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Vom Knicksen, unglaublicher Toleranz und einer Formel namens Pythagoras

Unser Mathematiklehrer, der Herr H.R., ist im Grunde ein ganz Lieber – wenn nicht manchmal sogar ein wenig zu lieb. Er ist bestrebt, uns etwas beizubringen, versucht auch ein wenig Abwechslung in den Unterricht einzubringen, hat einen Humor, den keiner versteht und stellt so viele Pflanzen ins Unterrichtszimmer, dass ich mir wie im Dschungel vorkomme und jedes Mal fast über einen Blumentopf fliege.

Er hat kein äusserest grosses Modegespür, aber er erscheint gepflegt und gut organisiert. Sein grösster Fehler ist es, dass er all die Pulte zusammen an die Fenster quetscht, wo einen erstens die Pultnachbarn und zweitens die Käfer draussen sehr leicht ablenken können. Er leidet an einer seltsamen Ohrenkrankheit, die genau die gegenteiligen Symptome anderer Lehrerkrankheiten aufweist – redet man mit ihm, hört er deine Antwort selbst wenn du flüstert. Unterhältst du dich lautstark mit deinem Pultnachbarn oder kippst vor Lachen fast vom Stuhl, nimmt er scheinbar gar nichts wahr, und verpasst dir auch keinen bösen Blick.

Und dieser äusserst liebe Kerl, den ich wirklich gut leiden kann, tut mir manchmal wirklich ausserordentlich Leid.

*

Erste Stunde. Er erscheint in einem seltsamen Jackett, dass selbst für ihn eine grosse Modesünde darstellen würde. Er räuspert sich und beginnt seltsam zu reden und mit den Händen zu fuchteln. Bald stellen wir fest, dass er versucht, einen 'Diener' Pythagoras' nachzuahmen und uns damit in ein neues Thema einzuführen. Meine Pultnachbarin hat sich schon die Hörer in die Ohren gestöpselt und hört so laut Musik, dass selbst jene Schüler auf der anderen Seite des Zimmers das wahrnehmen müssen. Der Lehrer nicht – er leidet an der eben erwähnten 'Ohrenkrankheit'.

Obwohl sein Auftritt wirklich sehr lieb gemeint ist – er wirkt lächerlich. Aber er gibt sich so viel Mühe... Am Ende verbeugt er sich und zieht – GOTT SEI DANK – dieses fürchterliche Jackett aus und fängt mit der Stunde an.

Meine Pultnachbarin nimmt die Hörer aus den Ohren und boxt mich in die Seite.

Sie: «Hallo. HALLO, was hat er gesagt?»
Ich: «Wir müssen jetzt die Blätter da lesen, die er verteilt.»
Sie: «Wieso hat er sich verbeugt?»
Ich: «Er hat einen Diener Pythagoras' nachgeahmt.»
Sie: «Was?»
Ich: «Vergiss es, lies das Blatt.»
Sie: «Wieso hat er sich verbeugt?»
Ich: «Ach, hättest halt zuhören sollen..»
Sie: «Oh Mann, du bist so 'ne Schlampe, manchmal hasse ich dich echt.»

Na ja, nichts Weltbewegendes. Sowas krieg' ich jeden Tag von ihr zu hören.

Wir nehmen die Blätter in Empfang und sollen sie lesen. Meine werte Pultnachbarin drückt auf ihrem MP3-Player herum und schaukelt mit dem Stuhl.

Nach einigen Minuten sieht sie sich die Blätter an: Eins mit vielen Informationen zu Pythagoras (bzw. seiner Biographie) und andere mit den Beweisen zu seinem Satz (von Euklid, Garfield und Leonardo Da Vinci).

Sie: «Herr HANS, ich check' das nicht.»
Er: «Was verstehst du nicht?»

Er eilt herbei und sieht ihr über die Schulter. Er besteht darauf, seine Schüler zu duzen und wir dürfen ihn auch 'Hans' nennen – obwohl, sie nennt ihn immer Herr Hans.

Sie: «Ich check diese Beweise da nicht.»
Er: «Dann lies zuerst seine Biographie, die Beweise sehen wir uns später gemeinsam ein.»
Sie: «Welche Biographie?»
Er: «Dieses Blatt hier, guck.»

Sie wird von ihm wie eine Fünfjährige behandelt, aber das ist sie sich aufgrund ihres Verhaltens schon bei vielen Lehrern gewohnt.

Sie: «Aaaah, das, das hab ich gar nicht gesehen.»
Sie (zu mir): «Wieso hast du mir nicht gesagt, dass wir das lesen müssen?»
Ich: «Ich spiel doch hier nicht deine Mutter oder so, hat er ja gesagt..»

Sie will etwas entgegnen, doch der Lehrer steht hinter uns. Sie wendet sich dem Blatt mit der Überschrift «Pythagoras von Somos» zu.

Sie: «Herr Hans, was bedeutet Somos?»

Ironie: Im ersten Satz steht geschrieben, dass es sich bei Somos um die Insel handelt, von der Pythagoras stammte.

Er: «Somos ist eine Insel.»
Sie: «Ah, und Pythagoras stammt von Somos!»

