schpitza

Home
Gästebuch
Kontakt
Archiv
Abonnieren
Disclaimer & Info



kostenloser Counter



Gratis bloggen bei
myblog.de

Ach, diese Fälle Bälle....

Während ich schon letztens von den kleinen Sprachpannen meiner Eltern berichtet habe, gibt’s heute gleich was Neues.

Vater (ganz beiläufig): „Heissts eigentlich „die Ball“, „das Ball“ oder „der Ball“?“
Ich: „Der Ball, natürlich.“
Vater: „Der Ball? Männlich?“
Ich: „Jep.“
Vater: „Aber wieso ist der männlich? Ich meine... wie kann ein Ball männlich sein?“
Ich: „Warum nicht?“
Vater: „Hmm, bei uns ist der ja weiblich..“
Ich: „Du hättest also „Die Ball“ gesagt?“
Vater: „Ja...Und der Ball, an dem man tanzt, ist der auch mänlich?“
Ich: „Ja.“
Vater: „Och, Mensch, Deutsch ist echt nicht einfach...“

...Holt seine Socken aus dem Schrank, zieht sie an.

Vater: „Weißt du, beim Tennis... Ich weiss jetzt, warum mich alle immer schräg angucken, wenn ich „Die war gut“ sage...“

2.12.07 18:43


Werbung


Gezuckt, gepiekst, erfroren

Physik. Letzte Stunde an einem kalten Winterabend. Dadurch, dass einige Leute es als nötig empfinden, in den Pausen die Fenster sperrangelweit aufzumachen, friere ich bis auf die Knochen, als mich der kalte Stuhl noch einmal erschaudern lässt. Der Lehrer fängt an zu erzählen, wiederholt den Stoff der letzten Stunde, meine Pultnachbarin malt die Häuschen auf ihrem Blatt aus, die von hinten fragen mich, wie spät es ist...

Nach ein paar Minuten merke ich, dass ich den Stoff tatsächlich verstehe, und so kalt hab ich auch nicht mehr, als plötzlich etwas
Furchtbares geschieht.

Der schräge Vogel vor mir, ein Lockenschopf mit leicht eingeschränktem Verstand, der davon überzeugt ist, er sei allen furchtbar überlegen, fängt an, mit seinem Bein zu
zucken!

Und dann geht das so weiter... Minutenlang zuckt sein Bein, bewegt sich von links nach rechts, und es ist direkt in meinem Blickfeld! (Würde ich geradeaus zum Lehrer schauen, würde ich es nicht sehen, aber ich gucke es nun mal an!)

Ich (zu meiner Pultnachbarin flüsternd): „Mark* hat irgendwelche Zuckungen..“
Sie: „Was?“
Ich: „Guck, er zuckt die ganze Zeit mit seinem Bein..“
Sie: „Ja, mir doch egal... Hast du.. noch’n.. ROT?“

Sie schnappt sich mein Etui und fängt an drin rumzuwühlen. Dann schmeisst sie es wieder zurück und malt an den Häuschen weiter. Die Zuckungen hören nicht auf.

Also ergreife ich die Initiative und will gegen diese Zuckungen vorgehen, damit ich mich vollends dem Unterricht widmen kann.

Ich: Mark*..MARK..“

Er reagiert nicht.

Ich: Markkk..“
Mark (ohne sich umzudrehen): „Was ist?“
Ich: „Hör auf mit deinem Bein zu zucken.“
Mark: „Wieso?“
Ich: „Es stört mich.“
Mark: „Wieso stört dich das?“
Ich: „Weil es mich ablenkt.“
Mark: „Nerv mich nicht, hör zu.“

Die Zuckungen hören tatsächlich auf. Doch nach einer halben Minute fängt es wieder an. Wie kann jemand die ganze Zeit sein Bein so schnell hin- und herbewegen!?

Ich: Markk... MMAARRKK...“

Er reagiert nicht.

Ich: „MMAAARRKKK..“

Er rührt sich nicht. Also nehme ich einen Bleistift und piekse ihn in den Rücken. Das scheint allerdings keine Wirkung zu zeigen (zu dicker Pulli, zu stumpfer Bleistift).
Also spitze ich kurz den Bleistift und piekse ihm erneut in den Rücken, diesmal fester.

Ich: „MAARRKKK..“
Pultnachbarin: „Guck, das macht man so!“

Sie schnappt sich einen Radiergummi und schmeisst ihn ihm an den Kopf.

