicht so wie ein Wiederkäuer, damit es der Lehrer SOFORT merkt…

- Ich kaue nicht mehr auf Stiften herum (vor allem nicht an solchen, die mir jemand leiht – Gott, wie mir das Leid tut für die Leute…

- Ich zähle auch mal Münzen ab und zahle mit Kleingeld, anstatt immer die grossen Scheine zu zücken und anschliessend einen unglaublich schweren Geldbeutel mit mir herumzuschleppen.
- Ich kaufe nicht unzählige schöne Notiz- & Blankobücher, in denen ich schliesslich kaum mehr als eine Seite fülle.

- Ich laufe nicht mehr verschlafen direkt vor Strassenbahnen / Busse – um die armen Fahrer nicht zu schocken und vor allem meiner Gesundheit zuliebe.

- Ich stelle nicht mehr halbvolle Joghurts zurück in den Kühlschrank und mache beim nächsten Mal neue auf.

- Ich kaufe nie mehr irgendwo zwanghaft unnötig Sachen, nur um irgendwelche Punkte / Preise / Angebote zu erhalten.

- Ich speichere nicht mehr jeden Mist auf dem Desktop, bis der ganze Bildschirm voll ist.

- Ich kaufe keine Klamotten, die ich anschliessend nicht mehr als einmal anziehe.

- Ich schmeisse Schnipsel und PET-Flaschen weg und quetsche sie nicht in meine Handtasche.


- Ich gebe mir Mühe, wenigstens die Hälfte dieser Vorsätze einzuhalten.

4.2.09 13:18


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Es geht wieder los…

Der Lehrer zeigt eine Grafik zum Bevölkerungsrückgang in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts, bzw. zur zurückgehenden Geburtenrate. Als einen der Gründe dafür nennt er auch die Antibabypille, die bei uns Ende der 60er-Jahre auf den Markt kam.

Meine äusserst aufmerksame Pultnachbarin meldet sich zögernd:

Sie: „Ähm… ich hab eine Frage.“
Lehrer: „Ja?“
Sie:
„Ähm… also rechts… rechts auf der Darstellung ist die Geburtenrate der Frauen… links die der Männer, oder nicht?“
Lehrer: „Jawohl..“
Sie: „Ähm… aber dann wurden immer weniger Frauen UND weniger Männer geboren…?“
Lehrer: „Hm, jaa, genau.“
Sie: „Aber… aber Männer nehmen doch keine Pille!?“

Autsch. Doch sie schafft es sogar noch, diese Aussage zu toppen. Der Lehrer erklärt gerade, eine Frau bei uns müsse durchschnittlich 2,1 Kinder auf die Welt bringen, damit die Bevölkerungszahl konstant bleibt. Sofort schiesst wieder ihre Hand in die Höhe.

Sie: „Was haben Sie gesagt? 2,1 Kinder?“
Lehrer: „Ja, genau, als Durchschnittswert.“
Sie: „Also, diese 2 check ich schon, aber diese 0,1 check ich nicht…“
Lehrer: „...?“
Sie: „Ja, aber eine Frau kann doch nicht ein Zehntel von einem Kind auf die Welt bringen..“
Lehrer: „Nein, wie gesagt, es ist ein Durchschnittswert. Wenn jede .. sagen wir mal elfte Frau drei Kinder, und alle anderen je zwei Kinder, kämen wir dann etwa durchschnittlich auf-“
Sie (hat gar nicht zugehört): „Aber ein Zehntel Kind wäre doch… sowas wie eine Missgeburt.“

Ach, Mensch. Muss ich das noch kommentieren!?

9.2.09 18:50


Mein Wettergott
Eine kurze Liebesgeschichte

Donnerstag, 12.02.09

Ich liebe ihn. Ich kenne ihn zwar erst seit drei Tagen, aber das spricht nicht dagegen, ihm mein Herz zu schenken. Wenn er lacht, geht für mich die Sonne auf. (Auch wenn ich ihn erst zwei Mal habe lachen sehen.) Wenn er meinen Namen ausspricht, springt mir fast das Herz aus der Brust. (Auch wenn ich meinen Namen erst einmal aus seinem Mund gehört habe.)