Wie sie das verkündet hat.. Als hätte sie gerade eine Weisheit endeckt, die zuvor allen verborgen geblieben war...

Er: «Ganz genau.»

Sie sich das Bild an, das Pythagoras darstellen soll.

Sie: «Aber Herr Hans, ich habe gedacht, dass Pythagoras a2 + b2 = c2 ist.»
Er: «Der Satz des Pythagoras lautet in der Tat so, ja.»
Sie: «Aber wer ist dann DAS DA?»

Sie deutet auf das Bild.

Ich: «Das ist Pythagoras, steht ja untendran.»

Es folgt ein böser Blick.

Sie: «Aber Herr Hans, hast du nicht gerade gesagt, dass Pythagoras eine Formel ist?»
Er: «Bitte?»
Ich: «Pythagoras ist derjenige, der die Formel erfunden, bzw. schliesslich als Erster bewiesen hat.»
Sie: «Aaaahh, ups, ich habe gedacht, Pythagoras ist eine Formel!!»

Sie fängt lautstark an zu lachen. 'Herr Hans' kann einen Grinser nicht unterdrücken.

Er: «Hast du sonst noch Fragen?»
Sie: «Nein, du kannst gehen, HERR HANS!»

Wie sie das gesagt hat.. So als sei er ihr Diener.

Jedenfalls konnte sie sich die ganze Stunde lang nicht mehr einkriegen und hat davon geschwafelt, dass sie schon ihr ganzes Leben davon überzeugt gewesen sei, dass Pythagoras eine Formel ist. Das hat ihr zwar einige Bist-du-wirklich-so-blöd-wie-du-tust-Blicke der anderen eingebracht, aber das hat sie nicht gestört. Hat sie denn irgendwann irgendetwas gestört..?

Dass sie jedoch mal eine Person so mal kurz verformelicht hat, das war noch lange nicht ihr grösster Ausrutscher. Hauptsache, sie kann selbst noch drüber lachen.

2.11.07 19:13


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Schön pink

Der heutige Tag ist auf unserem Kalender rot angestrichen. Meine Schwester hat sogar ein Herzchen daneben gemalt – heute feiern unsere Eltern ihren Hochzeitstag.

Nicht, dass das irgendein grossartiges Ereignis für mich wäre, keinesfalls, aber ich will nicht wieder zwei Wochen lang die miese Laune meiner Mutter ertragen müssen, weil mein Vater vergessen hat, ihr Blumen zu schenken.

Jedenfalls habe ich meinem Vater heute morgen einen ganz dezenten Hinweis gegeben. Meine Mutter hat gemeint, sie fühle sich heute seit langem mal wieder wohl, und als mein Vater "Was is'n denn dir über die Le-"entgegnen wollte, bekam er nur ganz ganz böse Blicke von mir und meiner Schwester zugeworfen.


Und siehe da - vor ca. einer halben Stunde kam er von der Arbeit nach Hause, und zwar mit einem kleinen Geschenk für seine Allerliebste, mit der er nun schon seit fast 15 Jahren glücklich verheiratet ist. (Mehr oder weniger glücklich..)

Er hat dieses eingepackte Etwas, das ein Blumenstrauss zu sein schien, auf dem Tisch abgestellt und seine Jacke ausgezogen, als auf einmal meine Mutter aus der Küche angetanzt kam und Folgendes entgegnet hat:

Sie: "OOh Gott, was is'n das?"
Er: "Siehst du, ich habs nicht vergessen.."
Sie: "Nee, also im Ernst, ich hab dir gesagt, dass das überhaupt nicht nötig ist, ich habs dir ein Dutzend mal gesagt, das ist doch reine Geldverschwendung, echt-"

Sie macht sich ans Auspacken, übers ganze Gesicht strahlend.

Ein Dutzend Mal soll sie es ihm gesagt haben, ja? Und wehe er hätte nichts mitgebracht - Sie hätte bestimmt wieder wochenlang geschmollt.

Sie: "Ah, wird sicher wieder 'ne Orchidee, ne?"
Er: "Hm."
Sie: "Wer hat denn das hier bitteschön eingepackt, das kriegt--ma-ja-gar-net-AUF!"

Sie hat ihre Probleme damit, all die Schichten Papier aufzureissen.

Sie: "Ach, das ist bestimmt 'ne Orchidee, du wärst gar nicht in der Lage was anderes zu kaufen... Weisst du noch vorletztes Jahr, dieser Strauss.. Der war echt zum in die Tonne kloppen. Oder hat dich dort 'ne Tussi beraten und dir irgend'nen hässlichen Strauss aufgedrängt?"

Er schweigt verlegen. Also echt, meine Mutter hat sich da echt wie die letzte **** aufgeführt, aber ich war mir sicher, dass sie sich drüber freut.

Sie (hat den unteren Teil aufgekriegt - der Topf ist sichtbar): "Tjaa, wusst ichs doch, ist 'ne Orchidee."

Sie packt weiter aus.

