schpitza

Home
Gästebuch
Kontakt
Archiv
Abonnieren
Disclaimer & Info



kostenloser Counter



Gratis bloggen bei
myblog.de

Freitagshysterie

Auch gestern war wieder mal ein Ereignis nervenaufreibender als das andere. Vor allem aber sorgte wieder mal eine dunkelhäutige Dame für Aufregung, die sich in letzter Zeit vorbildlich zurückgenommen hatte.

Bereits in den frühen Morgenstunden, in denen alle noch im Halbschlaf den Erklärungen unseres lieben Herr Hans lauschten, meldete sie sich plötzlich, was eine allgemeine Verwunderung auslöste, da sie zwar sehr gesprächig ist, aber im Unterricht lieber ihre Sachen anmalt als wirklich aufzupassen. Das Wunder blieb aus – sie verlangte bloss, dass die Rollläden heruntergelassen wurden.

Lehrer: «Wieso wollen Sie die denn jetzt unten haben? Ist doch schön, wenn's ein wenig hell ist...»
Sie: «Jaaaa, aber die Sonne scheiiinnt.. und ich sitze hier am Feeeennnsstter, und dann werde icch schwaaarzz..»

Als einige zu ihr meinten, sie könne gar nicht noch schwärzer werden, wies sie alle «dezent» darauf hin, dass sie braun und keinesfalls schwarz ist, und dass jeder, der das anders sieht, anscheinend an akuter Farbenblindheit leidet.

Lehrer: «Es ist doch grad mal halb neun, die Sonne ist grad mal aufgegangen... wenn ich hier die Rollläden runterlasse ist es hier drin stockdunkel.»
Sie: «Jaaa, dann machen wir halt das Licht an...»
Lehrer: «Ich sehe keinen Bedarf, hier jetzt unnötig alles hinunterzulassen....also...»
Sie: «Jaaaa, es blendet hier TOOOOTAALLL...»
Lehrer: «.. die paar.. Sonnenstrahlen BLENDEN Sie?»
Sie: «Jaaaa, ich kann auch gar nichts lesen, was an der Tafel steht...»
Lehrer: «Dann setzen Sie sich halt woanders hin, damit sie jaaa nicht schwarz werden...»


Den ganzen Rest der Doppelstunde liess sie es sich nicht entgehen, allen Anwesenden zu zeigen, dass anscheinend 'ihre Gefühle verletzt worden waren', wie sie später mitteilte. Dies äusserte sie, indem sie mürrisch vor sich herstarrte, jeden, der ihr nahe kam, gleich anschnauzte und absichtlich sehr geräuschvoll auf ihrem Kugelschreiber herumklickte.

Am Ende der Stunde verschwand sie so schnell wie möglich mit schnellen Schritten und gesenktem Kopf.

*
Als ich kurz vor Beginn der nächsten Stunde durch die Kantine trottete, rief sie plötzlich von der anderen Seite durch den ganzen Raum:

Sie: «******! Kooooomm hherrrr!»
Ich: «Waaaas...?»
Sie: «Kooommm schnell her, du musst mir hellffenn...»

Ich gehe also tatsächlich durch den ganzen Raum zurück zu ihr, die neben einem Snackautomaten steht...

Ich: «Jaa.. was ist jetzt?»
Sie (den Tränen nahe): «Ich hab hier ganze fünf Franken eingeworfen und wollte.. wollte ein KitKat herauslassen, aber es kooommtt nichts... es steckt fest! Und mein Geld gibt das Sch*****-Ding auch nicht zuuurückk..»

Um mir das eindrücklich zu demonstrieren hämmert sie gleich ein paar kräftig auf dem Automaten herum.

Ich: «Ähhmm.. der ist defekt.»
Sie: «JAAA, DAS WEISS ICH VIELLEICHT AUCH!»

Ich: «Jaa, wieso schmeisst du dann da Geld rein, wenn doch drauf steht, dass er 'defekt' ist?»
Sie: «JJAAA, MEINST DU ICH LESE WAS DA DRAUFSTEHT..?»

Ähm. Da muss man nicht mal richtig «lesen», da reicht ein kurzer Blick auf den Automaten um die übergrosse DEFEKT-Aufschrift zu erkennen...

Ich: «Jaa, da bist du halt selber schuld... hättest's dir ja auch vorne an der Snackbar kaufen können...»

Sie: «AAHHH, meinst du ich latsche bis das vorne, um mir das zu kaufen??? Ausserdem hasst mich die Frau dort.»

»Bis da vorne» = höchstens zehn Meter

Ich: «Die Frau hasst doch keinen...»
Sie: «Doooch, sie gibt mir immer kaputte Sachen...»
Ich: «Kaputte Sachen..?»
Sie: «Jaaa, so Cornets halt, wo der untere Teil schon so halb abgebrochen sind...»
Ich: «Jaaa, macht sie sicher absichtlich...»

