schpitza

Home
Gästebuch
Kontakt
Archiv
Abonnieren
Disclaimer & Info



kostenloser Counter



Gratis bloggen bei
myblog.de

Alles hat ein Ende...

Vieles hat sein Ende

Erholt und schön gebräunt aus dem Urlaub zurück - und bereit, mein Blog mit neuen Einträgen zu füllen. Vielleicht auch eine Gelegenheit dazu, allen Lesern ganz herzlich zu danken... und mich dafür zu entschuldigen, dass ich in der Blogosphäre in letzter Zeit nicht sehr aktiv gewesen bin. Das wird sich alles ändern. Ganz bestimmt.

Und... ihr möget mir auch verzeihen, dass sich die folgenden Einträge zunächst oft um meine Tante drehen werden... aber... wenn man die Ferien zu einem Teil in Gesellschaft dieser Frau verbringen muss, dann prägt das einen auf Dauer. Aber das wird schon wieder;.)

4.8.08 17:29


Werbung


Feuchte Träume

Es war eine ungewöhnlich schwüle Nacht, in der ich plötzlich aufwachte und beinahe laut aufgeschrieen hätte, weil aus unerklärlichen Gründen jemand neben mir lag und sich krampfhaft an meinem Arm festhielt – bei näherem Betrachten erkannte ich jedoch meine jüngere Cousine, die eigentlich zwei Stockwerke tiefer hätte schlafen sollen.

Im Grunde hätte ich ja das arme Kind schlafen lassen. Allerdings stand ihr Mund halb offen und merkwürdigerweise war da ein grosser nasser Fleck auf dem Kissen und auch meine Haare waren ziemlich feucht – dies führte dazu, dass ich sie sofort wachrüttelte.

Ich: „*****, was machst du hier?“
Sie: „Niichts, ich pennee...“
Ich: „Jaa, aber wieso pennst du in meinem Bett!?“
Sie: „Einfaach...“
Ich: „Ahhh, wieso bist du nicht zu deiner Mutter gegangen, dort ist noch ein Bett frei..?“
Sie: „Ich haab dich halt lieeb...“

Eigentlich ist es ja rührend, wenn mich jemand so lieb hat; aber wenn er mich dann mitten in der Nacht vollsabbert, dann kann ich gern drauf verzichten.

Jedenfalls bereute ich es kurz darauf, sie geweckt zu haben, weil sie nach kurzer Zeit hellwach war und dann MIR die Schuld dafür gab, dass sie nicht mehr einschlafen konnte. (Nun gut, es war eigentlich auch meine Schuld, aber wenn sie nicht gesabbert hätte...)

Dann wollte sie, dass ich ihr Titanic erzähle, damit sie wieder einschlief – und zwar den Film mit Jack und Rose, bloss, dass Jack am Ende überleben soll, weil sie sonst zu traurig wäre um wieder einzuschlafen. Bloss, dass ich nicht mitten in der Nacht in der Lage war, ihr einen Film nachzuerzählen, den sie wohl besser kennt als ich, weil sie ihn um die 20 mal gesehen und mindestens genauso oft erzählt bekommen hatte.

Sie kapierte schnell, dass ich da wirklich nicht die Nerven dazu hatte, musste dann aber auf einmal GAAANZ dringend aufs Klo – und wollte, dass ich sie dahin begleite (obwohl es bis dahin keine 5 Meter sind...).

Als ich ihr damit drohte, dass sie unten schlafen würde, falls sie so weitermachte, gab sie nach und ging tatsächlich alleine auf die Toilette – machte jedoch das grelle Zimmerlicht an, obwohl sie auch ohne problemlos ins Bad hätte gelangen können.

Anschliessend blieb sie eine halbe Ewigkeit im Bad eingeschlossen, als ich plötzlich hörte, dass sie die Dusche laufen liess. Das führte dazu, dass ich genervt aufstand und an die Badezimmertür zu hämmern begann.