Sie:
"Nee, jetzt beten wir mal, dass sie nich pink ist, furchtbar. Na ja, ist alles toll, solange sie nicht pink ist. "

Sie reisst das letzte Stück Papier von der Pflanze - und, welch Überraschung - eine PINKE Orchidee.


Sie fängt lauthals an zu lachen, er wird rot wie'n kleines Kind.

Er:
"Ja, ich wollte sie ja schon in einer anderen Farbe, aber es hatte nicht und ich hab auch gefragt, aber sie haben gesagt, es hat keine.."

Sie:
"Hm, nee, danke, aber Augen im Kopf haste schon, ne, siehste doch, dass die überhaupt nicht hierher passt.."

Sie stellt die Orchidee auf den Tisch und begutachtet sie aus der Entfernung.

Sie:
"Wir haben hier 'nen roten Teppich und du kaufst 'ne pinke Orchidee, also echt jetzt... ein wenig mehr Geschmack hätt ich dir schon zugetraut."

Er:
"Ja, aber die Orchidee ist ja schön, ich kann ja nichts dafür, dass wir einen roten Teppich haben, du könntest sie ja auch ins Schlafzimmer stellen oder so.."

Sie:
"Hm, nee, lassen wir ma. War sie denn wenigstens auf Aktion?"

Er:
"Nee, hab den vollen Preis dafür.. bezahlt..."

Sie: "Also echt jetzt, ich hab dir doch von Anfang an gesagt, dass du MIR NICHTS KAUFEN SOLLST, weil das reine GELDVERSCHWENDUNG ist, und was mach ich jetzt damit, die Pflanze verreckt eh bald und-"

BLABLABLABLA.

Frauen sind so furchtbar undankbar.

7.11.07 20:17


Farbenfrohes Gedrücke

Mein beschwerlicher Weg zur Schule (bzw. vorerst zur Busstation) führt jedes Mal an einer grossen Kreuzung vorbei, so wie auch heute. Es ist überhaupt ein Wunder, dass ich es an diesem Morgen dorthin geschafft habe, da ich schon mehrere Male falsch abgebogen bin, vollkommen überzeugt davon, ich würde noch meine alte Schule besuchen. Am Morgen könnte man mich für leicht beschwipst halten, da ich sozusagen blind vor mich hertrotte, während mir die Musik in den Ohren dröhnt und ich Leute unabsichtlich anremple. Das ist auch der Grund, weshalb ich mit dem Bus zur Schule fahre und nicht das Fahrrad nehme – ich bin am Morgen total ausser mir, in einem Zustand, der für mich im Strassenverkehr gefährlich werden könnte. Na gut – meine Faulheit ist ein weiterer Faktor, aber wenigstens hab ich eine Ausrede. Jaja, ich weiss, Umweltschutz und Klima und so, aber ich kann nicht anders...

Obwohl; ich hasse es, wenn mich immer diese Augen auf dem Plakat im Bus böse anfunkeln. Es trägt die Überschrift: «Bus statt Fahrrad? Trainer Max ist böse. Sehr böse.» Ich hab vergessen, für welche Website/Organisation das wirbt, aber jedenfalls hasse ich dieses Plakat.

Als hätte es jemand absichtlich für mich hingehängt.

Vorausgesetzt, ich sitze schon im Bus!

An dieser grossen Kreuzung macht mir vorher immer zuerst eine Fussgängerampel zu schaffen.

Nicht nur, dass sie erst auf grün zeigt, wenn der Bus auf der anderen Seite gerade abfährt, nein, auch die Leute mit ihrem ständigen Gedrücke rauben mir manchmal den letzten Nerv.

Da diese Ampel vor allem nachmittags selten benutzt wird, wird sie per Knopfdruck betätigt. Danach kann sie erst auf grün schalten, sonst zeigt sie einfach rot an.

Jedenfalls leuchtet dieses Feld an diesem gelben Ding am Ampelpfosten immer auf, wenn jemand den Knopf bereits gedrückt hat, um zu signalisieren, dass die Ampel gleich auf grün schalten wird.

Und trotzdem; stehe ich da und warte an der einen Strassenseite, kommen schnell mal zwei oder drei Leute hinzu.

Und absolut jeder, JEDER der hinzukommt, drückt dieses Knopf NOCHMAL, obwohl das Ding blinkt und es ganz klar ist, dass bereits jemand gedrückt hat und es somit nicht nötig ist, nochmal zu drücken.

Ich verstehe nicht, warum absolut jeder das Bedürfnis hat, da noch einmal draufzudrücken. Als Sicherheit? Oder fühlt man sich besser, wenn man den Knopf selbst betätigt hat?

Jedenfalls kam ich heute genau an diese Ampel, als sie gerade auf rot schaltete und eine ganze Kolonne von Autos an mir vorbeifuhr. Das würde noch einige Minuten dauern. Da gesellte sich plötzlich eine aufgetakelte, anscheinend sehr launische Frau, so um die Mitte 40, zu mir. Und – obwohl ich SELBSTVERSTÄNDLICH bereits gedrückt hatte, drückte sie noch einmal mit aller Kraft mit ihren Wurstfingern drauf. Irgendwie hat mich ihre Erscheinung so aufgeregt, dass ich einfach provozieren musste.