Kennengelernt habe ich ihn auf einer Busfahrt, früh morgens vermutlich noch mitten in der Nacht.

Ich steige  aus der Kälte und der Dunkelheit in den noch dunkleren Bus, die Frisur vom Schnee ruiniert, mit laufender Nase. Ich suche mir einen Fensterplatz, versuche gerade, eine Seite in der Gratiszeitung mit nassen Handschuhen umzublättern (unmöglich!), als er sich neben mich setzt. Ich werfe einen kurzen Blick auf ihn und spüre sogleich, wie mir das Blut in den Kopf schiesst. Mensch, wie gut der aussieht! Dieses Gesicht, diese Lippen, diese grossen, schönen Hände.
Demonstrativ schaue ich aus dem Fenster, lasse meine Haare wie einen Vorhang nach vorne fallen, um meinen hochroten Kopf zu verdecken. Ich klammere mich an meiner Handtasche fest, als mir genau in diesem Moment die Zeitung aus der Hand unter seinen Sitz fällt. MIIIIISSSTTT!

BIIITTTE, heb sie nicht auf, lass sie liegen, ist doch egal, du darfst mir nicht ins Gesicht gucken, meine Schminke ist vom Schneesturm verlaufen, ich hab sie gelesen, ich brauch sie sowie-

„Hier.“

Elegant greift er unter den Sitz und reicht sie mir.
Spontan beginnt er ein Gespräch (über das scheussliche Wetter), doch er muss schon an der übernächsten Station aussteigen. Doch er bleibt GOTT SEI DANK nicht eine dieser Busbekanntschaften, die ich minutenlang sabbernd angegafft habe, bevor sie ausgestiegen und wohl für immer aus meinem Leben verschwunden sind, nein – vor dem Hinausgehen bittet er mich um meine Handynummer und MSN-Addy.

In der Schule schalte ich SOFORT mein Handy ein, platziere es mitten auf dem Pult, wo es jederzeit unter meiner Beobachtung steht, während mir noch seine weiche Stimme in den Ohren hallt. „Mann, es ist ech‘ scheisskalt drauss’n.“ Ach…

Den ganzen Tag über kann ich mich nicht konzentrieren und halte es kaum bis zum Ende des Unterrichts aus. Dann spurte ich nach Hause, lade sofort den halbvollen Akku ganz auf, maximiere die Ruftonlautstärke und lasse das Handy nicht aus den Augen. Sofort melde ich mich beim MSN Messenger an, muss aber enttäuscht feststellen, dass er mich noch nicht hinzugefügt hat.

Was weiss ich überhaupt über ihn? NICHTS. Dass ihm dieser Schnee auf die Nerven geht. Toll, mir auch. Und dass er Regen auch hasst. Ja, ich auch. Und dass er findet, dass es draussen kalt ist. Das findet jeder.

Je später der Abend, desto schlechter meine Laune. Wieviele Male rufe ich mich selbst auf dem Handy an, nur um mich zu vergewissern, dass es wirklich funktioniert. Habe ich wohl beim Hinausgehen noch was Peinliches gesagt!? Hat er sich an meine Zahnlücke erinnert?? Habe ich wohl in aller Aufregung meine eigene Nummer falsch geschrieben!!?

Der Tag geht zu Ende, meine Laune ist definitiv im Eimer, der nächste Tag in der Schule die reinste Qual.

Na und, dann meldet er sich halt nicht. Eigentlich ist er gar nicht so toll. Vermutlich total eingebildet und genauso ätzend wie die anderen. Ich kann ihn nicht leiden.

Ich finde mich schon mit dem Gedanken ab, dass das nichts mehr wird. Und dann logge ich mich am Abend im MSN an – und siehe da, er hat mich hinzugefügt! Er ist ONLINE! Er ist so toolll! Ich liebe ihn! Ich bin also jetzt auch online, begutachte seinen simplen Nick, während ich darauf warte, dass er mir schreibt. Schliesslich ist es ungeschriebenes Gesetz, dass derjenige, der vorher online ist, auch als Erster schreibt. Ihm ist schliesslich in einem kleinen Fensterchen mitgeteilt worden, dass ich mich angemeldet habe!!