Ich: „WAS MACHST DU DA DRIN?“
Sie: „Nichts... ich wasche mir nur die Füsse...“
Ich: „WIESO das jetzt?“
Sie: „Jaah, ich weiss nicht, es kleben so ganz viele Krümel dran...“

Ich: „Was für Krümel!? Mach jetzt die Tür auf!!“

Sie: „Jaaahh, warte...“

Und dann stand ich da noch gefühlte zwei Stunden vor der Tür, bis sie sie schliesslich aufmachte und mit nassen Füssen vor mir stand – und (welch ÜBERRASCHHUNG!) ihr Pyjama hatte auch ein wenig Wasser abbekommen...

Zuerst aber mustes ich ihr helfen, ein Tuch zu finden, damit sie sich die Füsse abtrocknen konnte – ein anderes wollte sie nicht brauchen, weil sie da vorhin reingerotzt hatte, weil ihr das Klopapier „zu hart“ war... Anschliessend stand sie noch eine Ewigkeit vor meinem Koffer, um sich ein T-Shirt auszusuchen, das sie anziehen konnte – und wie erwartet musste ich ihr eines meiner schönsten leihen.

Dann mustes sie noch ein zweites Mal auf die Toilette, während ich mich endlich hinlegte. Dann tapste sie schliesslich zurück und legte sie neben mich, während das Licht noch brannte – sie wollte aber unter keinen Umständen aufstehen und es ausmachen gehen, weil sie dann den Weg zurück ins Bett nicht mehr finden würde...

Die Krümel stammten übrigens aus der Küche, wo sie vorher gewesen war, um die Nesquick-Schachtel (bzw. MEIN FRÜHSTÜCK!!!) leer zu essen...

4.8.08 17:32


Terorturisten

Dass es Leute gibt, die sich die zahlreichen Touristen in den Sommermonaten mit allen Mitteln vom Hals halten wollen, hat dieser Grundstückbesitzer in Vrsar (Istrien) eindrücklich bewiesen:

(weil ich zu faul zum Fotografieren war... Quelle: 24sata.hr)

Das „gefährliche“ Schild an sich lockt jedoch weiterhin Touristen an, die es fotografisch festhalten und sichtbar schmunzelnd weitergehen.

Na dann...

4.8.08 17:39


Geldfresserei

Wer kennt sie nicht, diese fürchterlichen Automaten auf jedem Jahrmarkt, gefüllt mit einer Menge Plüschtierchen und –herzchen, in die man mit einem Greifarm eintauchen kann, um sich dann hoffentlich den gewünschten Plüschfreund zu schnappen – bloss dass das beinahe unmöglich ist.

So schlendern wir an einem wunderschön kühlen Abend über den Platz, als meine jüngere Cousine mich urplötzlich am Arm packt und zu diesem verteufelten Automaten zerrt, während ich schon nichts Gutes ahne.

Cousine: „Aaahh, ich will den da!“
Ich: „Welchen?“
Cousine: „Diieeesen süüüssen Hund da mit dem Herzchen-Armband, den dort hinten!“

Ihr süüüüssses Hündchen sichte ich sofort, da es das einzige Plüschwesen ist, das halbwegs nach etwas aussieht, was einem Kind gefallen könnte. Rundherum befinden sich lauter unglaublich hässliche dunkelgrüne Frösche und eigenartige Enten mit ungewöhnlich kleinen Augen.

Entweder haben andere Besucher all die „süüüsssen“ Plüschtierchen schon aus dem Glaskasten herausgeholt – oder das Ding wird absichtlich mit möglichst hässlichen Objekten gefüllt, so dass man so lange probiert, bis man seine Plüschperle hat, da alles andere nicht brauchbar ist.