Ich: «Wieso haben Sie jetzt da drauf gedrückt?»

Sie: «Wa?»

Ich: «Wieso Sie da draufgedrückt haben.»

Sie: «Blöde Frage, ich will doch rüber, ne? Oder wonach sieht das aus?»

Ich: «Jaah, aber ich hatte bereits gedrückt, und wie Sie sehen, leuchtet dieses Ding und deshalb ist es nicht nötig, nochmal zu drücken!»

Sie: «Is' mir doch egal.. Ich drücke, wo und wann ich will.»

Ich: «Sie wissen, dass da viele Bazillen und Bakterien drauf sind?»

Sie: «Wa?»

Ich: «Ich habe gedacht, dass sie höflich genug sind um 'Wie bitte?' zu entgegnen, aber da sind BAKTERIEN drauf, und ich denke nicht, dass sie sich da was einfangen wollen. Oder haben Sie da absichtlich draufgedrückt? Wollen Sie schwer krank werden?»

Sie: «Ich habe draufgedrückt, weil ich auf die andere Seite will, VERDAMMT NOCHMAL.»

Ich: «Jaah, wissen Sie aber wozu dieses rechteckige, leuchtende Feld da ist? Das erspart ihnen die Bazillen!»

Sie: «Da soll man draufdrücken, also drück ich drauf-«

Ich: «Ich würde nicht freiwillig krank werden wollen.»

Sie: «Du.. ich.. nee, wenn man da im Bus sitzt, meinst du nicht, dass da noch tausendmal mehr Bakterien sind?»

Ich: «Hmm, vorhin war aber so ein ziemlich übel aussehender Typ da.. Ziemlich unhygienisch. Und der hat da draufgedrückt und die Strasse überquert. Sie sollten sich die Finger jetzt lieber nicht lecken-«

Sie: «Wozu soll ich mir die Finger lecken, bitte, solche Ausdrücke, stress mich nicht am frühen Morgen, ja..»

Ampel schaltet auf grün. Die Frau würdigt mich keines Blickes mehr und stolziert erhobenen Kopfes auf die anderere Stassenseite und wartet auf den Bus. Das war also ein mehrfach-Ampeldrücker auf frischer Tat ertappt.

Nun gut; manchmal drücke ich da selber ein zweites Mal drauf, aber meist weil mich diese Ampel endlos aufregt und ich sie endlich auf GRÜN haben will. Aber soll das eine Genugtuung darstellen? Fühlt man sich besser, wenn man da tatsächlich draufgedrückt hat und somit etwas dazu beigetragen hat, dass man die Strasse anschliessend überqueren kann?

Ich musste meinen Frust auslassen, weil mir wegen dieser Ampel wieder mal der Bus vor der Nase weggefahren ist. Nächstes mal trete ich nach ihr. Ganz bestimmt.

Und wenn mir noch so eine Frau über'n Weg läuft, dann trete ich auch nach der...

9.11.07 17:25


Schwesternliebe

Gestern Abend.
Es ist arschkalt, und trotzdem bestehen meine Eltern darauf, dass wir als «Familie» einen kleinen Spaziergang um die Wohnblöcke herum unternehmen.

Was unter Spaziergang zu verstehen ist – mein Vater ist uns immer zehn Meter voraus, scheint es absichtlich zu meiden, neben meiner Mutter herzulaufen – diese hingegen findet an jedem Fleck etwas Spannendes, sieht an jedem Fenster einen Vorhang oder eine Deko, über die sie sich lustig machen könnte. Meine Schwester ist genervt, da sie angeblich Besseres zu tun hat als durch die Kälte zu irren, und ich ziehe mir die Kapuze hoch und höre Musik. Meine Schwester holt mich ein.

Sie erzählt etwas.

Ich: «Was?»

Sie: «Mann, du bist so blöd, jetzt hör zu: Ich kann Deutsch NOCH ÜBERHAUPT NICHTS, und sie macht morgen sicher EINEN ÜBERRASCHUNGSTEST und- OH MEIN GOTT, DU HÖRST JA MUSIK!»

Ich: «Ja, schon die ganze Zeit über...»

Sie: «MAAANN, ich will auch! Lass laut laufen!»

Ich: «Ich lass hier sicher nicht die Mucke laut laufen, die Hälfte dieser Leute hier ist schon am pennen...»

Sie: «Ja und? Stört mich das?»

Ich: «Jaah, wir sind nicht solche, die das tun..»

Vater: «Ja genau, du darfst sie nicht laut laufen lassen.»

Sie: «MAAAN, wieso nicht? Ich will aber auch Musik hören!»

Ich: «Ja, dann geb ich dir einen Hörer..»

Sie: «Nein, ich hasse diese Hörer!»

Ich: «Wieso denn das?»

Sie: «Sie tun im Ohr weh.»

Ich: «Jaah, aber nur weil du sie nicht richtig hintun kannst..»

Sie: Ja, mir doch egal, lass es laut laufen HALLOOO!»

Ich: «Nein, jetzt hau ab.»