Sein Männchen ist GRÜN!! Er MUSS mich jetzt sofort anschreiben!!! SOFORT!!! Wäre sein Status auf „Beschäftigt“, könnte ich es noch verkraften. Vielleicht wäre er da gar nicht am Computer. Vielleicht würde er sich etwas aus dem Kühlschrank holen. Vielleicht wäre er auf dem Klo.  Aber sein MSN-Männchen leuchtet tiefgrün in die Welt hinaus und er schreibt mir nicht…! AAHHH! Was ist denn das für einer! Ich hasse ihn! Der kann mir doch gestohlen bleiben, paah! Sein Anzeigebild ist sowieso tota-

DIIIING! Ein Fenster blinkt auf! Er schreibt „hey“. Ich schreibe zurück. Gott, wie toll er doch ist. So einfühlsam. Höflich. Liebenswert. Ich kann nicht genug von ihm kriegen!

Wir schreiben uns. Und meine Gefühle beginnen zu verpuffen. Puff. Puff.  Bis sie ganz weg sind.

Einer, der „kuckst“, „totall“ und „weist du“ schreibt, kann mir echt gestohlen bleiben. Da kann er noch so schön sein. Dabei ist er gar nicht so schön. Seine Nase ist krumm. Und seine Frisur steht ihm echt nicht. Ach, was für ein Versager…

Jetzt liebe ich ihn also nicht mehr. Tja.

Dann muss ich mir wenigstens nicht für morgen über ein Liebesgeständnis Gedanken machen.


13.2.09 19:02


Weiberkram

„Frauenprobleme“ – der Grund, weshalb ich jeden Monat heulend vor dem Spiegel stehe und die fetten Pickel mit Gewalt auszudrücken versuche. Der Grund, weshalb ich die ganze Welt zu hassen beginne, jedem die Worte im Mund umdrehe, die Leute grundlos anmotze, meine Oberschenkel unnatürlich fett finde, gar nicht zu reden von meinen Haaren, die ich zwanghaft täglich zu waschen beginne und mich am liebsten im Haus verkriechen und nie wieder hinausgehen würde.
Aber auch der Grund, weshalb ich das Recht habe, jeweils an diesen paar Tagen im Monat den Schwimmunterricht zu schwänzen. (Oh Gott, wie ich bloss bete, dass wenigstens einer dieser Tage auf einen Donnerstag fällt… )

Während jedoch unsere Walross-Pferdegesicht-Mannsweib-SportlehrerIn anscheinend penibel Buchhaltung darüber führt, wann welche Schülerin wegen „Problemen“ ausgesetzt hat und die ganze Zeit Tampons als Erfindung des Jahrhunderts preist, mit denen man angeblich auch schwimmen kann, (was man aber nicht kann), haben wir seit Neustem einen blutjungen Stellvertreter, der von Frauenproblemchen nicht so viel versteht.

So wird er jedes Mal knallrot vor Verlegenheit, der arme Mann Junge, wenn ihn eine Schülerin darum bittet, nicht am Unterricht teilnehmen zu müssen, stammelt „Ja, natürlich“, blickt beschämt zu Boden und betrachtet besagte Schülerin für den Rest der Stunde als Luft (umso besser für sie).

Ich habe jedoch kein Problem damit, seine Unwissenheit (oder auch bloss Verklemmtheit) schamlos auszunutzen. So habe ich seit zwei Wochen nicht mehr am Schwimmunterricht teilgenommen, habe amüsiert zugeschaut, wie die anderen im Pool gegen das Ersaufen ankämpfen, während mir Stellvertreter seinen bleichen, haarigen Rücken zugedreht hat. (Wie kann man gleichzeitig wie ein Teenager aussehen und dann SO behaart sein?)

So komme ich diese Woche wieder angelaufen, selbstverständlich komplett angezogen (inklusive Rollkragenpulli), setze mich automatisch an den Rand und schenke ihm ein unschuldiges Lächeln. Verstohlen guckt er hin und wieder zu mir rüber, schnürt sich die Badeshorts, macht sie enger, dann wieder weiter, dann wieder enger, schnürt sie zum vierundzwanzigsten Ma und überwindet sich dann doch noch, zu mir hinzugehen.