Ich: „Aaachh, ich hab kein Kleingeld mehr... und ausserdem kriegst du den mit diesem Greifarm sowieso niee..“
Cousine: „Doooooch, letztes Mal auf dem Jahrmarkt hab ich so einen Bären BEIM ERSTEN VERSUCH gekriegt! Biiiiittteee...“

Gut, ich will ja keine Spielverdeberin sein, so dass ich fünf Kuna (um die siebzig Cent) in den Automaten schmeisse, während sie voller Begeisterung den Joystick umpackt. Schliesslich fährt der Greifarm hinunter, kommt sogar mit dem Hündchen in Berührung – greift jedoch trotzdem ins Leere. Und als ob ich es nicht erwartet hätte, kommen dann die „Noch einmal, nur noch einmal!!“-Rufe.

Na schön. Die zweite Münze plumpst in den Automaten, wieder fährt sie mit dem Greifarm hin und her und versucht ihn möglichst über dem verdammten Hund zu positionieren.

Cousine: „Ist’s so gut?“
Ich: „Hmm... jaah, noch ein wenig weiter nach hinten... ja, versuch’s so.“

Wieder fährt der Greifarm nach unten, streift das Hündchen, erwischt jedoch trotzdem nichts.

Ich: „Aaah, komm, wir gehen, das wird eh nichts...“
Cousine: „DOOOOCH, noch einmal, das hier war nur deine Schuld!!! Es wäre PERFEKT gewesen, wenn ich nicht NUR WEGEN DIR noch ein wenig nach hinten gefahren wäre!“

Schliesslich lasse ich mich zu einem dritten Versuch überreden und muss schon nach Kleingeld graben, dem ich schon hinterher trauere, als es der Automat schluckt. Die Kleine herrscht mich an, ich solle jetzt „gefälligst die Klappe halten“, da ich sonst wieder alles versaue, so dass ich sie machen lasse. Und siehe da – kurze Zeit später fällt tatsächlich ein Tierchen durch den Schacht. Jedoch nicht ihr geliebtes Hündchen, sondern einer dieser wahrlich eigenartigen Frösche.

Ich: „So, jetzt hast du ein Tier, wir gehen!“
Cousine: „WAAAS, NEIIIN, ich will nicht diesen KOTZHÄSSLICHEN FROSCH, ich will den HUUUUUUUNNNDD!!“

Sie fängt an rumzuschreien und meinen Arm zu zerkratzen, bis ich klein beigebe, weiteres Kleingeld in diesem blöden Automaten schmeisse und es selber versuche – erfolglos.
Aus unerklärlichen Gründen lasse ich mich dazu hinreissen, es noch drei, vier Mal zu versuchen – und der Hund landet tatsächlich einmal im Greifarm, schafft es jedoch nicht bis zum Schacht.

Schliesslich müssen wir resigniert aufgeben aufgeben und nach Hause trotten – nachdem ich meiner Cousine hoch und heilig versprochen habe, dass ich genau den gleichen Hund auch im Spielwarenladen gesehen habe.

So verlasse ich an diesem Abend um mehr als fünf Euro leichter, mit einer verheulten Cousine und einem unglaublich hässlichen Frosch den Jahrmarkt.

Verflucht seien diese blöden Automaten.

6.8.08 18:18


Fremdschämen in Extremform

Was solls; einen weiteren freien Nachmittag kann man auch mal mit „Freundinnen“ im Kino ohne fatale Folgen verbringen – denkste.

Wir vier betreten den Kinosaal, und setzen uns vor eine Frau im Rollstuhl, der alle Extremitäten fehlen. Meine „Freundin“ scheint ganz angetan davon, kann den Blick nicht von der Frau abwenden und ich flüstere ihr zu, sie solle gefälligst nicht mehr gaffen. Da beugt sie sich zur anderen rüber und meint zu ihr vermutlich etwas wie: „Guck mal, die Frau hinten uns hat keine Arme und keine Beine!!!“

Diese fängt auf einmal laut an zu lachen und schreit durch den halben Kinosaal: „Jaaahh und, ich hab auch keine Arme an den Beinen!!“

Ich haue ihr an den Arm, sie ruft „AAHH!“, haut mich zurück. Da dreht sie sich um, sieht die behinderte Frau, merkt, dass sie das wohl falsch verstanden hat. Doch anstatt ihr Fehlverhalten zu realisieren, grölt sie „UPPPS!!“ und lacht weiter.