Sie: «Wenn ich nicht hören darf, dann darfst du es auch nicht!»

Sie zieht fest an den Stöpseln.

Ich: «Ich hab dir ja 'nen Hörer angeboten, HALLO, WAS WILLST DU NOCH!?»

Sie: «Ja, Pech. Ich hasse dich.»

Sie gesellt sich an die Seite meiner Mutter, ich tu mir die Stöpsel wieder in die Ohren und wir drehen noch 'ne Runde. Auf einmal kommt sie wieder zu mir.

Sie: «Was hörst du?»

Ich: «Nix.»

Sie: «Jaah, du hörst sicher was!»

Ich: «Ich hör Radio, zufrieden?»

Sie: «Ja, und welches Lied?»

Ich: «1973 schon wieder...»

Sie: «Was? Welches?»

Ich: «Das neue von James Blunt.»

Sie: «Gib mir 'nen Hörer, ich wills hören.»

Ich: «Ja und vorhin wolltest du ihn nicht, was?»

Sie: «Ja, jetzt gib!»

Ich: «Nein, du kennst das Lied sowieso!»

Sie: «Jaah, ich weiss aber nicht welches es ist!»

Ich: «Ja, aber du kennst es.»

Sie: «JA UND, JETZT GIB!»

Ich: «Oh Mann, hier...»

Ich reiche ihr einen Ohrstöpsel. Sie hört es sich kurz an, lässt ihn nach fünf Sekunden fallen.

Sie: «Ah, das kenn ich schon lange..»

Ich: «Jaa und was hab ICH GESAGT?»

Sie: «Pech.»

Kein Kommentar.

Schon zum zweiten Mal erwähne ich James Blunt – dabei ist das gar nicht so mein Musikstil...

12.11.07 19:23


Kleine Pixel ganz gross

Ich weiss ja, dass keine Frau ungeschminkt aus dem Haus gehen kann. Aber wenn dieser oberflächliche Drang, stets gut aussehen zu müssen, auf die ganze Familie abfärbt und das alles auch noch in den eigenen vier Wänden vollzogen wird... nein, das gibts (noch) nicht, oder?

Falsch: Und daran ist bloss die Technologie schuld. Genauer gesagt ein von meiner Mutter liebevoll als Internetkamera bezeichnetes Gerät, die Webcam.

Ich hab ja gedacht, das sei nicht so schlimm, weil auf der Cam nicht unbedingt jede Hautunreitheit und Falte sichtbar ist. Aber sobald ich in die Runde rufe, mein Cousin sei samt Familie online, da rennt gleich die ganze Truppe ins Bad und macht sich fein. Und die Unordnung im Hintergrund wird auch schnell beseitigt. Wer sich an diesem Tag mit seinem Äusseren gar nicht abfinden kann, erfindet schnell eine Ausrede, wie zum Beispiel eine Migräne, die ihn zwingt, im Bett zu bleiben.

Wenn sogar ein 9-jähriger ins Bad rennt, um sich Gel in die Haare zu schmieren, dann ist doch wirklich höchste Alarmstufe angesagt – aber es sitzt ja auch seine Angebetete vor dem anderen Bildschirm. Bloss ist die so mit Tippen beschäftigt, dass sie so oder so selten einen Blick auf das Bild unserer Cam wirft, wo alle ihre Köpfe herumschwenken um aus einer möglichst günstigen Perspektive gezeigt zu werden, oder schnell aus dem Bild verschwinden, um sich die Haare doch noch auf die andere Seite zu streichen. Dabei ist das winzige Bild in der Ecke des Bildes seit Kurzem immer so verpixelt, dass man Gesichtszüge beinahe nicht erkennen kann. Trotzdem findet meine Mutter immer, die Cam würde sie wie eine Alkoholikerin auf Entzug aussehen lassen.

Ich weiss jetzt, wieso viele dauernd behaupten, ihre Cam sei kaputt.

15.11.07 19:42


Moderne Anmache

Eine meiner Klassenkameradinnen klebt seit bestimmt zwei Wochen an mir - bzw. gesellt sie sich zu mir, um mir Neues von ihrem 'Geliebten' mitzuteilen, da sich das kein anderer anhören will, was durchaus verständlich ist.

Diesen hat sie einmal in ihrem Leben auf einem Fest gesehen, weiss nun bereits seinen NAMEN und sein ALTER und auch seine MSN-Addy. Jedenfalls erzählt mir jeden Tag, sie hätten bis tief in die Nacht miteinander gechattet, und er sagt ihr zum Abschied immer "hdgdl" und aachh..

Abgesehen davon, dass ich von diesem Gesülze die Nase voll habe und ich auch nicht jedes einzelne seiner Wörter mehr interpretieren mag, die vermutlich sowieso keine Bedeutung haben, da dieser Kerl für mich strohdumm zu sein scheint... Abgesehen davon lässt ihre schroffe Umgangsart einiges zu wünschen übrig, was ich vorgestern erfahren durfte. Und das Ganze ist schliesslich eskaliert und zu einem Streit ausgeartet, der immer noch anhält.