„Du.. ähm.. du kannst also-“
„Jaah, ich mach‘ heut‘ nicht mit, ich hab‘ meine Tage.“
„Ähm.. aber ich überleg‘ grad… ähm… hast du nicht schon .. voorletzte Woche ausgese-„
„VIELLEICHT HAB ICH JA EINEN UNREGELMÄSSIGEN ZYKLUS, HABEN SIE SICH DAS SCHON MAL ÜBERLEGT!?“

Der arme Mann hat immer noch Angst vor mir.
Und ich kann getrost weiter am Rand sitzen bleiben!!!

18.2.09 19:47


Montagmorgenverfassung

Eine Kameradin Meine berühmte, geistig leicht eingeschränkte Klassenkameradin, ehemals Pultnachbarin,  zerrt mich in der kleinen Pause aufs Klo, wo sie sich breitbeinig vor den Spiegel steht und beginnt, ihre Frisur mit tausend Haarspangen in den Griff zu kriegen, nachdem sie diese „verf***** Friseuse total versaut hat“.

Sie: „Sieht’s sehr sch***** aus?“
Ich: „Neiiin, Mensch..“
Sie: „Okay, sieht’s sch***** aus?“
Ich: „Neeeiin, es ist gar nicht schlimm, lass jetzt…“

Während ich mich an die Wand presse, um andere Mädchen vorbeizulassen, breitet sie sich weiter vor dem Spiegel aus und tut so, als sei sie allein da.
Nachdem sie sich bestimmt die zwanzigste Schnalle in die Haare gesteckt hat, beobachtet sie sich mürrisch im Spiegel.

Sie: „Na ja, jetzt sieht’s halbwegs okay aus…“
Ich: „Jaa, total, guck dir mal von hinten all die Schnallen an, lass die Haare einfach los und fertig..“

FEHLER. FEEEHHLLER. SIE DARF MAN NIEMALS KRITISIEREN, IHR NIEMALS WIDERSPRECHEN! WIE KONNTE ICH NUR… ES IST TOOOOLLLL, ALLES AN IHR IST ABSOLLUUT PERRFEEKKKTT, FERTIG!!!

Das kommt davon, wenn ich meinen Mund nicht halten kann. Dann verbringe ich halt die nächsten fünf Minuten auch noch mit ihr vor dem Spiegel.

Sie: „Du bist soooooo fiiiiiiiiiiieeeeeesss… sag doch sofort, dass es beschissen aussieht! Maaann! Es sieht kacke aus, egal wie ich’s mache… ich komm einfach zwei Monate gar nicht in die Schule, fertig… bis alles nachwächst…“
Ich: „Übertreib’s nicht.“
Sie: „Und meine Haare sind sowieso kaputt… wie Stroh…“
Ich: „Das ist, weil du sie mit dem Föhn so terrorisiert…

… stimmt wirklich, ich hab keinen gesehen, der den Föhn praktisch auf die Haare drückt, und das auf höchster Stufe…

Ich: „… und weil du vielleicht Silikonshampoos benutzt und so. Ist alles nicht gut für die Haare.“
Sie: „SILIKONshampoos!?“
Ich: „Jaa..“
Sie: „Bist du sicher, dass das so heisst? SILIKKOON?“
Ich: „Jaaaa, das ist da drin.“

Sie hält angestrengt inne.

Sie: „Aber… aber… Silikon ist doch das, was man sich… in die Titten spritzt.“
Ich: „Man tut’s rein, das wird nicht gespritzt.“
Sie: „Doooch, damit sie sich aufblasen…“
Ich: „Was aufblasen, das sind Implantate aus Silikon, die man da reinlegt…“
Sie: „Nein, Mann, man merkt total, dass du keine Ahnung hast!!! Und das kann man doch nicht in Schhaammppooonnnnzzz tun!“
Ich: „Wieso nicht?“
Sie: „Weil man das nicht zum Haarewaschen braucht!!“
Ich: „Was heisst hier braucht, das ist so ein synthetischer Stoff, der ist in einigen Shampoos drin und nicht gut für die Haare…“
Sie: „EHHHH NICHT..“
Ich: „Doch.“
Sie: „Ahhh, du hast keine Ahnung!! Ich frag‘ nachher den Chemielehrer, dann siehst du’s!“
Ich: „Ich würd‘ nicht, du blamierst dich nur…“
Sie: „AAAHH, wir werden SEHEN! WIR – WERDEN – SEHEN, WER RECHT HAT!!!“