Sie: «..macht sie aber!!! Koooommmm, hilf mir jetzt mal...»

Sie beginnt, wie eine Irre auf dem Automaten herumzuhämmern und dagegenzutreten.

Sie: «Guuuck, wenn wir fest genug treten, fällts vielleicht raus..!»

.. Es läutet.

Ich:
«Ich glaub, wir sollten gehen...»
Sie: «NEEIIN MANNN, ICH GEH HIER NICHT WEG, BEVOR ICH MEIN KITKAT UND MEIN RÜCKGELD HAB, KAPIERT? MIR DOCH SCH****EGAL OB DIE STUNDE ANFÄNGT ODER WAS AUCH IMMER..!!»

Zwei Minuten lang leiste ich ihr Gesellschaft, anschliessend gehe ich.

Zum Physikunterricht erscheint sie zwanzig Minuten zu spät, tränenaufgelöst - und mit einem KitKat in der rechten Hand.
3.5.08 14:36


Werbung


Alle Tage wieder

Nicht, dass man überhaupt fragen müsste, aber...
...ist es in Ordnung...

... die eigenen Mitschülerinnen jeden Morgen mit „HHEEYY IHR SCHLAMPEN“ zu begrüssen?
... (als Frau) ohne BH zur Schule zu kommen und: „Ohhh neeein, ich hab heute morgen vergessen mir einen anzuziehen!!“ herumzuschreien, so dass es auch ganz sicher jeder mitbekommt?
... Kaugummis unter die Pulte zu kleben?
... im Unterricht für alle gut sichtbar in der Nase zu bohren?
... – die Popel dann auch noch unters Pult zu kleben!?
... „Ich bin ’ne Nutte“ aufs eigene Etui zu schreiben und das dann am besten so drehen, dass es auch der Lehrer lesen kann?
... dem Lehrer einen leeren UBS-Stick abzugeben und ihm dann versichern, die verlangte Arbeit sei auch tatsächlich drauf?
... im Unterricht heimlich zu essen?
... im Unterricht ganz offensichtlich zu essen?
... jede Woche in der Sportstunde einen „Zahnarzttermin“ zu haben, obwohl man blendend weisse Zähne und ein anscheinend perfektes Gebiss hat?
... im Pyjama zur Schule zu kommen?
... sich Geld aus dem Geldbeutel von Mitschülern zu nehmen und denen dann nach einer Woche mitzuteilen, dass man sich ein wenig was „geliehen“ hat?
... mit dem Kassierer in der Mensa zu flirten und dann zu hoffen, eine Ketchuptüte umsonst zu bekommen?
... in der Stunde so laut Musik zu hören, dass selbst der Lehrer das Lied erkennt?
... auf dem Boden zu essen?
... sich an den Mensatischen die Fussnägel zu lackieren?
... wenn man merkt, dass man zwei Minuten zu spät ist, gleich die ganze Stunde zu schwänzen?
... bereits zu beginnen, seine Sachen zusammenzupacken, auch wenn es erst in zehn Minuten läutet?
... die Lehrer beim Vornamen zu nennen, obwohl man von ihnen selbst gesiezt wird?
... vom Schulhausdach herunterzuspucken, wo sich eine ganze Horde von Schülern befindet?
... den ganzen Tag mit einer Sonnenbrille herumzulaufen und sich zu weigern, diese abzunehmen, nur weil
... sich mit einem gewöhnlichen Farbstift zu schminken, und sich dann zu beklagen, dass das „irgendwie total in den Augen brennt“?
... eine Woche nicht zur Schule zu kommen, weil die eigene Katze gestorben ist, obwohl jeder weiss, dass man auf Katzenhaare allergisch ist?
... sich während der Französischstunde so viele Kaugummis in den Mund zu stopfen, dass man anschliessend den Mund nicht mehr aufkriegt und auf die Toilette rennen muss?
... den liebenswerten Mathelehrer, der sich zu einem Schüler hingebeugt hat um ihm eine Aufgabe zu erklären, mit dem Bleistift in den Hintern zu pieksen?
... in (ausgeliehenen) Socken im Wald joggen zu gehen, weil man seine Turnschuhe vergessen hat und sich die Ballerinas nicht ruinieren will?
... seine Sportlehrerin zu fragen, ob sie in den Ferien zugenommen hat?
... den nassen Regenschirm einfach in den Spind einer Mitschülerin zu schmeissen?
... sich die ganze Sportstunde lang zu fünft in einer Toilettenkabine einzuschliessen und dann zu behaupten, man sei nicht mehr hinausgekommen?
... mittem auf dem Gang eine halbe Flasche Cola auszuleeren und dann einfach so weitergehen, als sei man es nicht gewesen?
... die Putzfrau „EY TANTE“ zu nennen?
... vor dem Lift zu sitzen und darauf zu warten, dass einen ein Lehrer hinauffährt, weil zwanzig Treppenstufen „einen einfach umbringen“?
... auf dem Computer des Geografielehrers in der Pause LEGO RACERS zu spielen?
... in seinem Spind das ganze Jahr lang „Tag der offenen Tür“zu haben?
... zwei Stunden zu spät in die Schule zu kommen, weil es draussen geregnet hat und das einem sonst die Frisur ruiniert hätte?
... wegen einer Fliege mitten in der Stunde während einer Arbeit schreiend zur Zimmertür zu hetzen und sich zu weigern, an den Platz zurückzukehren?