Jedenfalls sass ich am Freitag im Computerraum neben ihr, während sie sich voller Vorfreude einloggte und ganz hibbelig wurde, als sie bemerkte, dass er online war. (Na gut, sie ist immer ziemlich hibbelig, aber trotzdem..)

Gleich ging ein Fenster auf, und ich bemerkte, dass er sie mit "heyy nutte" begrüsst hatte. Ich blieb still und beobachte ihren Gesichtsausdruck, doch sie schien zu strahlen, als sie "hoi looser" zurückschrieb. (Am liebsten hätte ich sie auf diesen gängigen Rechtschreibefehler aufmerksam gemacht, aber ich hielt mich zurück.)

Danach versicherte ich mich, ob das auch wirklich ihr Angebeteter war, und sie bejahte. Ich verkniff mir einen Kommentar. Die Unterhaltung ging in etwa so weiter:

SIE / ER

was läuft so?

niiiixxx bin in daa schullee

boah voll scheisse

jaaaaaaaaaaaa (kotz-Smiley)

was has gestern no gschriebe am abend?

nix mann

ja sag

nee mann reg mich nicht auf

ja schlampe jetz laber mal

boah ey nee

ja dann lass mich in ruhe boaah du kanns selba aufregn

ja und du ers.. tu dieses pic weg, das is voll hässlich

welches

dein ava mann, sieht voll grottig aus

ich finds geil

ich aba net

ja pech

muss essn gehen bye

joa dann mach bye kizzzZ

Sie lehnte sich zurück und strahlte den Monitor an. Ich sass vollkommen verwirrt da und begriff nicht. Dies war nicht unbedingt eine Art von Unterhaltung, die ich mit jemandem führen würde, den ich in Wirklichkeit toll finde.

Ich: "Sag mal... redet ihr immer so miteinander?"
Sie: "Jep."
Ich: "Und ihr erweist euch so die Ehre.. mit so Wörtern..?"
Sie: "Wa'?"
Ich: "Er nennt dich 'Nutte'.“
Sie: "Ja ich nenn ihn looossseerr."
Ich: "Ich würd nicht gern Nutte genannt werden..."
Sie: „Ja, das ist nur Spass, Mann!“

..

Ich: „Was soll denn sein Nick heissen?“
Sie: „Sowas wie –xY dA kInG- und irgendwas –fuCk dA rEsT- oder so..“
Ich: „Ziemlich eingebildet, findest du nicht?“
Sie: „Jaah, das macht man so, das ist geil! Nicht immer so wie du, Einzeichen-Nicks und so Sprüche, die keine Sau versteht..“
Ich: „Die Sprüche verstehst nur jene nicht, die zu blöd dafür sind, und die anderen sind sowieso auf kroatisch, wie willst du denn die verstehen!?“
Sie: „Jaah, das ist aber total billig, ey..“
Ich: „Ich find solche Sterne-Gangsta-Möchtegern-King-Fuck-Nicks tausendmal billiger.“
Sie: „Das hat wenigstens Style, wenn du mal wüsstest was das heisst!!“
Ich: „Ich würd mich hier nicht so aufspielen, nur weil dir so ein Möchtegern-schräger-Playboy da den Kopf verdreht hat.. Und du fällst da drauf ein, auch wenn er schon längst ’ne andere hat. Ich weiss nicht, was du da gedacht hast, echt..“
Sie: „Er hat gar keine andere!“
Ich: „Und wer ist dann ’baby XYZ’ aus seinem Nick?“
Sie: „Das ist seine Cousine, Mann!“
Ich: „Wer nennt denn schon seine Cousine ’baby’, du bist echt total naiv, bild dir mal nicht zu viel ein!“
Sie: „HALT DIE FRESSE, DU VERSTEHST DAS NICHT!“

Naa, dann versteh ichs halt nicht!
Ehrlich gesagt bin ich ziemlich froh, das „nicht zu verstehen“. Das kann mir ruhig gestohlen bleiben.

"BOAAH, ICH BIN SO FURCHTBAR NEIDISCH AUF IHREN TOLLEN KING, WUAH DER HAT TOTAL VIEL STYLE, VIELLEICHT KANN ICH JA WAS VON IHM LERNEN, ACH UND ICH WÜRDE ALLES DAFÜR GEBEN, DASS ER MICH EINMAL NUTTE NENNT!!!!!"

18.11.07 20:33


Meine Metallfresse

Seit heute morgen glitzert nun auch in meinem Mund Metall, bloss habe ich versucht, eine möglichst dezente Farbe für die Plättchen zu wählen, um meine Mitmenschen nicht mit einem entsetzlichen, farbigen, vorweihnachtsfreudigen Gefunkle schocken zu müssen.

Und wie ist das Leben mit Zahnspange?
Furchtbar. Abgesehen davon, dass ich von der Zahnärztin, die mir beim Einsetzen der Plättchen ihre Titten ins Gesicht gedrückt hat, noch Albträume kriegen werde, kriege ich nichts mehr runter, weil meine Zähne so höllisch weh tun. Von der Mundschleimhaut wollen wir gar nicht reden - ich wusste gar nicht, dass es so viele verschiedene Arten von Blasen gibt...