Sie: „MARK, MANN, HÖR AUF MIT DIESEM SCHEISS, WENN ES SIE STÖRT!!!“

Und dann widmet sie sich ohne irgendeine weitere Regung ihrem „Kunstwerk“.

LEHRER: „Was ist da hinten los?“
Mark: SIE (zeigt auf mich) lenkt mich die ganze Zeit ab, ruft meinen Namen und zersticht mich mit diesem Bleistift!“

LEHRER (zu mir): „Sie setzen sich jetzt für den Rest der Stunde an das freie Pult da hinten rechts. Und dann können Sie mir gleich die nächste Aufgabe erläutern..“

Immer bin ich die Schuldige. Auch wenn ich mir nur einen zuckungsfreien Unterricht wünsche. Stattdessen bittet MARK gleich in der nächsten Minute, das Fenster aufzumachen, während ich gleich danebensitze. Und selbst als ich in den nächsten Minuten erreiche, dass das Fenster geschlossen wird, friere ich noch den Rest der Stunde.


Physik ist toll...

* Name geändert.
5.12.07 17:48


Papierpedanterie

Ich weiss bereits, dass die Amerikaner sowieso glauben, der Boss zu sein, doch ich hasse es, wenn man ihnen auch noch das Gefühl geben muss, dass sie es sind.

Das hat man davon, wenn der eigene Onkel eine waschechte Amerikanerin heiratet, und diese ALLEIN hierher schickt. «Damit sie die Familie ein wenig besser kennenlernt.» Dabei hat sie keine Ahnung von der hiesigen Kultur, geschweige denn von der Sprache.

Und was tun all meine Verwandten? Sie hüpfen um Sie herum, tun so, als wäre der Präsident höchstpersönlich zu Besuch und lesen ihr jeden Wunsch von den Augen ab. (Müssen sie ja wohl wortwörtlich, denn anders können sie sich kaum verständigen.)

Gestern: Telefonanruf. Fazit nach drei Tagen.

Eindruck: Alles ist toll ausser ... das Klopapier. Man kann es nicht «knüllen».

Doch – wie konnte sie das meinen zwei Tanten überhaupt mitteilen? Die können beide kein Englisch. Na, man kann sichs denken – sie hat ein paar Blätter Klopapier geholt und verzweifelt versucht, ihnen das mit verschiedenen Gesten und Knüllen und Rumstrampeln zu erklären.

Jedoch Respekt – so eine Show wegen ein wenig Klopapier abzuziehen ist echt nicht jedermanns Sache.

Aber – wie zum Teufel soll man ihr denn helfen? Sie durfte sich bereits im Supermarkt all die vorhandenen Toilettenpapiere ansehen und sich verschiedene aussuchen, von denen ihr jedoch keines entsprochen hat. Wo kann man denn amerikanisches Klopapier besorgen? Oder Papier, dass sich «knüllen» lässt?
Normales Schreibpapier kann man knüllen, aber das ist wohl auch nicht das, was sie sich drunter vorstellt...

Wird sie sich halt zwei Wochen lang mit «Zusammenleg»Papier begnügen müssen. Es gibt Schlimmeres im Leben.

Obwohl ich möglicherweise die arme Frau nicht als pedantisch darstellen sollte, da sie wohl wirklich ihre liebe Mühe beim Pflegen ihres Allerwertesten hat - (die Spezialwünsche bezüglich Tees, Wärmeverhältnissen und Matratzen mal ausser Acht gelassen)


8.12.07 15:25


Wischwasch-Krümelhysterie

Seit einigen Wochen haben einige Lehrlinge ihre Stelle in unserer Schulkantine angetreten, was das tägliche Mittagessen wesentlich angenehmer gemacht hat. Es ist ein Genuss, sein Essen jedes Mal mit einem freundlichen Lächeln und einem „Guten Appetit!“ von einem ungemein gutaussehenden und charmanten Burschen gereicht zu bekommen, als von dieser alten Zicke, die immer so kleine Portionen lieblos auf die Teller geklatscht hat, so dass einem die Lust dran sofort vergangen ist.

Ausserdem geben diese neuen Köche auch am späten Nachmittag Brot und einige Kleinigkeiten auf Anfrage kostenlos raus (wobei ich eine der ganz Wenigen bin, die diesen Service in Anspruch nehmen). Der Blick der Frau, die den ganzen Tag schlecht gelaunt Sachen an der Snackbar verkauft, ist einfach köstlich.