Braucht das überhaupt kommentiert zu werden!?

8.8.08 18:54


Ungerechte Welt

Wieso muss derjenige, der schnarcht, immer als Erster einschlafen!!?

Schlaflose Nächte sind ja ausgesprochen toll...

12.8.08 20:32


...

Nichts ahnend betrat ich eines schönen Ferientages die Hightech-Küche in der Villa meiner Tante, als sich gerade meine 9-jährige Cousine an mir vorbeiquetschte und schon wegwollte. In den Händen hielt sie jedoch eine Art Massbecher, der zur Hälfte mit etwas gefüllt war (wovon ich mit 99.99-prozentiger Sicherheit sagen kann, dass es sich um Cola handelte).

Ich: „Wart mal... was machst du da?“
Sie: „Ich trinke, oder siehst du das nich???“
Ich: „Und wieso trinkst du bitteschön aus diesem Ding da?“
Sie: „Aus welchem Ding?“
Ich: „Ja, aus diesem Massbecher, oder was das auch immer ist...“

Sie schlürft ein wenig Cola.

Sie: „Einfach, weil es keine Gläser mehr hat.“

Ich packe sie von hinten und ziehe sie mit in die Küche.

Ich: „Wo hat’s hier bitteschön keine Gläser mehr?“
Sie: „Jaa, es sind alle dreckig.“

Ich blicke zur Spüle, in der bestimmt zwanzig leere Gläser stehen.

Ich: „Mein Gott, da sind eh die meisten deine und da war ja sowieso überall nur Cola drin, brauchst nur eins zu nehmen und halt kurz zu spülen, wenn’s dich stört...“
Sie: „Jaa, ich kann das nicht...“
Ich: „Jaah, ist verdammt schwer, ’ne?“
Sie: „JAA, meinst du, ich trinke daraus, wenn sie alle da reingespuckt haben?“
Ich: „Wer hat reingespuckt?“
Sie: „Jaaah, weiss ich auch nich’, aber die sabbern alle beim Trinken und Sabber kann man nicht einfach so auswaschen...“

Ich: „Ich geb’ dir gleich deinen Sabber, was für Sabber... trink halt aus deinem eigenen Glas, merk’ dir welches deines ist, und nimm nicht dauernd ein Neues...“

Sie: „Jaa, ich kann’s mir nicht merken, wenn alle gleich aussehen..“
Ich: „Dann tu’s irgendwohin, damit du nachher weisst, dass das deins ist...“
Sie: „Ja, wenn ich’s irgendwo hintue, dann wascht ihr’s alle nachher ab...“
Ich: „JAA, wenn hier keiner abwaschen würde, würdest du am Ende aus ’ner Pfanne trinken!!“

Sie zuckt bloss mit den Achseln und will weggehen.

Ich: „WIESO hat’s in der Spüle so viele Schnapsgläser!?“
Sie: „Jaa, ich hatte zuerst diese genommen, aber da passt zu wenig rein, dann hab ich das hier gefunden... aber ich trinke jetzt nicht mehr aus diesen, die kannst du abwaschen... wenn du willst...“

...

Sie: „WAAAS, du hast doch auch gesagt, dass ich nicht mehr aus der Flasche trinken darf...“

Nächstes Mal kriegt jeder sein eigenes Glas mit einer FETTEN Ettikette mit seinem Namen drauf, und dann sollen sie zusehen, wie sie damit klarkommen.

17.8.08 17:36


Wieder was dazugelernt...

Merke:
Man sollte nie in einem Restaurant, in dem Wert auf Tischmanieren gelegt wird, Spaghetti bestellen. VOR ALLEM nicht solche mit Meeresfrüchten. (Vorausgesetzt man ist so ein Trampel wie ich.)