... das alles auch noch völlig „normal“ zu finden?

Ich - brauche - Ferien.

18.5.08 18:13


Quetschalarm

Im Grunde versuche ich als „pubertierende Göre“ dennoch die wichtigsten Regeln des Anstands zu wahren – damit ich mich nachher fragen kann, weshalb ich es eigentlich überhaupt tue, wenn der Ruf der Jugend ohnehin tiefer unten als im Keller liegt.

So fielen bei uns gestern die zwei ersten Schulstunden aus, so dass ich mich erst gegen zehn auf den Weg dahin machte und schliesslich in einen so gut wie leeren Bus stieg. Da ohnehin kein anderer Fahrgast da war, stellte ich ausnahmsweise meine Schultasche auf den Sitzplatz neben mir. (Obwohl ich sonst die Leute verurteile, die in einem proppevollen Bus Plätze für ihre Rucksäcke und Taschen reservieren.)

Da sah ich also nichtsahnend aus dem Fenster, als an der nächsten Haltestelle eine relativ korpulente Frau mit meterhohen Absätzen in den Bus stöckelte und herumzustolzieren begann. Und ohne dass ich Zeit gehabt hätte zu reagieren, nicht mal dass ich sie überhaupt bemerkt hätte, sass sie schon mit ihrem überaus breiten Hintern neben mir auf meiner Tasche. Obwohl es bestimmt fünfzig weitere freie Plätze im Bus gab, musste die sich ausgerechnet neben mich AUF MEINE TASCHE SETZEN. In diesem Moment begann ich den ganzen Inhalt meiner Tasche durchzugehen und malte mir aus, was sie denn alles zerquetscht haben könnte – und ich war kurz davor sie anzuschreien, sie solle gefälligst ihr fettes Hinterteil da wegbewegen.

Da ging mir aber durch den Kopf, dass die arme Frau meine Tasche möglicherweise übersehen hatte und nicht alleine hatte sitzen wollen, und dass sie mit ihrer Körpermasse gar nicht spürte, dass sie da auf etwas sass – wobei ich im Nachhinein merkte, dass ich wohl viel zu gut zu meinen Mitmenschen bin, die so viel Mitgefühl wohl gar nicht verdient haben...

Ich: „Ähm... entschuldigen Sie, aber Sie sitzen auf meiner Tasche.“
Sie: „Ich weiss.“

...

Ich: „Ähhmm... könnten Sie bitte schnell aufstehen... damit ich meine Tasche da wegnehmen kann?“
Sie: „Nein.“
Ich: „Ähh... was? Wieso?“
Sie: „Wieso sollte ich?“
Ich: „Weil man sich nicht einfach so auf ’ne Tasche draufsetzt!? Da ist vielleicht auch was drin!!“
Sie: „Du hast es nicht anders verdient!“
Ich: „Was hab ich denn so Falsches getan???“
Sie: „Du hast einfach so unverschämt mit deiner Tasche den Platz besetzt!!“
Ich: „Jaaaa, aber dieser Bus ist LLEEERRR, es gibt genug freie Plätze, und wenn Sie unbedingt neben mir sitzen wollten, hätten Sie mich ja fragen können, ich hätte die Tasche weggenommen...“
Sie: „AHHAHAH, was für eine Unverschämtheit... echt... nichts weiter als eine gnaaadenlose Frechheit. OOOoh, und wie ich das kenne... diese kleinen Ausländer, was die mit einem machen, ooooh, das ist unglaublich...“

Wobei man mir doch ganz sicher nicht ansieht, dass ich Ausländerin bin...

Ich: „Schön, wenn es Sie stört, dann nehm ich jetzt meine Tasche und geh mich woanders hinsetzen...“

Und ob ihr’s glaubt oder nicht; diese schreckliche Frau wollte meine Tasche einfach nicht freigeben! Die ist da draufgesessen und hat mir wie ’ne Irre einen Vortrag über die heutige Jugend gehalten – und als es mir zu viel wurde, hab ich tatsächlich begonnen, meine Tasche unter ihrem Hinterteil wegzuziehen, was mir auch gelungen ist. Daraufhin hab ich mich gaaaanz hinten in den Bus gesetzt.

Dass es sowas echt gibt... ich glaub’s ja selber nicht.

Mein schönes, frisches Brötchen war nachher ganz zerquetscht...
29.5.08 17:07