Die neuen Kerle haben ausserdem die Regelung noch nicht hundertprozentig im Griff, so dass man auch einen Pommes-Nachschlag von ihnen bekommt, während die schnippische Alte diesen früher immer konsequent verweigert hat.

Zu den Aufgaben der Neulinge gehören auch das Abräumen und das Putzen der Tische, das heute in einer Freistunde anstand, in der wir mit Büchern und Heften die Mensa-Tische bevölkerten.

Also kam einer der netten Burschen gleich mit einem Lappen angetanzt, jedoch in Begleitung mit der alten ihr-wisst-schon.

Er machte sich daran, die Tische nebendran abzuwischen, als die Frau plötzlich energisch „NEIN NEIN NEIN NEIN!“ schrie und dem ziemlich verwirrten Kerl den Lappen aus der Hand riss.

Frau: „Viel, VIEL zu gründlich! So kommst du NIRGENDS hin, wenn du nicht den ganzen Tag nur die Tische putzen willst!“

...

“Guck, das macht man SO!“

Die Frau schnappt sich den Lappen und schmeisst den hin und her, ein bisschen Geschüttel da, ein bisschen Geschüttel dort...

“Fertig!“

Mit ihrer Wischi-Waschi-Technik wendet sie sich unserem Tisch zu und fängt an hin und her zu wedeln. Sie wirft einen verächtlichen Blick auf unsere Bücher und will sich schon dem nächsten Tisch zuwenden, als...

Ich: „Da müssen Sie nochmal drüber, da sind noch lauter Krümel!“
Sie: „WA?“
Ich: „Der Tisch da ist noch dreckig, den müssen sie noch mal putzen.“
Sie: „Wieso?“
Ich: „Es bringt ja gar nichts, dass sie die Tische so putzen, wenn da noch Dreck drauf bleibt..“
Sie: „Den hast DU selbst da drauf gemacht, also würd’ ich mal lieber nicht so vorlaut sein, ’ne..“
Ich: „Ich hab aber gar nicht an diesem Tisch gegessen..“
Sie: „Nee, aber das Ding hier.. nee, das ist auch nicht von dir..“

Sie deutet auf ein Papierchen auf unserem Tisch.

Ich: „Ja, aber das war reine Schokolade, das krümelt nicht..“
Sie: „Das ist nicht mein Problem, es ist egal, was für Dreck ihr da macht, ne, das ist euch ja alles egal, die anderen putzen es ja weg, ich hab echt die Nase voll.!!“

Sie schmeisst den Lappen dem verwirrt dreinblickenden Lehrling zu und stampft davon.

Keine winzigen, lieblosen Portionen und böse Blicke mehr... Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, was für eine Genugtuung das für mich darstellt.

11.12.07 20:32


Pflanzendelikatesse

Manchmal bewundere ich die Leute echt, die so einen umfangreichen, differenzierten Wortschatz besitzen, so dass sie im Stande sind, für das gleiche Menü bestimmt zehn verschiedene Namen zu finden. Da wären wir bei
"Teigwaren mit Käsesauce",
"Tortellini an Käse-Kräuter-sauce",
"Gefüllte Teigwaren an weisser Sauce",
"Ravioli mit Kräuter-Gemüse-Sauce" bishin zu
"Teigwarenvariation an weisser Gemüse- Kräuter- Sauce".

Dass man dann jedes Mal den gleichen Teller in der Hand hält, ist mittlerweile nicht mehr verwunderlich. Die Sauce lässt dabei jedoch oft Fragen offen; es besteht zwar kein Zweifel, dass sie weiss ist, aber darin kann man nur sehr spärlich Kräuter und geschweige denn Gemüse erkennen. Die Teigwaren sind meist eine Mischung aus allen Pastaresten, die die Küche so auf Lager hat.

Gestern wurde einem eine ganz neue Variation geboten: "Tortellini an weisser Kräutersauce mit Ruccola"
Und siehe da!Es war zwar die altbekannte Sauce aus der Tüte, jedoch gab es zum ersten Mal wirklich Tortellini, und kein mehliges Pastagemisch! Die Enttäuschung war jedoch gross, als man etwa zehn wässrige Tortellini auf den Teller geschmissen bekam und der Koch dann eine Tonne unschön aussehenden Ruccola darauf auftürmte und einem diesen Teller reichte, der beinahe einer Pflanze ähnelte.