Mein Umfeld hat darauf nicht sonderlich spannend reagiert, bloss hab ich die ganzen "ZEIG MAL!"-Sprüche langsam satt. Aber ich hoffe doch sehr, dass meine liebe Spange gar nicht gross auffallen wird, da ich schon seit Monaten an neuen Techniken feile, wie man sprechen kann, ohne dem Rest der Welt sein Gebiss zu zeigen. Und das BEIM- LACHEN- DIE- HAND- VOR- DEN- MUND- HALTEN ist längst zum Reflex geworden.

Trotzdem sind einige
ziemlich blöde Menschen anscheinend froh darüber, dass mein Schönheitsindex um einige Punkte gesunken ist und ich meine 'wohlverdiente' Klugscheisser-Etikette für zwei Jahre aufgeklebt bekommen habe.

Und jeder, der mir sagt, das sei 'halb so schlimm', wird gleich etwas doppelt so Schlimmes zu hören bekommen, weil die Schmerzen unerträglich sind und mir die ganzen Cremes und Gels schon zum Mund raustropfen.

Ausserdem ist das Ganze überhaupt nicht nicht 'TOTAL UNAUFFÄLLIG'; jedes Mal, wenn ich am Spiegel vorbeilaufe und kurz grinse trifft mich fast der Schlag. Dazu höre ich mich an, als hätte ich gerade eben Sprechen gelernt.

Abgesehen davon, dass mein Selbstbewusstsein im Eimer ist, geht es mir relativ gut.

20.11.07 20:50


Auf die Pfirsche

Obwohl wir bereits beinahe seit meiner Geburt hier leben und ich Deutsch schon fast als Muttersprache ansehe, haben meine Eltern noch immer ihre liebe Mühe damit. Zwar können sie Gespräche und Fernsehsendungen ohne Mühe verstehen und sind im Sprechen auch keine Nieten, aber manchmal haperts schon bei kleinen Dingen, die ich als selbstverständlich erachte.


Ich sitze also mal wieder ganz unschuldig vor dem Computer, als mich mein Vater aus dem Wohnzimmer ruft.

Ich schreie „WAS DENN JETZT?“ zurück; mein Vater meint, ich solle gefälligst herkommen.

(Wundert euch nicht über meine barsche Antwort, aber das war schon das dritte Mal in kurzer Zeit, dass sie mich gerufen haben; einmal, um ihnen etwas aus der Küche zu holen, obwohl sie viel näher dran sind als ich, und zweitens, um mich zu fragen, ob ich die Fernbedienung für den zweiten Fernseher gesehen habe..)

Also stampfe ich schon ziemlich genervt ins Wohnzimmer, als mein Vater mich fragt:

Vater: Pfirsch ist doch diese orange Frucht, nicht wahr?“

Ich: „Wie heisst das?“
Vater: „Pfirsch.“
Ich: „Ich glaub, du meinst Pfirsich, noch mit einem i.“
Vater: „Nein, meine Liebe, das heisst PFIRSCH.
Ich: „Wo hast du das denn gehört?“


Er deutet auf den Fernseher, wo er und meine Mutter sich wieder irgendeine LANDWIRTSCHAFTS- ERNTE- SENDUNG ansehen.

Ich: „Das ist ein PFIRSICH, nichts da mit Pfirsch.“
Vater: „Der da hat doch grad was mit Pfirsch gesagt, nicht wahr?“

Mutter: „Er hat eher Pirse gesagt...“
Ich: „HIRSE?“
Vater: „Was ist mit Hirse?“

Ich: „Das hat sie grad gesagt..“
Vater: „Also Wörter im Deutschen enden doch generell eher auf sch als auf sich!“

Ich: „Jaah, das hat ja nichts zu bedeuten..“

Mutter: „Egal jetzt, was willst du zu abend essen?“


Sie registriert anscheinend nicht, dass ich gerade fieberhaft nach Wörtern suche, die auf –sich enden – obwohl das gar nicht nötig ist, da ich genau weiss, dass das PFIRSICH heisst.

Vater: „AAH, ich weiss, wo wir nachgucken können!“
Ich: „Wo?“

Er drängt sich an mir vorbei in die Küche und macht den Kühlschrank auf.

Vater (aus der Küche): „Haben wir denn keinen Pfirsch-Eistee mehr?“
Ich: „Wir haben Eistee schon seit Ewigkeiten durch Cola ersetzt.“
Vater: „Ich hab aber am Wochenende noch welchen getrunken...“
Ich: „Ja, vor drei Wochen vielleicht...“
Vater: „Ach Mensch, da steht doch ganz klar EISTEE – PFIRSCH drauf.“
Ich: „Nee, da steht wenn schon Peach drauf..“
Vater: „Du machst mich noch ganz IRRE!!“

Er drängt sich wieder an mir vorbei und eilt zum Regal, wo er sich ein unheimlich dickes Wörterbuch schnappt.