Quizfrage: Wer hat Recht? -.-


23.2.09 19:11


An den halslosen Fettspeicher

Es gibt eine in meiner Klasse, die hat keinen Hals.
Deren Kopf ist am Rumpf festgewachsen, beinahe unbeweglich, wie eine riesige, angsteinflössende Geschwulst. Ich würde nicht so abschätzig über ihr Äusseres reden, würde ich sie nicht auch als Person abstossend finden. Aber wenn sie sich mit bunten Tüchern an der Stelle abschnürt, an der normale Leute einen Hals haben, so dass ihr Kopf so rot wird, dass man Angst kriegt, dass sie entweder gleich erstickt oder platzt …  dann kann ich mich vor Lachen kaum mehr auf den Beinen halten.

Vielleicht wäre sie ein ganz hübsches Mädchen. Vielleicht, wäre sie nicht so schwer wie ein Babywal. Vielleicht hätte sie dann auch einen Hals, wer weiss.

Aber wenn sie weiterhin klebrige Donuts in sich hineinstopft und nach jeder Pause die Treppe in die Kantine hinunter poltert, dann wird sich daran so schnell nichts ändern und sie wird halslos bleiben. Wie traurig.

Jedenfalls hat sie vorgestern mit einer Art Diät angefangen. Dabei hat sie anscheinend das ganze Diätcracker-Regal aufgekauft und in ihrem Spind deponiert. Jede Pause reisst sie gierig ein neues auf, stopft sich zwei auf einmal ins Maul und kaut wie ein Wiederkäuer darauf herum, bis sie sie herunterwürgt. Sonderlich scheinen sie ihr nicht zu schmecken, aber das ist mir egal. Würden wir uns etwas besser verstehen, hätte ich ihr gesagt, dass die in der roten Packung mit Dinkel wirklich widerlich sind, und die in der gelben genauso kalorienarm, dafür aber echt lecker sind. Aber da ist sie selber schuld.

Belustigt habe ich mir gestern einen Schokoriegel gekauft und mich in ihre Nähe gesetzt, während sie irgendwelche rohen Rübchen aus der Sandwichbox geholt hat. Dann habe ich genussvoll hineingebissen. Wie die Tussi aus der duplo-Werbung habe ich den Riegel liebkost, angeknabbert und schliesslich vernascht, stets ihren nach Zucker lechzenden Gesichtsausdruck im Blick. Herrlich.

Vielleicht hat sie auch deshalb mit ihrer Hals-Zurückgewinnungs-Kur nur bis heute durchgehalten. Hut ab. Als ich heute Morgen noch im Halbschaf zu meinem Spind gelangt bin, ist sie nur wenige Meter entfernt gestanden und hat sabbernd in ihren Himbeer-Vanille-Plunder gebissen. In ihren Spind ist keine Spur mehr von Crackern zu finden. Anscheinend hat sie die gelben gar nicht probiert. Schade.

Jedenfalls hat sie sich ein neues Halstuch gekauft, das ihr wenigstens ein wenig Halsansatz zaubert. Bloss hat ihr wohl noch nie jemand erklärt, dass sich ihr klopapier-rosa Halstuch nicht sonderlich mit dem knallroten Schlabberpulli verträgt. Und dass himmelblauer Lidschatten an den meisten Menschen scheusslich aussieht. Obwohl… es ist ja Karneval.

Möglicherweise werdet ihr diesen Text nicht sonderlich amüsant findet, wenn ihr die Madame und ihre furchtbar geizige, arrogante, besserwisserische und hinterhältige Art nicht kennt. Aber glaubt’s mir, sie hat es verdient. Sogar mehr als das.

Und normalerweise ziehe ich nicht so über Leute her.
Aber das hier ist Lästern mit Niveau.
27.2.09 20:30