Am letzten Tag vor unserer Abreise kam meine Tante auf die irrsinnige Idee, uns alle in ein exklusives Restaurant auszuführen. Schliesslich sassen wir im grössten Schicki-Micki-Restaurant der Stadt, mit diesen unglaublich statischen Kellnern, die einem den Stuhl zurechtrücken, dauernd fragen, ob alles in Ordnung ist, usw. – aber die Bude wurde meiner Tante schliesslich ’vom unglaublich-ober-wichtigen-Chef-Direktor einer noch-viel-wichtigeren-Finanz-Unternehmens-Beratungs -Firma höchstpersönlich empfohlen’.

Wir bekamen die Speisekarten gereicht (so riesig, dass man die kaum aufklappen kann, ohne ein Glas umzuwerfen – wieso auf dem Tisch aber Gläser für 72 Weinsorten stehen müssen, ist mir auch ein Rätsel.) Trotz der überdimensionellen Karte war die Auswahl etwas mickrig – es fand sich kein einziges Fleischgericht. (Die Grösse der Karte ist dadurch zu erklären, dass sie alle Gerichte in 1643 Sprachen übersetzen mussten.) Etwas unschlüssig entschied ich mich für ’Spaghetti mit meerfrichte’ (Wenn ich das nicht auch auf kroatisch gelesen hätte, wäre ich nie im Leben darauf gekommen, was das heisesn soll.)

Kurze Zeit später kam der Kellner mit einer riesigen Schüssel angewatschelt, die er mir unglaublich theatralisch servierte. Darin befanden sich bestimmt eine ganze Tonne Spaghetti und doppelt so vielen Muscheln, Austern, Scampi und zwei riesigen Krabben, die erschreckend lebendig aussahen. Das Ganze schwamm in einer halbwegs durchsichtigen Sosse. Bevor ich mich vom Schock erholt hatte...

Tante: „Oohhhh, Röschen, das sieht ja toollll aus! Deine Tante würde gerne auch ein bisschen probieren, ja?“

Jaah, du kannst die Krabben haben...

Ich: „Ja, klar, ich geb dir dann was...“

Tante: „Ohhh, wie gütig mein Schätzchen ist.“

Denkste, wenn ich nicht eine Portion für eine 500kg-Person und keine Krabben hätte, würde die keinen Bissen kriegen...

Tante: „Jaa, deine Tante wartet jetzt noch auf ihr Essen...“

Leute, die in der 3.Person von sich reden, sind ohnehin etwas speziell.

So machte ich mich voller Zuversicht ans Essen, schob all die Meerestierchen beiseite und stach mit der Gabel mitten in den Haufen Spaghetti. Dann begann ich ganz vorsichtig zu drehen. Und drehte, drehte, und drehte, hob die Gabel – und es hing die halbe Schüssel Spaghetti dran. Bald gab ich es auf, versuchte am Rande ein paar Nudeln auf die Gabel zu kriegen. Ich drehte... und drehte... und drehte, schüttelte alles ab und drehte wieder, doch es hingen immer unzählige Fädchen herunter.
So ging das die ganze Zeit weiter, bis ich gänzlich aufgeben musste und einfach so schnell wie möglich versuchte, die Spaghetti einzusaugen. Dabei durfte keiner meken, dass ich nicht fähig bin, (Spaghetti) anständig zu essen. Es waren jedoch alle zu sehr mit ihrem Teller beschäftigt – meine Tante, die noch auf ihre Speise (irgendein Spezialwunsch) wartete, war glücklicherweise in ein Gespräch vertieft.

Plötzlich jedoch wandte sie sich zu mir und zeigte mir ihr künstliches Pferdelächeln. Ich hörte augenblicklich mit dem Essen auf, wischte mir den Mund ab, wartete, dass sie sich wegdrehte. Doch sie setzte ihre Sonnenbrille auf und starrte mich an (!!!).

(Was ich ohnehin am meisten an ihr hasse, ist wenn sie sich ihre übergrosse Chanel-Sonnenbrille mit diesen undurchsichtigen schwarzen Gläsern aufsetzt und dann in einer Position verharrt, wobei ich nicht weiss, ob sie mich gerade prüfend ansieht oder in eine ganz andere Richtung blickt. Dabei ist sie leider der Typ Frau, der sich abends um halb zehn im Restaurant eine Sonnenbrille aufsetzen kann, ohne gefragt zu werden, ob sie eine Bindehautentzündung hat.)