Vater: „Na, dann gucken wir mal nach.“
Ich: „Was krieg ich, wenn ich mal wieder Recht hab?“
Vater: „Nichts, weil das nämlich PFIRSCH heisst.“
Ich: „Ich weiss nicht, woher du das hast, aber das heisst nicht so...“

Er blätter genervt im Wörterbuch herum.

Vater: „Hmm, das hats hier gar nicht drin.“
Ich: „Das MUSS drinstehen.“
Vater: „AHH doch... aber es heisst... PIRSCH.“
Ich: „PIRSCH?“
Vater: „Ja, steht hier..“
Ich: „Pirsch ist aber was ganz anderes.. du bist am falschen Ort.“

Ich beuge mich über ihn und sein Wörterbuch, wo er mit dem Finger die Wörter durchgeht.

Ich: „Ja, natürlich findet mans nicht wenn man fieberhaft nach PFIRSCH sucht. Aber guck hier: PFIR-SICH – süsse, runde Frucht...“
Vater: „Ich werde immer wie blinder.. (toller Satz)..Das ist alles so klein geschrieben. ..Hmm, aber dann verschluckt man das i wohl..und dann tönt es wie Pfirsch.“
Ich: „Nein, man hört das i.“

Vater: „Jaah, dann frag du mal deine Lehrerin..“
Ich: „Soll ich mich denn so blamieren, wenn ich genau weiss, dass das P-F-I-R-S-I-C-H heisst?“
Vater: „Ach, ist ja auch egal..“
Ich: „Jetzt auf einmal, ja?“
Vater: „Geh einfach... was machen... hat dich deine Mutter nicht gefragt, was du essen willst!?“

Natürlich...


25.11.07 11:51


Fein, feiner, Milchschnitte

Nach einem furchtbar anstregenden Tag freute ich mich auf einen angenehmen, beheizten Sitzplatz im Bus – vergebens. Stattdessen landete ich in einem rappelvollen Gefährt, dicht gedrängt an einige nervige Klassenkameradinnen, wobei ich kaum atmen konnte (bzw. mich nicht zu atmen traute, da der Gestank von Schweiss und dem durchschnittlichen Bus-Geruch unerträglich war).

Kaum fuhr der Bus los, landete ich gleich in der nächsten Kurve in den Armen eines Geschäftsherren, der mich gleich wieder zurückstiess, als sei ich Abschaum und danach arrogant die Nase rümpfte.

Als sei das nicht schon alles genug, schrie die Wer-ist-George-Clooney? und Pythagoras-Formel – Tante plötzlich durch den ganzen Bus:

XXX: “MAAANNN, ICH HAB HUNGEEERRR, HAT HIER KEINER WAS SÜSSES?“
A: „Nee..“
B: „Ich hab glaub noch ’nen Schokoriegel, aber den geb ich dir wenn wir aussteigen..“
XXX: „ACCH, komm, dreh dich zu mir, ich nehm ihn raus..“
B: „Neein, du wühlst jetzt nicht in meinem Sack rum!“
XXX: „Ejj Nutte, ich hab dir heut auch ein wenig von meinem Essen gegeben..“
B: „Ja, du kriegst dann auch was, aber erst wenn wir augestiegen sind!!“
XXX: „Ach, ihr seid so ätzend..“

Einige Sekunden Stille. Der Bus hält an der nächsten Station, Leute rempeln uns beim Rausgehen an. Tür schliesst sich wieder, der Bus fährt weiter.

XXX: „Am liebsten hätt’ ich jetzt ’ne Milchschnitte..“
C: „Auu, Mann, die hab ich schon ewig nicht mehr gegessen..“
A: „Jaah, aber Kinder Pingui ist besser..“
C: „AUU, jaa, das hab ich auch total gern.. vor allem diese Creme da-“
Ich: „Jaaah, vor allem die Schokolade drumherum.“
Okay, das hab ich jetzt absichtlich gesagt. Aber wegen IHRER riesigen Schultasche konnte ich mich ja auch kaum bewegen!

XXX: „Ja, also, Kinder Pingui ist zwar FEINER, aber Milchschnitte hab ich lieber..“
Ich: „Ich dachte, man mag die Sachen lieber, die man persönlich als feiner empfindet..“
XXX: „Ja, ich ess trotzdem lieber Milchschnitte, auch wenn Kinder Pingui feiner ist.“
Ich: „Das macht irgendwie... nicht so Sinn.. aber..“
XXX: „Also, ich meine, Kinder Pingui ist ALLGEMEIN FEINER, aber ich ess lieber Milchschnitten.“
Ich: „Wieso sollte das ’allgemein feiner’ sein?“

XXX: „ACCHH, ICH WILL JETZT EINFACH WAS SüSSES!“

Abgesehen davon, dass all diese Sätze durch den Bus geschrieen wurden und uns das Ganze viele böse Blicke von den anderen Buspassagieren eingebracht hat, ...

Nach der Schule hab ich mir zum ersten Mal seit Monaten eine Milchschnitte gekauft. Und ’nen Kinder Pingui. – Beides ist lecker. Wenn nicht sogar der Kinder Pingui ein ganz kleines bisschen besser schmeckt.


29.11.07 20:13