Da musste ich meiner Klassenkameradin ausnahmsweise mal zustimmen:

"Tortellini... aber ohne dieses GRAS da!!!"

14.12.07 17:19


Neues vom siebzehn Punkt zwölf Punkt

Obwohl ich mich in Deutsch mittlerweile viel besser ausdrücken kann als in meiner Muttersprache, bin ich dennoch froh, dass ich darin mehr oder weniger alles ausser spezifischer Fachliteratur verstehe und auch selbst anwenden kann. Das erlaubt es mir auch manchmal, mich über andere lustig zu machen, obwohl das meine Mutter als „bemitleidenswert“ bezeichnen würde...

Letzten Samstag begab ich mich in den katholischen Religionsunterricht, der von unserem teilweise sehr temperamentvollen Pfarrer unterrichtet wird und der es zudem auch pflegt, uns ein wenig die kroatische Sprache näherzubringen. Deshalb fordert er uns regelmässig auf, selbst die simpelsten Dinge vorzulesen.

So bat er gegen Ende der Stunde einen Schüler etwas vorzulesen, der die ganze Zeit vorher geschwiegen, auf seinem Kulli herumgedrückt und mich damit zur Weissglut getrieben hatte.
Beim Text handelte es sich um ein Flugblatt, auf dem der neue Plan der Messen in den umliegenden Kirchgemeinden aufgeführt war.

(übersetzt)

Er: In XY jeden... mit Ausnahmen jeden zwei.... jeden zwei und vier Sonntag um 11:30.
Lehrer: „Ich glaub, ich hab mich verhört, bitte nochmal.“
Er: In XY mit Ausnahmen jeden zwei und vier Sonntag um 11:30.
Lehrer: „Ach, zum ***, hinter der zwei und der vier steht ein PUNKT. Es ist also nicht „zwei“ oder „vier“, sondern eine Ordnungszahl! Also von neu..“
Er: In XY... mit Ausnahmen... jeden zwei Punkt und vier Punkt Sonntag um 11:30.

Am zweiten Sonntag im Januar muss ich dort als Zweite etwas vor der ganzen Kirche vorlesen, und wahrscheinlich wird mich meine Schwester aus der zweiten Reihe so dämlich angrinsen, das ich vor den Zweien vor mir und vor der ganzen Kirche in schallendes Gelächter ausbrechen werde.

Bin ich nicht furchtbar sprachbegabt? o_O

17.12.07 19:08


In einem Land namens "Tamilien"...

In meiner Klasse gibt es da so eine dunkelhäutige junge Dame, die wegen ihres eigenartigen Auftretens gewiss eine Erwähnung verdient.

*

Anstatt sich darüber zu freuen, dass sie sich als Andersfarbige einigermassen gut integriert hat, wird sie ihre Komplexe nicht los und muss andauernd auf ihrer Abstammung herumreiten.

So bezieht sie jede Aussage gleich auf ihren dunklen Teint, und grölt selbst bei einer eher selten an sie gestellten Aufforderung, die Türe zu schliessen, mit einem: «Immer ich, nur weil ich braun bin!»

Dabei ist zu erwähnen, dass sie stets darauf beharrt, dass sie braun und keinesfalls schwarz ist.
Jedem der sich im Gespräch mit ihr auf «Schwarzfarbige» bezieht, unterstellt sie eine Farbblindheit. Ausserdem besteht sie darauf, dass ihren Haaren eine rotbraune Tönung anzusehen ist, obwohl ich selbst bei grellstem Sonnenlicht nur eine pechschwarze Mähne sehe.

Auf ihren sehr speziellen Humor sollte man auch noch hinweisen; über ihre Scherze wird kaum gelacht – viel mehr aufgrund der Verwunderung, wie es ein Mensch schafft, sich in seinem Kopf überhaupt so einen Irrsinn zusammenzureimen.

So sassen wir heute in einer Pause im Klassenzimmer engbeieinander, als sie dies Missmut und die Stille nicht mehr ertragen konnte und anfing zu schwatzen. Zuerst schilderte sie ein Ereignis, das sich ihr mal zugetragen hatte, was jedoch keinen sonderlich interessierte. Schliesslich begann sie, auf einem ehemaligen schweizerischen Klassenkameraden herumzureiten.

Sie: «Tja, so sind halt die Schweizer...»

Sie schaut in die Runde und lacht.