Ich wollte gerade meiner Qual ein Ende setzen und die Spaghetti zerschneiden, als mir bewusst wurde, dass das in ihren Augen sicherlich eine Todsünde ist. Also versuchte ich mich zu konzentrieren und drehte vorsichtig ein paar Spaghetti auf die Gabel – das ging noch so halbwegs gut; nur zwei hingen herunter (Rekord!). Diese schob ich mir so schnell es ging in den Mund und sog die hängenden Spaghetti ein (und ich schwöre, diese Spaghetti waren mindestens doppelt so lang wie normale) – und in diesem Moment spritzte die Sosse nur so in alle Richtungen, und ich wusste genau, dass SIE mich anguckte...

Dies versuchte ich möglichst zu überspielen und machte mich daran, sobald meine Tante wegsah, all die Muscheln auf dem Teller meines Vaters aufzutürmen. Nach einem weiteren Versuch verlor ich aber endgültig die Nerven und begann damit, die Spaghetti entzwei zu schneiden.

Tante: „MEEIIN GOOTT!!“

Ich lasse vor Schreck die Gabel fallen.

Tante: „AAHHH, was machst du da bloss!?“

Alle gucken mich an.

Ich: „Was ist...?“
Tante: „Du schneidest ja die Spaghettiiiiiiihh!!“
Ich: „... was? Nee...“
Tante: „Doch, du hast gerade die Spaghetti entzwei geschnitten! Du weisst doch, dass man das nicht macht!“
Ich: „Neee, hab ich überhaupt nicht....!!“
Tante (augenzwinkernd): „Deine Tante hat gesehen, dass du gerade dein Messer benutzt hast. Komm, ich zeige dir jetzt, wie man das richtig macht...“
Ich: „Ich – hab – die – Spaghetti – gar – nicht – entzwei – geschnitten! GUCK!“

Hastig spiesse ich irgendwo am Rand eine ganze Spaghetti auf und halte sie hoch, merke jedoch, dass das, was ich gerade mache, unglaublich dämlich ist...

Tante: „Wieso hat denn dann dein Messer auf dem Teller gekratzt?“
Ich: „Da hat gar nichts gekratzt... ich hab bloss... diese Krabbe da geschnitten...“

DIE KRABBE „GESCHNITTEN“!? AUTSCH. Man darf doch keine Krabben schn-

Tante: „Man darf doch keine Krabben schneiden!!! Ach, weisst du, was bei deiner Tante gewesen wäre, wenn sie an diesem PROMI-GALA-?????-DINNER in London ihre Spaghetti entzwei geschnitten hätte!????? Ich wäre dann niiieeee wieder zu so einem exklusiven Dinner eingeladen worden, aber.....blaablaaaa...“

Glücklicherweise fragte mich meine Cousine da, ob sie denn eine Krabbe probieren könne, so dass ich ihr trotz ihres Protests beide Krabben auf den Teller schob und mich weiter mit meinen Spaghetti quälte, die jetzt zwar nicht mehr so lang waren, aber immer noch voller Sosse (gut, die Hälfte war wahrscheinlich schon auf meiner Bluse).

Gott sei Dank liess mich meine Tante schliesslich alleine leiden, überraschte mich jedoch am Ende mit folgendem Kommentar:

Tante: „Ach, guckt mal, es ist eine wahre Freude ihr zuzusehen, wie sie so schön langsam und geennüüüsslich isst.“

(KEIN WUNDER ESSE ICH LANGSAM, WENN ICH JEDES MAL ZWEI MINUTEN BRAUCHE, UM EIN PAAR SPAGHETTI AUFZUGABELN!!)

Ironischerweise waren diese Spaghetti gleichwohl etwas vom Besten, was ich in den letzten Jahren gegessen habe.


24.8.08 19:47