Sie: «Ach, ups, ich muss ja jetzt aufpassen, hier sind ja die meisten Schweizer!»

Fängt an mit dem Finger auf die Leute zu zeigen und abzuzählen.

Sie: «Schweizerin, Schweizerin, Schweizer, Halb-Schweizerin, hmm, ja, Ausländerin, Schweizerin, Schweizerin...

...zeigt auf sich selbst...

AUSLÄNDERIN!!!»

Die Leute werfen sich schon vielsagende Blicke zu.


Da meint einer zu ihr:

»Hör mal auf mit diesem Schubladendenken.. langsam nervts.»

Sie: «Hmm, ja ich weiss...*grinst*.. Aber ja, alllleee Menschen sind gleeeiiichh...
(Witz/Anfang) .. ausser ich, ich bin ja braun!! (Witz/Ende)»

...

Sie: «Hmm, ja.. braun unter Weissen ist schon auffallend.. Aber mir selbst fällt das gar nicht auf, denn ich seh mich selber ja gar nie!!»

Mitschüler:
«Mal dir einfach 'nen Punkt auf die Stirn und verschon uns!»


... und es gibt sowas, das nennt sich Spiegel...

19.12.07 18:07


Trendgemüse

Doppelstunde Mathe. Der liebevolle Herr Hans bemüht sich, erklärt, geht von Pult zu Pult und versucht uns zum Lösen der Aufgaben zu bewegen, doch es will nicht so recht klappen. Stattdessen machen sich die Schüler über seine leicht veraltete Hose lustig, lernen für den noch bevorstehenden Englischtest oder beschäftigen sich auf eine andere sinnvolle Weise.

Eigentlich habe ich mir vorgenommen, einige Aufgaben zu lösen um mir über Weihnachten nicht noch mehr Arbeit aufzuhalsen, doch meine Pultnachbarin lenkt mich gekonnt mit furchtbar belanglosen Geschichten ab.

Zunächst beginnt sie, ein Namenskärtchen für sich zu erstellen, und nennt sich „Peter-Fritz-Jöönnu“. Das Kärtchen füllt sie noch mit sehr sinnvollen Blocher-Sprüchen und Liebeserklärungen an den hochgelobten Schweizerkäse.

Schliesslich berichtet sie mir von ihren Plänen über Weihnachten, die aus in – die – Stadt – gehen und die – Lektüre – fertig – lesen und am 28.12. – Fernseher – schauen – weil – da – was –Tolles – läuft bestehen. Plötzlich wird sie auf das Jäckchen der Mitschülerin vor ihr aufmerksam und fragt diese, wo sie denn dieses grässliche Stück herhabe. Diese antwortet, sie habe es sich im Chicorée besorgt. (Ich weiss jetzt nicht, ob das in Deutschland überhaupt bekannt ist, aber das ist jedenfalls eine Boutique, die hier vor allem bei Jugendlichen gut ankommt.)

Sie: „Das hast du also aus Chiiccooorrréeee..
Mitschülerin: „Jaaah..“
Sie: „Schööönn... Also, dann mache ich mal Aufgabe 183...hmm daaa“

Zwei Minuten später hat sie die Aufgabe noch nicht in ihr Heft übertragen und kaut angestrengt an ihrem Bleistift rum.

Sie: „Was heisst eigentlich ‚Chicorée'?

Ich: „Sowas wie ein Salat oder so...“
Sie: „EHH nichht..!“

Sie schaut mich entgeistert an.

Ich: „Doch, es ist irgendwie sowas...“
Sie: „Neein..“
Ich: „Ja, was ist es dann?“
Sie: „Ja, das weiss ich auch nicht, aber DAS ist es nicht!“
Ich: „Ist es aber..“
Sie: „Nimm jetzt deinen SHARP hervor und schau nach..“

Mein „Sharp“ ist mein elektronischer Übersetzer mit mehreren integrierten Wörterbüchern, den alle wegen jeder Kleinigkeit verwenden, nur um darauf herumtippen zu können.

Ich:
„Siehst du, es ist Französisch und ein Gemüse.“

Ich halte ihr das Gerät unter die Nase.

Sie: „Was? Nein... wie kann man einen Laden Chicor
ée nennen? Ich versteh das einfach nicht!
Ich: „Na ja, es gibt Schlimmeres...“
Sie: „Aber... das... das ist ja ein Gemüse!“
Ich: „Jaaa...“
Sie: „Aber das ist ja das Gleiche, wie wenn du sagst: ‚Ich gehe ins SALAT! .. oder.. ins TOMATE, oder ins KARTOFFEL... oder.. noch schlimmer... ICH GEHE INS GURKE
!!!

Ich (ganz leise): „Ich hab gar nicht gewusst, dass du so viele Gemüsesorten kennst...“


20.12.07 20:15


Von wegen *zensiert* *zensiert*!!!

Dank dem tollen Service von

ACHTUNG, SCHLEICHWERBUNG! MARKIEREN AUF EIGENE GEFAHR!

blogcounter.de

habe ich nicht nur einen tollen Counter, der mir ganz andere Besucherzahlen als der myblog.de-Zähler anzeigt, nein – ich erfahre auch, über welche Suchbegriffe die Leute auf mein Blog stossen.

Dabei werde ich jedoch masslos enttäuscht – ich habe diese Seite gewiss nicht bei diversen Suchmaschinen eintragen lassen um gewissen Personen mit relativ eigenartigen, wenn nicht sogar perversen Absichten ein Lesevergnügen der besonderen Art zu bieten.

Die meisten werden ohnehin nicht fündig werden. Zumindest vermute ich mal, dass jemand, der nach
«schwesternliebe lecken» sucht, hier nicht das Gewünschte findet. Auch medizinisch hat dieses Blog nicht viel zu bieten – so ist der Sucher mit dem Begriff «ohrenkrankheit» hier nur bedingt auf neues Wissen gestossen. Und der «klassenkameradin zeigt titten»-Freak wird wohl an dieser Seite nicht viel Gefallen gefunden haben.

Möglicherweise sollte ich in Zukunft auf meinen Wortschatz achten, um nicht noch mehr Besucher mit sehr speziellen Interessen irrezuführen. Dabei mache ich mich noch selbst über Gleichaltrige mit leicht anzüglichem Wortschatz lustig.

Ich bin auch nur ein Mensch.


23.12.07 17:03


Ineinandergetrennt

Gerade vorhin habe ich ein Telefonat mit meiner hier bereits oft erwähnten Mitschülerin geführt, wobei selbstverständlich wieder irgendetwas hat kommen müssen, das einen so richtig aufheitert.

Sie: «Ach Mann, morgen ist auch schon Weihnachten..»
Ich: «...und?»
Sie: «Nix und, alle sind total im Stress und meine Eltern streiten wieder über Sinn und Zweck einer Ehe.»

Ich: «Was ist denn los?»
Sie: «Mein Vater musste von meiner Grossmutter erfahren, dass seine Schwester sich auseinandergeheiratet hat...»
Ich: «Auseinandergeheiratet!?»
Sie: «Jaa, und er hats nicht mal geahnt oder so... einfach plötzlich...»
Ich: «Also sie haben sich GETRENNT?»
Sie: «JJAAAh, du hast auch lange Leitungen...»
Ich: «Auseinandergeheiratet... das ist zu geil...»
Sie: «WAAS, Mann, das hab nicht ich gesagt! Das hat meine Oma gestern auch am Telefon gesagt, ich hab ja auch mit ihr geredet!»
Ich: «Hm.. hat sie nicht vielleicht sowas wie «auseinandergelebt» gesagt?»
Sie: «Nein, auseinanderGEHEIRATET!! Vielleicht sagt man das bei ihnen so, aber ja...»
Ich: «Heisst das jetzt, dass sie sich nur vorübergehend getrennt haben oder schon geschieden sind?»
Sie: «Was weiss ich...»
Ich: «Ja, ich weiss ja auch nicht was auseinandergeheiratet heissen soll.»
Sie: «ICH HASSE DICH, HÖR AUF!»
Ich: «Schön, und was ist jetzt mit deinen Eltern?
Sie: «......*erzählt*....»

Ich weiss wirklich nicht, woher sie all diese Ausdrücke immer nimmt. Obwohl ich mich an «etwas hälftieren» und «eine Kammbürste» schon lange gewöhnt habe, bringt sie immer wieder neue Wortkonstruktionen, die einen so richtig zum Schmunzeln bringen.

Und falls ich sie zu Unrecht beschuldige und ihre Grossmutter das wirklich so gesagt hat, dann weiss ich wenigstens von wem sie dieses entzückende Wörter-Verdreh-Talent geerbt hat.

Ansonsten...

Frohe Weihnachten.

24.12.07 14:57


 [eine Seite weiter]